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das Forum rund um die Kanareninsel La Gomera
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BeitragVerfasst: 24.04.2007, 19:11 
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trip auf dem camino nach el cerdado.
Heute morgen gings um 9 los, treffen bei Carlos, dann locker die Strasse hoch getrabt, das alles bei knallblauen Himmel, heute morgen war nicht eine Wolke zu sehen, dann gegenüber der Los erimita de los reyes sind wir runter durch den barranco rüber zur Kirche. Als wir dort ankamen war ich schon einigermassen fertig(40 Zigaretten am Tag!!!!, und no sports seit längerem), dann auf noch netten angenehmen Weg weiter hoch zu den Dörfern dort , Namen hab ich grad nicht parat, auf der Asphaltpiste gings dann weiter, nicht so schön, toll die Leute die hier leben, ein Lächeln, ein Hola, da geht man gleich beschwingter weiter. Dann der Einstieg, der eigentliche, eine echt fiese Steintreppe schraubt sich direkt nach oben, keine Kehre, immer geradeaus, und dann die Stufenabschnitte, für Riesen gemacht, aber nicht für (kurzbeinige) Clownfische, erstes keuchen, dann immer mal den Berg raufgeguckt, "das schaff ich nie" dachte ich, zwischendurch dann immer der Blick aufs Tal, auf den Berg gegenüber, uups da ist ja schon der erste Tunnel, so weit schon, ganz selten geht der Weg mal paralell zum Berg, eigentlich immer nach oben. Meine Schwester stammt (doch) von einer Bergziege ab, leichtfüssig trabte sie da hoch, gott sei Dank hatten wir noch ein Pärchen mit, und die Frau passte sich dann mir an. Ist auch toll wenn die anderen immer auf einen warten müssen, wenn ich wieder mal keuchend mich in den Hüften abstützen musste :-( , da war meine gute Laune kurzfristig away.Irgendwann bekam ich dann einen Wanderstock, das war total nett, denn damit gehts echt besser, ich hab mich natürlich noch Tage vorher, verächtlich (Asche auf mein Haupt) darüber ausgelassen, das man anscheinend nicht mehr voll equipt losgeht, schäm, da wusste ich noch nicht das ich auch noch zur "Luise"(Trenker) mutiere. Und immer höher und sooo weiter, wenn man nur am luftholen ist, hilft diese unglaubliche Naturschönheit auch nicht weiter, ich dachte missmutig, das haste doch alles schon auf Postkarten gesehen, und ausserdem hab ich
Höhenangst :shock:
Stunden später, ich glaub wir haben den Rekord (im langsamgehen) gebrochen kamen wir dann endlich in el cercado an, immer noch keine Wolke am Himmel, wieder berghoch laufen, meine Füsse waren nicht mehr vorhanden. Dann endlich die ersehnte Bar, das essen, endlich sitzen, endlich , mit einem echt leckeren zumo und suuper leckeren queso de cabra mit marmelade, der Käse ist gegrillt, darauf die süsse Marmelade, einfach ein Gedicht. Dann noch atun, chueletas, und ein bischen leckere Suppe(für uns alle!!!) Draussen vor der Tür im Tran auf den Bus warten, eine rauchen, ich wurd langsam wieder zum Mensch(Fisch)Und Luise steck ich wieder in den Schrank, das alles überlasse ich gerne den anderen z.B. dem Gomerawanderer.
Im Bus dösend nach Calera geschaukelt, bei Carlos noch nen leckeren zumo, achtung meine Lieblingsmischung: fresa y pinia, dann die letzten Meter zum App geschleppt, mein Bett mit direkten Blick auf die Bucht, und adios, schlafen.
Nicht das ich nicht schon und gerne auf Gomera wandern war, aber diese Tour die hätte ich einfach 10 Jahre eher mal machen müssen, da kommt man an seine Grenzen und wenn die dann so eng gesteckt sind dann ist das nicht schön, ich weiss, das ich mir jetzt alles vornehmen könnte, wieder mehr Sport, rauchen aufhören aber so what, ich hab Urlaub.
In diesem Sinn, meine Lieben
hasta luego
Nemo

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BeitragVerfasst: 24.04.2007, 19:14 
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zwei kleine Fehler, die erimita heisst nur eremita de los reyes, und die Wanderer hier reisen alle voll equipt, Markenklamotten, Stöcke, usw.
Nemo

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BeitragVerfasst: 24.04.2007, 21:52 
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Einen kleinen Kompass, denke ich, habe ich tatsächlich im Kopf. Das ist angeboren und später auf Fahrten mit dem Rad durch Europa, ab Paddelboot bis zum eigenen Segelschiff tausendfach trainiert.

Als ich vor Ewigkeiten meinen Segelschein machte, gab es all den elektronischen Schnack ( den ich heute selbstverständlich nutze) noch nicht. Da musste man schon mit Uhr, Sextant, Tabellen und Kompass umzugehen lernen.

Heute: Gutes Kartenmaterial. Hab ich schon mal an anderer Stelle erklärt, vom Kanarischen Umweltministerium aus dem Internet, idiotische Arbeit, sich daraus elektronische und Papierkarten zusammenzubauen, aber heute sind sie fertig und auf den halben Meter genau.

Gutes Navigationsprogramm. Es gibt viele, auch gute, ich schwöre auf TTQV mit Pathaway. Funktioniert natürlich nicht so, dass mir ein Mann im Ohr zuflüstert: Demnächst nach links abbiegen ... in dreihundert Metern links abbiegen -- bitte jetzt links abbiegen.....

Gutes Astronomieprogramm. Für jeden Punkt der Welt sind für jede Minute, na sagen wir Stunde, alle Daten, die man braucht, verfügbar.

Und die Lust, sich mit den Dingen zu beschäftigen.

Und schon weiß man, was man wann bei Maria nicht sieht, was man bei Tambara wohl sieht. Ich meine in beiden Fällen "das".

@ nemo,
ich habe in den ersten Jahren auch gedacht, ach, hättest Du doch schon mal früher.... Bringt nix. Du bist nicht früher, ich bin nicht früher.

Als ich den Weg von La Viscaina nach El Cercado das erste Mal ging, war die geradeaus gehende Treppe noch nicht fertig, nach wenigen Schritten ging es rechts zwischen den Häusern hindurch und dann nach oben.
Ich habe damals auf diesem Weg gelernt, nicht immer nach oben zu schielen und von unten schon wissen zu wollen, wie es weitergeht. Sieht manchmal so aus, als ginge es nicht weiter. Ich habe beim Bergwandern immer zwei Ziele: den Weg und das Ziel.

Und was überläßt Du den "Luisens"? Doch nicht etwa das Wandern! Üben, vielleicht nicht gerade auf einer solchen Strecke. Geh mal, wenn der Wind nicht weht, von Las Hayas runter ins Tal!

Das "Ekwippment"? Marken müssen nicht nur SchickiMicki sein. Ich habe schon gern einen (zwei) Stöcke, die leicht, stark und in verschiedenen Längen gut fixierbar sind (weil es schon ein Unterschied ist, ob ich sie zum Bergaufschieben oder zum Bergrunterbremsen benötige), so was gibts für 9 Euronen bei Lidl (Schrott) oder für 70 bei Globetrotter.

Den Unterschied zwischen einem ALDI-Rucksack und einem von sagen wir Deuter merkst Du schon beim Packen, spätestens, wenn Du das Ekwippment dadrin plus mindestens 2 Liter Wasser einen Tag 900 Meter rauf und wieder runter gebuckelt hast. Von Schuhen, zu denen vernünftige Socken das Wichtigste sind, zu schweigen.

Ich brauche allerdings auf den Kanaren auch keine GoreTex-Jacke oder anderen "atmungsaktiven" Schnack, die sind nämlich alle gar nicht "aktiv" und funtionieren bei den Temperaturen ohnehin nicht.


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BeitragVerfasst: 24.04.2007, 22:22 
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@ gomerawanderer, aber die ganzen Sachen die Du da aufzählst, um die Berechnungen hast Du doch nicht mit. Oder bist Du mit dem Auto hinunter gefahren? Du hast ja auch einmal erwähnt, daß Du für länger unten bist?
@ nemo, ich bin neugierig, ob Du morgen noch immer der Meinung bist, daß sich die Anstrengung nicht gelohnt hat. Mir geht es nähmlich auch so wie Dir. Bin eher ein Auto-Wanderer. Da wir ja sowieso immer ein Leihauto brauchen, weil wir immer oben im Tal wohnen. Jetzt fahren wir meist irgend wohin und gehen dann oben die Wanderwege.

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Freundschaft ist eine Seele in zwei Körpern.
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BeitragVerfasst: 25.04.2007, 08:22 
Wandern ist sicherlich nicht jedermanns Sache - vor allem auf Gomera gibt es echt anstrengende Wanderrouten. Ich pflichte dem Gomerawanerer bei: Einfachere Wanderungen oder Spaziergänge sind sicherlich für den Anfang geeigneter als gleich nach El Cercado rauf.

Was man sich beim Urlaubswandern meiner Meinung nach aus dem Kopf schlagen sollte ist der Leistungsgedanke. Es sollte nicht darum gehen einen Weg in einer bestimmten Geschwindigkeit zurückzulegen oder Steigungen zu meistern, die soundsoviel Prozent haben. Ich weiß nicht, was ihr so vom Wandern habt, aber für mich ist es z.B. die Möglichkeit, mich in Einklang mit mir selbst und mit der Natur zu bringen. Ich bin (wenn es mir gelingt den Leistungsgedanken dahin zu verbannen, wo er hingehört, in den Winkel des Kopfes, der für Arbeit etc. reserviert ist) danach friedlich und ausgeglichen, mein Kopf ist leer und wieder in der Lage, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Mein Körper fühlt sich angenehm schwer und gleichzeitig leicht an.
Wenn ich mich irgendwelche Wege rauf oder runterprügele, nur um den Bildern, zu genügen (xy hat das auch geschafft - im Wanderführer steht fünf Stunden, das muss ich auch schaffen oder besser noch: unterbieten), dann habe ich all diese Wirkung nicht und bringe mich selbst um das Schönste.


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BeitragVerfasst: 25.04.2007, 20:43 
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@ Margit P.
Was ich „mitschleppe“, ist übersichtlich:
Übersichtskarte 1:50.000 vom Goldstadtverlag
Detailkarte des Wandergebietes 1:100, an Hand der SITCAN-Karte aus dem Internet selbst hergestellt, meist 4 Blätter 20x20 cm in Klarsichthülle
Kompass Recta Global System
Höhenmesser Casio
GPS Garmin Geko200 zum Tracken (Aufzeichnen) der Tour
PDA Medion 95000 mit elektronischer Karte und GPS, Beschreibung der Tour, evtl. aus mehreren Wanderführern, gleichzeitig Notizbuch, Wörterbuch, Bus- und Fährenfahrplan.
Handy, eingespeichert die Nummern der Unterkunft (in der ich immer sage, wo ich hingehe) und der Taxis
Kleines Fernglas 8x30
DV-Camcorder, 2 Digitalfotoapparate (einer fürs normale Leben, einer mit einer besonders guten Optik für Landschaftsaufnahmen aber leider s..mäßigen Antwortzeitverhalten), kleines Stativ.

Das alles zusammen wiegt übrigens weit weniger als früher nur die Spiegelreflex mit ihrem schweren Zubehör und passt, Handy und GPS am Rucksackschultergurt, mit Ausnahme der Digicam in meine „Bauch“-tasche.

Im Hotel/Apartement habe ich noch meinen Laptop, da ich mir angewöhnt habe, die Tageserlebnis gleich „zu Papier“ zu bringen, auch Fotos gleich zu archivieren, ggf. zu bearbeiten. Und da sind alle die benötigten Programme drauf.

(Der Laptop ist übrigens stets eine Freude für die Flughafen-Security in Berlin. Ich muss jedes Mal mit ihm zur Sonderbehandlung, die Tastatur wird sorgfältigst über einen Filter abgesaugt, brauch das schon nicht mehr selbst zu machen. Angeblich wird auf Sprengstoff kontrolliert.)

Früher gab es den ganzen elektronischen Schnick nicht. Da wurde zu Hause vorbereitet (heute auch) und die entsprechenden Bücher mitgeschleppt. Heute sind die Auszüge auf einer DVD und einer SC-Karte. Und die Sonnenuntergangszeiten hatte ich zu Hause errechnet und mir für jeden Tag aufgeschrieben. Die genaue Bestimmung des Wann und Wo hat mich erst interessiert, als ich die Lügengeschichten über bestimmte Sonnenuntergänge leid war. Da wollte ich es wissen.

Du musst auch bedenken, bis auf zwei oder drei „Wander“?-Wege, die uns zu riskant erscheinen und die wir auch nie gehen werden, und der Nordostecke der Insel, die uns nicht anspricht, haben wir jeden Weg und viele, viele Kilometer Asphalt unter den Füßen gehabt. Wir können uns heute voll auf die Schönheiten des Weges und der Insel konzentrieren, wenn wir was suchen, dann nur noch Schöneres als gehabt. Von daher gibt es auch keinen Leistungsgedanken, außer, dass man manchmal dann doch bis zu einer bestimmten Zeit wieder in bewohnten Gegenden sein muss, von denen aus es „nach Hause geht“.

Übrigens haben wir mit Ausnahme der ersten beiden Jahre in den ganz frühen Neunzigern kein Auto mehr gemietet und sind mit Bus, Fähre und Taxi prima zurecht gekommen; immer in Ufernähe gewohnt, und Umzug auf der Insel mit Taxi bzw. der Garajonay.

Längere Zeit auf der Insel? So wie noch vor 5 oder 6 Jahren, drei Wochen Tres Palmeras, zwei Wochen Hotel Gran Rey, drei Wochen Jardin del Conde, zwei Wochen Hotel Tecina, zwei Wochen in Puerto de la Cruz, machen wir nicht mehr:

Erstens für die Haus- und Gartenhüter doch eine arge Zumutung,
zweitens ein ewiger Umzugsstress – was wir schon alles haben liegen lassen und nicht gewusst wo –
drittens die leidige Frage der Klamotten – die Wäscherei gabs nur hin und wieder und dann so teuer, dass man die Wäsche hätte neu kaufen können –
viertens die Arztfrage; nach einer schlimmen Erkrankung bin ich auf regelmäßige Spritzen durch meinen Hausarzt angewiesen, da sind die Ärzte im Valle, so lieb und nett sie auch sind, nicht die Richtigen,
fünftens die Euronen; Gomera, die Kanaren sind sündhaft teuer geworden.

Vier Wochen reichen (nicht!!), und Umzüge gibt es auch nicht mehr.

Unser Forumskollege Folko hat auf seiner Internetseite Gedanken zur Vorbereitung und Durchführung eines Wanderurlaubes aufgeschrieben.


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BeitragVerfasst: 25.04.2007, 23:01 
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@ gomerawanderer, da sehen wir wieder einmal, wie verschieden wir Menschen sind. Für Dich ist der Urlaub in La Gomera dazu da, um recht schöne Flecken der Insel zu erobern. Deine Vorbereitungen dazu machen auch sehr viel Aufwand. Die sich dann, wenn Du Deine auserwählteen Ziele erwandert hast, natürlich auszahlen. Meine Vorbereitungen beschränken sich darauf, meine Kleidung einzupacken und das ist nicht viel. Bei meiner Vermieterin habe ich seit Jahren einen Karton untergestellt, wo Spiele, Regenkleidung, Wanderschuhe, CD-Player ect. drinnen sind. Ich sehe es schon als Erholung, wenn wir am Aben auf der Terasse sitzen, neben uns die Palmen in den Himmel ragen. 2mal in der Woche einen Ausflug und etwas spazieren gehen.
Dann noch davon träumen, das dieser Zustand nie aufhört.
Aber so professionel, wie Du alles berechnen kannst, zu bewundern, ich habe noch keinen Menschen kennen gelernt, der so exakt zu allen Tourenfragen auf der Insel so schnelle und Exakte berechnungen aufstellen kann. Dazu nur meine Hochachtung. :respekt_2

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