gomeracafe

das Forum rund um die Kanareninsel La Gomera
Aktuelle Zeit: 08.01.2009, 04:55

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 22 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Salto di Agua
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 10:26 
Der Einstieg für die Wanderung erfolgt an der Brücke nach El Guro.
Von dort geht es weiter, immer am Bachbett entlang den schmalen Barranco hinauf.
Es ist schon eine abenteuerliche Wanderung hinauf zum Wasserfall, man musste öfters
von einer Seite auf die andere wechseln, oder auch über große Steine hinweg klettern.
Ich war einige Mal für die helfende Hand von Nickolsen dankbar, als ich Mühe hatte über einen großen Stein zu kommen oder das Bachbett trockenen Fußes zu überqueren.
Bin nämlich nicht die Größte und musste mich oft strecken.
So nach einem Drittel des Weges lag dann noch eine tote, von Maden zerfressene Ziege im Bachbett. Kein schöner Anblick, doch Nickolsen war fasziniert von dem Kadaver.
Einmal musste ich sogar auf allen vieren durch ein Tunnel im Schilff kriechen und das letzte Stück zum Wasserfall mussten wir dann noch durch Kniehohes Wasser waten.
Dort angekommen bot sich der grandiose Blick auf den Wasserfall der in diese Höhlenartige Schlucht stürzte.
Nach einer kurzen Stärkung, bei der sich Nickolsen in der Finger schnitt und ich ihn noch verarzten musste, gings dann wieder zurück durch das Bachbett und dann kurz entlang des Bergrückens mit schönem Blick auf die kleine Schlucht.
Dann wieder ein Stück Bachbett und danach wanderten wir den Camino entlang nach El Guro. Wir konnten die ganze Schlucht überblicken an diesem schönen, sonnigen Tag.
Zum Abschluß gönnten wir uns dann noch ein kühles Dorada in Carlos Zumeria.
Eine schöne kleine Wanderung mit Klettereinlagen.

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meinem Wanderführer Nickolsen bedanken.
Es war unsere erste und zugleich letzte Wanderung.
Er ist jetzt glücklich mit einer anderen, that’s life. Ich wünsch ihm alles Gute und bedanke mich für die zwei Wochen, in denen er sich nett und freundlich um mich gekümmert hat.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 10:36 
Vielen Dank für den schönen Bericht, Annette.
Ich habe mit dem Wasserfall noch eine persönliche Rechnung offen, dieweil er mir meinen Daumen gebrochen hat, früher, in der Altvorderenzeit.
Die Passage unter den Dornenhecken ist auf dem Rückweg richtig fies, wenn man einen Rucksack auf dem Rücken hat. So tief kann man sich gar nicht bücken...


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 10:40 
Orlando hat geschrieben:
Die Passage unter den Dornenhecken ist auf dem Rückweg richtig fies, wenn man einen Rucksack auf dem Rücken hat. So tief kann man sich gar nicht bücken...

:sm_03
Annette, vielen Dank!( vor allem weil jetzt endlich meine Neugier gestillt wurde!)


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 11:23 
Annette sehr schöner Bericht. Danke dir. Hoffe, dass ich den Weg auch irgendwann einmal klettern kann.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 12:12 
Annette, da hast Du ja gleich zwei Wege beschrieben - einen Wanderweg und einen persönlichen. Danke für den Bericht und danke, dass Du uns an beiden Wegen hast teilhaben lassen! :bussi


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 21:55 
Offline
...nicht mehr so ganz neu hier
...nicht mehr so ganz neu hier

Registriert: 14.11.2006, 20:56
Beiträge: 130
Wohnort: MeckPom
Der Wasserfall bzw. der Weg dorthin gehört auch zu den unendlichen Geschichten, die uns La Gomera schrieb.

Also, in den ersten Jahren wollten wir da gar nicht hin, weil alle dahin pilgerten. Dann haben wir einige Anläufe über El Guro unternommen, sind da aber vor lauter Begeisterung und Fotografierei nicht über den „Guanchen“ hinausgekommen. Aber irgendwann konnte man gar nicht riskieren, bei Nachfragen nach dem besten Weg zuzugeben, dort noch gar nicht gewesen zu sein.

Also den Barranco hoch bis zur Treppe El Guro/Los Reyes. Ein Mensch mit einem großen Plastiksack Hausmüll kommt von Los Reyes, klettert vor uns die Treppe zur Straße hoch und entleert sich in den aufgestellten Containern. Wer so viel Müll durch die Gegend trägt, muss sich auskennen, und so wurde er nach dem „besten“ Weg befragt. Ein Bayer!

Wie zu erwarten, verwarf er alle bekannten Wege, wies auf den Lavagrußhaufen an der Palme mit dem traurigen Schild „Wasserfall“, über die Brücke und dann direkt danach rechts runter und durch das Bachbett hoch. Es floß, vor allem unten, recht wenig Wasser, und so kam man trockenen Fußes bis zum großen Felsen, rechts an der Wand die sechs Meter Wasserrohr (bei Steuer beschrieben, die schon so viele zur Verzweiflung gebracht haben). Auf dem großen Felsen hatte jemand eine Steinpyramide errichtet, was heißt Pyramide, es war ein einzelner Stein auf einem einzelnen Stein auf einem einzelnen Stein……
Foto (Gottlob)!

Weiter durch das Bachbett, mal mitten drin von Stein zu Stein, mal am linken, mal am rechten Ufer, durch Dornenbüsche und den bambusartigen Schilf.

War ganz schön was los auf der Strecke, reger Besucherverkehr, etwas stutzig wurden wir, als uns ein entgegenkommendes Paar fragte, ob es noch weit zum Wasserfall wäre. Wo die wohl herkamen? Über weite Entfernung Holländisch, Latschengeklapper.
ER: Zal ik je helpen?
SIE: Ik kan het alleene.
Er: Vater in Turnschuhen.
SIE. Vielleicht 9 Jahre, Kleidchen und Plastikbadelatschen, hüpft von Stein zu Stein.

Endlich am Wasserfall, sehr wenig Wasser, das fallen konnte, ein paar rastende Pärchen und die Wasserfallkatze, die dort zu wohnen scheint und prächtig ernährt wird.

Rückweg. Am großen Felsen war kein Stein mehr auf dem anderen, man fragt sich, mit welcher Energie Idioten da herumkrauchen um so ein Werk zu zerstören.

Am Wasserrohrstück dann links hoch, der Weg schwingt sich durch blockiges Gestein, und plötzlich steht man auf einer breiten Terrasse, aufgelassene Felder, Ziegen in provisorischen Stallresten. Hier oben ist gut Weile haben. Am jenseitigen Barrancoufer ist die Stelle, wo es über die großen Blöcke, deren jeder eine gelbgrüne Markierung und den Hinweis auf El Guro trägt, nach El Guro geht. Herrlich zu sehen, wie sie dort runterkommen und wieder raufgehen.

(Es ist einer unserer Lieblingsplätze auf La Gomera geworden: Schatten von den hohen Bäumen ( Mango?), Lesen (ich), Yoga-Übungen (meine Frau) Sonne, wenn man will, die Aussicht direkt unten in den Bachlauf, den die Wanderer hochkommen, und vor allem der Auf-/Abstieg von und nach El Guro. Da beginnt das Leben: Kinder aus dem Haus, der Hund tot…..

Irgendwann mussten wir uns losreißen, sind wieder heruntergegangen und den Bachlauf wieder bis zur Brücke unten in El Guro.
Schönes Arbeiten!

Im nächsten Urlaub wieder zum Wasserfall, diesmal oben durch El-Guro, nicht durchs Fotografieren aufhalten lassen. Rückweg wieder über den schönen Rastplatz und dann links am durch einen Steinschlag zerstörten ehemaligen Wasserkanal entlang. Es geht nach links um die Rippe, unten liegen die Häuser unter dem roten Rücken. Der Wasserkanal wird immer zugemüllter, welcher Idiot schafft seine alten Betten hier nach oben in das Wassergerinne?

An einer Stelle liegen ehemalige Bienenstöcke, die Bienen haben noch nicht ganz begriffen, dass es mit dieser Wohnung wohl nichts mehr ist und schwirren in Scharen, egal, wir tun denen nichts, sollen die uns auch nichts tun (eine aber hat doch).

Die Wasserrinne wird immer erdiger, hört auf, nur noch eine kleine eiserne Wasserleitung, dann hört auch der Weg auf und man schlängelt sich zwischen Opuntien und Büschen weiter. Unten liegt die Straße, keine 40 Höhenmeter, aber da kann man sich nicht runter trauen, loses Gestein, hohe Stützmauer. Also Höhe halten, die Straße steigt ja, irgendwann sind wir ja bestimmt in Los Granados….. Hoch zu einem Wasserreservoir gearbeitet, da geht ein Weg – denkste.

An der Straßenmauer anfangs Los Granados haben wir endlich die Straße erreicht – Berg Heil! Aber eigentlich sind wir bescheuert. An den Bienen zurück wollte aber auch keiner vorbei.

Im nächsten Valle-Boten gibt es eine hämische Beschreibung von Klaus Heinrichs, wie auch die „Schabeltässler“, ohne über Kühns Terrasse trampeln zu müssen, bequem zum Wasserfall kommen.

Einen Winter lang geärgert, im nächsten Urlaub diesen Weg genommen. Kaum hat man den Wasserkanal erreicht, steht da auf einem großen Felsblock in Riesenlettern: „Abstieg“. Es war niemand da, aber wir hatten trotzdem rote Ohren! Aber diese Terrasse wurde zum Lieblingsplatz.

Bild

Der Weg zum Wasserfall wird gern als Einstiegstour bezeichnet. Da gibt es leichtere und ungefährlichere! Bei gutem Wasserstand ist das an etlichen Stellen eine nasse, rutschige und saugefährliche Sache. Im letzen Jahr trafen wir einen Apartmentnachbarn bei Doktor Weber wieder: in einer „Bambus“-Passage hatte er den Untergrund nicht richtig gesehen, war auf das Geäst getreten, der Bambus lag hohl, brach und das Zeug federte und haute ihm einen schönen Winkel in den Oberschenkel. Der Wanderurlaub war gegessen.

Tamara: Durch den Bach gehen, nicht oben rum, gut knöchelhohes Schuhwerk ( ich schwöre da auf meine Meindl, auch wenn sie schwer sind), auf Geäst und Steine erst treten, wenn Du Dich von ihrer Festigkeit und sichern Lage überzeugt hast – dann kannst Du der Katze am Wasserfall auch ein Stück Thunfischbrot geben.

Es sind noch 27 Tage.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 22:09 
gomerawanderer hat geschrieben:

Im nächsten Valle-Boten gibt es eine hämische Beschreibung von Klaus Heinrichs, wie auch die „Schabeltässler“, ohne über Kühns Terrasse trampeln zu müssen, bequem zum Wasserfall kommen.

Und wieder ein Grund bei Nennung des Valleboten zornesrot anzulaufen!

Danke für dieen netten beitrag!


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 22:15 
gomerawanderer hat geschrieben:
ich schwöre da auf meine Meindl, auch wenn sie schwer sind
Ich bin nicht der einzige mit Monstermeidls auf der Insel! :b020 Ortler?

Vielen Dank für den Beitrag, gomerawanderer! Ich freue mich immer sehr, wenn ich von Dir lesen kann.

(Übrigens frisst die Katze auch gekochte Kartoffeln.)


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 22:21 
Orlando hat geschrieben:

(Übrigens frisst die Katze auch gekochte Kartoffeln.)

Du nimmst gekochte Kartoffeln mit auf eine Wasserfallwanderung???? :shock:


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 22:25 
la rana hat geschrieben:
Du nimmst gekochte Kartoffeln mit auf eine Wasserfallwanderung???? :shock:
Wenn man mit gebrochenem Daumen im Knick liegt, ist man froh um jeden Happen.
Aber Spaß beiseite, warum denn nicht? Wenn welche übrig sind...


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 22:33 
Orlando hat geschrieben:
Wenn welche übrig sind...
...kriegen die die Hühner! ich weiss :offtopic: :Bolt


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.04.2007, 23:44 
Die Katze ist hier gar nicht :offtopic: . Sie gehört zu der Wasserfallwanderung. Ein schönes, gesundes Tier mit schwarzem und weißem Fell, sehr gepflegt. Und mit einem ganz eigenwilligen Appetit. Frisst offenbar alles, was man ihr gibt: Thunfisch, trockenes Brot, Eier, Kartoffeln, ...


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.04.2007, 07:53 
Offline
...nicht mehr so ganz neu hier
...nicht mehr so ganz neu hier

Registriert: 14.11.2006, 20:56
Beiträge: 130
Wohnort: MeckPom
Nein, ISLAND, noch mit festem Goretex-Einsatz.
Der Schuh hat im Zehenbereich eine Schutzkappe, mein Schuster hatte zu tun, die etwas aufzuweiten.
Für "leichte" Touren bevorzuge ich einen Schuh von The North Face.
Zu den Katzen auf La Gomera mach' ich mal einen Threat auf.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.04.2007, 08:16 
gomerawanderer hat geschrieben:
Der Weg zum Wasserfall wird gern als Einstiegstour bezeichnet. Da gibt es leichtere und ungefährlichere!


Das ist auch meine Meinung.

Die Wasserfalltour war - da "Einstiegstour" meine erste Tour am 3. Tag meines ersten Aufenthalts auf Gomera. Ich war weder nicht richtig innerlich angekommen, noch wusste ich, was mich erwartet.

Gefühlsmäßig musste ich dann aufpassen, dass diese Tour nicht zum Uberlebenstraining mutierte, ich war ohnehin unsicher und dann noch querfeldbarranco zu gehen, das hat mich etwas unwohl fühlen lassen.

Ich finde die Wasserfalltour sehr schön, würder aber für die allererste Gomerawanderung etwas Gemütlicheres empfehlen, wie etwa den Spaziergang, den la rana mal hier reingestellt hat.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.04.2007, 20:48 
Bin diesen Weg an meinem letzten freien Tag auf Gomera gelaufen. Leider habe ich es nicht ganz geschafft, weil meine Schuhe, obwohl sonst sehr zuverlässig und wunderbar, auf Wasser nicht besonders gut reagiert haben. Zwar ist es mir sehr schwer gefallen, aber der Verstand hat (ausnahmsweise mal) über das Gefühl gesiegt und ich bin , zwar etwas traurig, aber wenigstens mit heilen Knöcheln wieder in mein gomerisches Zuhause zurückgekehrt.
Für Tambara wird es in diesem Sommer noch zu früh sein, aber vielleicht geht ja diesmal jemand mit mir ganz bis zum Wasserfall. Alleine und klein kann ganz schön blöde sein.


Nach oben
  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 22 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

0 Mitglieder


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Style based on FI Subice by phpBBservice.nl
Hosted by iphpbb3.com
Beliebteste Themen: Reise, Urlaub, Erde

Impressum