@ Anna,
Du wolltest Anregungen und Tipps haben, was Ihr auf Gomera unternehmen könnt. Das ist schwer zu beantworten, wenn man den Ratsucher und seine Interessen nicht kennt.
Kauft Euch jetzt und arbeitet durch:
einen guten Reiseführer. Der umfassendste ist m.E. der von Izabel Gawin im Know-How-Reiseverlag.
Kauft Euch einen guten Wanderführer, Goldstadt oder Rother.
Kauft Euch eine gute Karte (Goldstadt!!)
Gomera ist vielseitig. Fangen wir mal mit dem Baden an: In La Calera gibt es die Playa, direkt an Straße und Strandpromenade. Zur Zeit viel Sand, wie man sehen kann. Du kannst Dir den Strand ansehen:
http://radioclm.com zeigt genau den Abschnitt an der Playa, die beiden Links auf der Seite zu Vueltas zeigen den „Strand“ am Hafen.
Gehörst haben wirst Du vom Playa del Inglés. Windig, starke Strömungen und Brecher, z.T. FKK-genutzt, wovon ich Dir abraten sollte, da viele Inselbewohner das nicht so gern sehen.
Dann lerne doch mal die Ortsteile im Valle kennen: Gutes Schuhwerk an, bis zur Tankstelle laufen. Direkt gegenüber der Tankstelle eine Steintreppe hinunter in den Barranco, dort nach links und immer der Nase nach. Wo der Weg aufzuhören scheint, geht rechts eine Treppe in Kehren nach oben zum Vorplatz der Ermita de los Reyes. Kleine Rast, und an der Kirche vorbei immer weiter, bis irgendwann der Steig in eine Asphaltstraße mündet. Dieser Straße folgen, eine Gabelung nach links auch links liegen lassen. Der Straße auch dann folgen, wenn sie eine scharfe Kehre nach rechts macht (oder genau in der Kehre auf einem Treppenweg durch den Ortsteil). Ruhig die Straße zu Ende gehen, dann gelangst Du auf die Hauptstraße. Dort ist auch eine Haltestelle, wo Du den Bus ins Tal zurück nehmen kannst.
Durch Borbolan oder Vueltas, vor allem hinter den Hauptstraßen und Treppen rauf und runter, schon kriegst Du eine Menge des originalen Lebens mit. La Calera bis in die verzweigtesten Winkel und Spitzen: ein Genuss.
Wenn Ihr wandern wollt und Euch das allein noch nicht traut, mal bei Timah an der Puntila vorbeischauen. Die machen einmal in der Woche einen Einführungsabend im Hotel Gran Rey (pünktlich sein!) und stellen ihre Touren vor. Wenn Ihr allein geht: guten Wanderführer (Goldstadt, Rother Wanderführer) kaufen, den Wirtsleuten Bescheid geben, wo es hingeht, Telefonnummer fürs Handy und den nötigen Respekt vor den Bergen und dem Klima.
Und wenn Ihr allein gehen wollt, einige Vorschläge:
Mit dem Bus nach Arure, Haltestelle Acardece, am Stausee entlang bis nach Las Hayas, vielleicht bei Doña Efigenia essen (dauert!, gilt aber in manchen Kreisen als Kult. Die betagte Dame, so sie noch lebt, ist selbst Kult, sie rechnet noch alles in Peseten und hat zum Umrechnen einen kleinen Taschenrechner.), dann weiter runter in den Barranco und rauf nach El Cercado, mit dem Bus zurück.
Mit dem Bus nach Arure, über den Mirador an der Ermita del Santo und die Hochfläche La Mérica hinunter nach La Calera.
Mit dem Bus bis zur Degollada de Peraza, von der Aussichtsplattform runter nach La Laja, von dort wieder rauf bis zum Roque de Agando, von dort mit dem Bus zurück ins Valle.
Mit dem Bus zum Roque de Agando, vom Waldbranddenkmal runter nach Benchijigua und von dort linksseitig den Barranco de Benchijigua runter bis nach Playa de Santiago, von dort mit der Garajonay ins Valle.
Wenn Ihr nette Wirtsleute findet, helfen die Euch mit den Zeiten, die Ihr für den Rücktransport mit Bus oder Schiff parat haben müsst. Das Touristenbüro in La Playa ist dazu kaum in der Lage. Aber Ihr könnt es auch im Reisebüro La Paloma versuchen, die sind sehr hilfsbereit.
An der Rezeption im Hotel Gran Rey bekommst Du auch Informationen, an welchem Abend dort ein Film über La Gomera (nicht dieser unsägliche Encantada!) gezeigt wird oder wann dort ein Vortrag zu den Meeressäugern erfolgt. Sind kostenlos.
Infos zu den Meerestieren gibt es auch im Club del Mar in Hafennähe. Dort residiert auch Klaus Heinrichs (Capitano Claudio) mit seinem „Valle-Bote“. Das neueste Exemplar kaufen (im Mai wahrscheinlich schon die Nr. 55, oder die 54), nicht alles ernst nehmen.
Enthält auch Informationen zur Gastronomie, aber Vorsicht: erwähnt werden nur die, die auch inserieren. Und das tun nun mal nicht alle, und manche, die es tun und empfohlen werden, haben das wirklich nicht verdient. Sehr empfehlen kann ich das Poco Loco in Borbolan, Treppenweg neben dem Spielplatz, geht man direkt drauf zu. Bestes Futter, extrem nette Bedienung. Ich esse in jedem Urlaub mehrfach auch bei Sebastian oben in La Calara. Ist nicht jedermanns Sache, da die Bedienung/Wirtin? schon manch einem auf den Schlips getreten hat. Ist etwas rau, die Dame, aber es gibt exzellentes Futter.
Mit einem Leihwagen könnte man zwei Tage mal die Insel durchstreifen. Fürs Wandern halte ich ihn für weniger geeignet, da man immer an den Parkplatz zurück muss. Der öffentliche Nahverkehr ist nicht üppig, aber fast alles erreichbar (wir machen jede Wanderung mit Bus und Garajonay-Express, und wir sind fast alles gewandert).
Was noch: einen (halben) Tag San Sebastian. Den in jedem Reiseführer gepriesenen Wochenmarkt auf der Plaza gibt es nicht mehr, ist jetzt im Souterrain eines Supermarktes – lohnt nicht!! Aber sonst durchaus sehenswert.
In Vallehermoso ( das ist jetzt gemein, denn Vallehermoso zieht sich über die ganze Insel hin und ich meine jetzt Argaga, also direkt neben dem Hafen in Vueltas) gibt es den Tropischen Fruchtgarten. Seht mal auf die
http://www.fruchtgarten.com/ger. Ist interessant - aber teuer. Und bei den angebotenen Kostproben liegt die Betonung auf „Proben“, so wird z.B. eine Banane für acht Leute in der Führung in mundgerechten Stücken (einem!) gereicht. Nicht glauben, man spare eine Mahlzeit.
Nichts sagen kann ich zu Kneipen und der Szene: Kommen wir nicht mehr rein (zu zweit zusammen über 135 Jahre), gehen wir nicht hin. Aber junge Leute finden da leicht das Richtige raus.
So, und wenn Ihr nur einen Teil der obigen Vorschläge umgesetzt, habt Ihr die Insel etwas kennen gelernt und „Material“ für unendlich viele Wiederkommen.