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 Betreff des Beitrags: Mit dem Roller über die Insel
BeitragVerfasst: 31.05.2007, 20:22 
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Registriert: 16.03.2007, 15:09
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Hi, ich mach mal nen neues Thema auf, weil der liebe Hausmeister es garantiert verschieben würde, wenn ich es im "neulich im valle" reingesetzt hätte. Viel Spaß beim Lesen
Nemo
Ausflug mit dem Roller über die Insel

Eines Morgens an einem wunderschönen Tag auf unserer Lieblingsinsel, knallblauer Himmel, singende Vögel und angenehme Temperatur, wollten wir dann mal aus dem Valle raus. Wir packten unsere wärmsten Klamotten ein, die gute „the north face“ Allroundjacke mit Innenvlies, Proviant und Wasser, (man kann ja nie wissen), setzten uns auf die Fahrräder und rollten in einem Affenzahn nach vueltas, das macht echt viel Spaß, blöd ist das man ja irgendwann wieder nach calera hoch muss.

Dann rein ins Alofi und einen Roller geliehen,
„habt ihr denn Rollererfahrung“ wurden wir gefragt
„Gomera ist nicht grad die richtige Insel um damit anzufangen..“
„ja,ja haben wir“, ich muss gestehen, das ich auf Gomera das erste Mal Roller gefahren bin, allerdings die ersten Tage nur im Tal, dann hab ich mich erst hochgetraut, wie dem auch sei, wir bekamen den Roller, auf unsere dezente Anfrage, ob er es denn schafft uns beide den Berg hoch zu schaffen, lachte der freundliche Vermieter, und sagte das wär kein Problem, ich glaube ich hatte schonmal erwähnt das ich geschätzte 10kg(eher 15) zuviel mit mir rumschleppe, und zur Zeit keinem WW –Programm angehöre?
Gut, wir also die Helme aufgesetzt, die Jacken zugemacht, zahleiche Lüftungsschlitze verschlossen, ich nenn sie liebevoll, meine Abijacke, meiner Meinung nach braucht man Abitur um sie zu verstehen, zahlreiche, Lüftungsmöglichkeiten, Taschen, Reissverschlüsse, Klettverschlüsse, nach Jahren entdecke ich immer was neues, ich hab ja auch kein Abi, und wenn ich dann wiedermal in einen Lüftungsschlitz irgendwas reingesteckt hatte, dann und nur dann kam darüber leise Reue auf.

Wir setzten uns auf das Gefährt und schon gings los, ich durfte fahren, meine Schwester hinter mir, und dann schraubten wir uns langsam den Berg hoch, und richtig die PS reichten aus, wir bretterten am Friedhof vorbei, immer wieder schön der Anblick in den Innenhof, ich finde die viel schöner als die Friedhöfe bei uns, all diese Blumen, es ist ein trauriger Ort, hat aber dort etwas versöhnliches für mich.
Dann schon bald der erste Tunnel, ich hatte nen bischen Schiss, hatte mir doch in einem anderen Urlaub, ein Touri erzählt wie er mit seiner Enduro über einen Stein gefahren war, und dann samt der Maschine gestürzt ist, man sieht einfach nichts mit den kleinen Lampen, aber ich wurde positiv überrascht, es gibt „neuerdings“(seit den letzten 7 Jahren), inzwischen Wegesrandmarkierungen im leuchtenden weiss, das half schon eine Menge.

Den zweiten namen wir dann mit Bravour, vor der Bodega machten wir dann erstmal ne Pause und schauten ins Tal herunter, traumhaft wunderschön, meiner Meinung kommt man mit Sprache nicht weit um das auszudrücken.
Oder der Weiler von Arure, grandios, einfach. Hier oben wehte ein kalter Wind, in kräftigen Böen, und im stillen dachte ich, das unser erstes Ziel alojera, vielleicht nicht die beste Wahl ist. Dann machte meine Schwester noch ein „bezauberndes“ Foto, ich mit Helm und dick bepackt auf dem Roller, gaaaanz toll, als ich das hier in Bi gesehen habe, ist es direkt in die Tonne gewandert, das sind einfach zuviel Gegensätze, diese Natur und dann darin ICH, das hält kein Mensch aus, und da wir noch steinzeitlich echte Fotos machten, bin ich mir auch sicher das es nicht irgendwo in den Weiten des Netzes auftaucht, hihi.

Durch Arure Ri chorros de epina, an nett grüssenden Bauarbeitern vorbei, ging es dann ab in den Wald, und gleich umfing uns ein wunderbarer Geruch, ich fuhr nicht schneller als 40km/h, denn die Windböen wurden immer stärker, und meine Finger immer kälter(das nächste Mal nehme ich Handschuhe mit). Aber das störrte uns nicht, es war so schön, nach jeder Kurve ein anderes Bild, so vertraut, war ja nicht unser erstes Mal, aber man kann nicht genug davon haben, schwierig waren nur die Busse, die auf einmal hinter uns auftauchten, und kein Seitenstreifen, keine Möglichkeit ihn schnell vorbei zu lassen, endlich sah ich ein kleinen Schotterfleck und bin dann auf den draufgefahren, und bei dem Manöver hätten wir uns dann beinah hingelegt. Aber eben nur beinah!!! Dann die Abzweigung nach alojera, hier wurde es dann ganz doll windig, inzwischen war ich über jedes Kilogramm meines Körpers glücklich, mit mir als Wuchtbrumme würde es uns nicht von der Strasse wehen!!!!
Endlos zog sich die Strasse in langgeschwungenen Kurven hin, dann waren wir angekommen, ein wunderschönes Tal mit zahllosen Palmen, einer schmalen Strasse und keine Menschen, wir waren ganz alleine unterwegs bis... nach einer Kurve ein Bagger direkt vor uns stand!!! Die Strasse wurde neu gemacht, ich machte ne Vollbremsung, wir warteten geduldig und wieder nach einigen „holas“
fuhren wir weiter. Zum playa, dort angekommen, parkten wir den Roller direkt vor der Mülltonne und gingen zu Fuss in den „Ort“ rein. Treppenstufen führten uns an einem Restaurant vorbei, liebevoll gedeckte Tische direkt auf der Treppe, drinnen sass die camarera und guckte Fernsehen.
Dann noch ein paar Stufen und wir waren am Strand angekommen, linker Hand, das brisas del mar, von lee ja schon ausführlich beschriebenes Restaurant, und an einem Tisch sassen 3 Personen, das wars, absolut ruhig, einige in der Sonne dösenden Katzen, das sanfte Meeresrauschen. Wir setzten uns an einen Tisch, bestellten cafe con leche, und dösten einfach mit. Mein kapitalistisches Gen, dachte darüber nach, wie das andere kleine Resto es wohl schafft, ohne den Meeresanblick, ich beobachtete das noch eine kleine spanische Reisegruppe, auch einfach an dem anderen vorbei ging, die camarera guckte wahrscheinlich immer noch Fernsehen, während es in der brisa doch ein wenig, aber immerhin voller wurde.
Egal, nach dem cafe, zogen wir uns wieder alpenwintermässig an, und los gings. Den gleichen Weg wieder zurück, bis Arure, eigentlich wollten wir weiter nördlich fahren, aber der Wind war so stark, ich dachte mir das es im Südwesten vielleicht besser wäre. Wir fuhren dann über Arure durch las hayas, el cercado, chipude, am fortaleza vorbei, ich war echt beeindruckt wie viel restauriert, und vor allen Dingen die plaza , blitzblank, riesengross, und die Kirche macht ihrem Namen alle Ehre: Iglesia de la Virgen de la Candelaria!!!!!!!!!!!!!!!!!
Weiter gings nach la dama, ich hatte bis dahin la dama immer nur vom Meer aus gesehen, auf einer zum Meer hin abfallenden Anhöhe, diese mit Plastik überzogenen Plantagen. In weiten Kehren windet sich die Strasse herunter, und auf einmal ist man mitten drin, man erkennt es an den Laternen, wie an einer Schnur stehn sie aufgereiht, alle ?m eine, langsam rollerten wir an den Plantagen vorbei, zwischendurch Häuser, und abzweigende Wege die direkt Ri Meer führten, das sah für mich so aus, als wenn man da dann irgenwann die Klippe herunterfällt, wir blieben auf der Hauptstrasse, kamen an einem supermercado, einem Resto vorbei, und kein Mensch weit und breit, noch nicht einmal Katzen, aber endlos Bananen. La rajita, uns auch nur vom Meer aus bekannt, wollten wir uns dann auch ansehn, erfreut stellten wir fest das die Strasse geterrt ist, aber dann nach einer Kehre hörte es abrupt auf, wieder die Schotterpiste und ein keine Banden mehr am Strassenrand, erschrocken hielten wir sofort an, ich drehte und wir fuhren im Schnelltempo wieder den Berg hoch. Auf dem Rückweg haben wir dann noch die Strassenlampen gezählt, aber es waren zuviele, dann wieder den gleichen Weg zurück ins valle. Nochmal Zähneklappern beim Durchqueren der Tunnel, nach jeder Kehre einen Lüftungschlitz nach dem anderen öffnen und schon brausten wir bei carlos vorbei Ri Alofi, vorher schnell noch tanken. Dann mit dem Fahrrädern, die Jacken im Rucksack verstaut, nach la playa, bei Maria ein dorada geholt, aufs Meer gestarrt, der Blick wandert langsam rüber an die Kurve der Promenade, und ????????!!!!!!!!! Die gleichen Laternen wie in la dama, wie vermutlich überall auf der Insel, nur das muss ich leider sagen, das sie in la dama exakter aufgestellt sind, da ist jeder Abstand gleich.
So das wars, für heute.
Nemo

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BeitragVerfasst: 01.06.2007, 17:03 
Vielen Dank für Deine Rollersafari, Nemo! :happy: Freut mich sehr! Und ich verschiebe sie auch bestimmt nicht.
In La Dama habe ich auch mal eine nette Geschichte erlebt, die schreib' ich vielleicht denächst mal auf.
Wie warst Du denn mit dem Roller von Alofi zufrieden?


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BeitragVerfasst: 01.06.2007, 17:22 
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Piratenlegende
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Genau das richtige gegen meine Depressionen! :thumbup:
Vielen lieben Dank nemo! :bussi

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de corazon-desgarrador-despiadadamente
Vivan los Piratas!Bild


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BeitragVerfasst: 01.06.2007, 17:31 
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Beiträge: 130
Wohnort: Frankfurt/M
Danke liebe Nemo :bussi

Ich habe mich köstlich amüsiert. Zwei mal sogar laut aufgelacht. Mir gefällt deine Art zu berichten ausgesprochen gut. Es ist sowohl inormativ als auch unterhaltsam. Ich würde mich freuen, wenn da noch mehr solche Berichte aus deiner Feder (Taste?) hier reinschneien würden. Danke :-D

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Juanita


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BeitragVerfasst: 01.06.2007, 21:20 
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Wohnort: Wien
Super erzählt! Ich habe mir ja gleich gedacht, daß Ihr nicht nur die Wanderung zum Wasserfall gemacht habt. Das war aber sehr viel, was Ihr Euch an einem Tag angesehen habt. Bild

_________________
Freundschaft ist eine Seele in zwei Körpern.
(Aristoteles) Bild


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BeitragVerfasst: 02.06.2007, 00:04 
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freu mich das es euch gefallen hat, vielleicht bald mehr :-D
@orlando, der Roller war in Ordnung, alles top, hatte nicht die beste Strassenlage(ist eh bei Rollern nicht so einfach, aber der war eher im unteren Segment) aber sonst voll ok.
@Margit, ich war dies Jahr gar nicht am Wasserfall, ich habe über die Wanderung nach el cercado geschrieben :-D , aber ist schon länger her.
Juanita, pirat, danke und das für euch alle :heart:
Nemo

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