Unbeantwortete Themen | Aktive Themen
| Autor |
Nachricht |
|
Juanita
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 25.11.2007, 21:10 |
|
 |
| ...nicht mehr so ganz neu hier |
 |
 |
Registriert: 18.04.2007, 09:10 Beiträge: 130 Wohnort: Frankfurt/M
|
Juanita geht aus
Uff, seufzte sie erleichtert, schmetterte ihr Rucksack auf das aufgewühlte Bett und betrat das Badezimmer. In Anbetracht der Tatsache, dass sie noch vor fünf Minuten den ganzen Berg von Playa nach Calera auf ihrem Beachcruiser hechelnd und aus allen, aber wirklich allen Poren schwitzend rauf geradelt kam, erschien Juanita die sonst so schäbige und abgenutzte Dusche wie der Himmel voller Geigen., wie eine Oase mitten in der Sahara, wie der bis auf die Decke mit Juvelen und Gold gefüllter Sesam..
Für eine Weile stand sie wie gebannt vor dem einst farbenfrohen, jetzt denzent pastellfarbenen Vorhang, bevor sie sich hastig die pitschnassen, heißen Kleider vom Leibe zu reißen begann. Nun war die Dusche jetzt an der Reihe wie gebannt zu starren, denn so eine Aktion bekam sie wenn überhaupt, dann nur sehr, sehr selten zu sehen.
Nicht jedoch Juanita. Es kam schon mal gelegentlich vor, dass sie hocherhitzt und hechelnd sich aus ihren Klamotten rausschälte, aber an diesem Tage brach sie alle Rekorde und mit einer Stoppuhr und einem Zeugen hätte sie sich mit dieser speziellen Aktion einen Eintrag in Guiness Buch der Rekorde ganz sicher verdient. Sie schrie vor Schreck und lachte vor Freude, als die erste eiskalten Strahlen ihren Körper erreichten.
Nach der Dusche wickelte sie sich in ein Strandtuch ein, ging auf den Balkon und lehnte sich auf die Balustrade. Tief unter ihr polterten die verschiedensten Fahrzeuge die Straße rauf und runter und etwas weniger tiefer übte ein beleibter junger Mann unbekümmert „stille Nacht heilige nacht“ auf der Tuba. Ja, er hatte noch zu üben.
Juanita schaute in die Weite. Der Ausblick erstreckte sich von den la Calera Hang bis hin zur la Playa, la Puntila, Borbalan, bis hin zu Vueltas. Dahinten schimmerte blau das Meer. Die Luft war schwer, feucht, stickig und heiß.
Die Sonne hing tief wie ein dicker Kürbis über dem Meer und sprühte alles, was sie erreichte in einen orangegoldmetallic Ton um.
Juanita spürte wie ein Tropfen eines frischen Schweißes ihr den Nacken entlang rann. Draußen waren sicher immer noch dreißig Grad und kein Lüftchen regte sich. Ja, die Calima schien das schöne Örtchen hier zu einem ihrer Lieblingsplätze auserkoren zu haben.
Nun, Schweiß hin oder her, sie musste sich ran halten, wenn sie den Sonnenuntergang direkt am Meer noch heute miterleben wollte.
Die Tasche füllte sich langsam mit dem Kram, das sie im Laufe des Abends zu brauchen glaubte. Handy, IPod, Pulli (pro Forma), Socken (auch), Haargummi, Kaugummi, Wasserflasche, ein paar Äpfel, spanisch Wörterbuch, Sonnenbrille, die Uhr, Fahrradschlüssel und, und, und. Erst, als sie das Gefühl hatte, nichts aber auch gar nichts vergessen zu haben, schwang sie sich die Tasche über die Schulter und verließ schweißgebadet das Apartment.
Mit geschätzten sechzig Sachen rollte sie auf ihrem Rad die Straße, bis zur Maria hinunter. Der Luftwiderstand (denn es gab keinen Wind) trieb ihr die Tränen in die Augen und riß ihr dabei beinah die Haare vom Kopf.
Die Sonne war nur noch zur Hälfte sichtbar, die Trommler schienen sich bereits müde getrommelt zu haben (oder waren sie bereits in einem Trance?), die ersten Feuerjonglierer jonglierten sich mit noch kalten Stäben warm und die Menschentraube auf den Steinen vor Maria summte vor sich hin, was Juanita an einen Bienenschwarm denken ließ. Heute hatte sie jedoch keine Lust auf Bienengesumme und begab sich direkt zu ihrer Lieblingsstelle an dem Ufer hinter El Cieno, wo sie den wunderschönen Tag bei einem saftigen Apfel in die Nacht entlassen und dabei das Meeresrusschen genießen wollte. Diese Möglichkeit musste sie einfach nutzen, denn in Frankfurt hatte sie sie ja nicht.
Nachdem die Sonne untergegangen war, bereitete sich die Dunkelheit schnell aus, wie eine in ein Wasserglas gespritzte Tinte. Und mit der Dunkelheit kamen normalerweise auch der Wind und die Kälte. Doch nicht an diesem Abend, wo weder das Meer noch das Lüftchen angemessen auf den Weggang der Sonne zu reagieren gedachten.
Es roch feuchtwarm salzig, leicht modrig und ab und erreichten kältere, würzigere Nachtluftströme ihre Nase. Sie waren aber so schwach, so flüchtig wie Schneeflocken, die auf eine heiße Motorhaube fielen.
Langsam erhob sich Juanita, sammelte ihre Tasche auf und begab sich gemächlichen Schrittes Richtung Internetcafe. Der Spruch des Abends , der ihr soeben auf den Steinen eingefallen war, musste auf die Menschheit losgelassen werden.
Diesen Internetcafe kannte sie zwar vom Außen, drinnen war sie jedoch noch nie.
D. die Frau hinter dem Tresen begrüßte sie mit einem herzlichen Lächeln und Juanita fühlte sich sofort pudelwohl. Transpirierend und Wasser tankend, damit der Schweißfluss auf keinen Fall versiegte  , unterhielt sich die ahnungslose Juanita in ihrem Liebliengskuschelforum, während das Frosch (  ) und dann noch die Frosch (  ) ihr höchstpersönlich von der Straße aus über die Schulter spähten.
Sie ahnte auch nicht, das hinter ihrem Rücken bereits die Admine des besagten Kuschelforums namens Blondie (  ) ihren Platz eingenommen hatte. Der Moment des Zusammentreffens ergab sich, nachdem Juanita ihre Rechung beglich und zur Ausgang an Blondie vorbei musste. Das Gesicht, das sie in einer umgedrehten Position aus Blondies Avatar kannte, strahlte sie warm an und da war es wohl schon klar: Die Chemie stimmte.
Den Abend ließ sie bei Maria zur live Musik langsam ausklingeln.
Schweißgebadet, hechelnd und vollends glücklich radelte sie gegen Mitternacht wieder rauf. Diesmal ging es nur mit ca. fünf Sachen vorwärts. „Los, los, los“ wurde sie auf der Höhe von dem Schuhmacherladen von einer kleiner Gruppe junger Menschen angefeuert. Der heiße, allgegenwärtige Stolz zwang Juanita ihre Kraftreserven zu mobilisieren und ihre Geschwindigkeit auf ganze atemberaubende sieben Kilometer pro Stunde zu erhöhen. Diese ganze glänzende Leistung ging in dem Geknatter eines vorbeirasenden Motorrads leider unter.
Uff, seufzte sie erleichtert und schmetterte ihr Rucksack auf das aufgewühlte Bett und betrat das Badezimmer. In Anbetracht der Tatsache, dass sie noch vor fünf Minuten den ganzen Berg von Playa nach Calera auf ihrem Beachcruiser (Radmarke) hechelnd und aus allen, aber wirklich allen Poren schwitzend rauf geradelt kam, erschien Juanita die sonst so schäbige und abgenutzte Dusche wie der Himmel voller Geigen., wie eine Oase mitten in der Sahara, wie der bis auf die Decke mit Juvelen und Gold gefüllter Sesam…
_________________ Juanita
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
la rana
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 25.11.2007, 21:40 |
|
|
|
Lieb s die Juanita! Das hat mir wieder gezeigt, warum dieses Forum wichtig ist! Gracias!
...und der Tubaspieler hat gut geübt! 
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
Lee
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 25.11.2007, 22:05 |
|
Registriert: 08.01.2007, 00:20 Beiträge: 0
|
Wieder sehr schön geschrieben. Vielen Dank  Bitte mehr 
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
prallesleben
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 25.11.2007, 22:06 |
|
|
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
herbi
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 25.11.2007, 22:12 |
|
Registriert: 26.06.2007, 15:07 Beiträge: 0 Wohnort: An der Wümme
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
Nickolsen
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 25.11.2007, 22:20 |
|
 |
| ...gehört zum Inventar hier |
 |
 |
Registriert: 01.12.2006, 19:28 Beiträge: 291 Wohnort: Im Tal
|
|
Ich schließe mich dem an schön geschrieben eine 1+ von mir!!!
_________________ Bereue nur was Du nicht getan hast !
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
Juanita
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 25.11.2007, 23:54 |
|
 |
| ...nicht mehr so ganz neu hier |
 |
 |
Registriert: 18.04.2007, 09:10 Beiträge: 130 Wohnort: Frankfurt/M
|
Ich danke euch  . Ihr wißt gar nicht, wieviel mir euer Feedback bedeutet. Hoffentlich küsst mich die Muse bald, weil ich da noch so einige Erlebnisse habe  , die ich gerne unter die Leute bringen würde. Leider ist meine Kreativität aufgrund meines prall gefüllten Alltags ziemlich eingeschränkt, aber was soll es. Heute habe ich es auch irgendwie geschafft  . Dafür habe ich allerdings das Klavierüben sausen lassen müssen :blushing:
_________________ Juanita
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
Atahualpa
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 09.12.2007, 14:04 |
|
 |
| unverzichtbares Forumsmitglied |
 |
 |
Registriert: 14.11.2006, 16:35 Beiträge: 232
|
Juanita hat geschrieben: Heute hatte sie jedoch keine Lust auf Bienengesumme und begab sich direkt zu ihrer Lieblingsstelle an dem Ufer hinter El Cieno, wo sie den wunderschönen Tag bei einem saftigen Apfel in die Nacht entlassen und dabei das Meeresrusschen genießen wollte. Diese Möglichkeit musste sie einfach nutzen, denn in Frankfurt hatte sie sie ja nicht.
...bei einem saftigen apfel das meeresrauschen genießen? sachen gibts???
es gibt hier sehr strenge forumsregeln, deshalb kommentiere ich das auch nicht 
_________________ soy libre, soy bueno
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
kiwi
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 09.12.2007, 14:27 |
|
|
|
Ich schon! Denn gerade erst habe ich dieses Prachstück von einem Bericht gelesen. Wenn der Apfel nur halb so erfrischend nd knachig gewesen war, dann hattest du es gt, Juanita. Wun-der-schön! 
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
Juanita
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 17.02.2008, 10:51 |
|
 |
| ...nicht mehr so ganz neu hier |
 |
 |
Registriert: 18.04.2007, 09:10 Beiträge: 130 Wohnort: Frankfurt/M
|
|
Wie das Schnorcheln baden ging
Morgen ist es wieder mal soweit, dachte Juanita am Frühstückstisch und seufzte wehmütig. Des Garajonay-Express Schreckgespenst rückte jeden morgen immer näher an sie heran und nun hing sein Schatten wie der sprichwörtliche Damoklesschwert über ihrem Haupt.
Und doch war irgendwie alles gut.
Hinter ihr lag ein Bilderbuchurlaub, mit herrlich faulen, sandvollen, sonnigen Tagen, voller märchenhafter Sonnenuntergänge, von lustlosen bis lustvollen Trommelklängen bis zum Abwinken, berauschenden Nächten in und rund um Cacatua, ansprechenden Bekanntschaften und funkelnagelneuen Freundschaften.
Sie hatte Farbenpracht erlebt und noch mehr Farbe bekommen, die Kids waren im Laufe des Urlaubs zu wahren Engeln mutiert, sie von einer nervengeplagten leicht manisch-depressiven Apfelfanatikerin zu einer ruhigen, sinnlichen, Frau mit einem geregelten Apfelkonsum und einer strahlenden Mutter. Eigentlich hielt sie einen solchen seligen Zustand für utopisch also ausgeschlossen.
Aber auf Gomera war nichts ausgeschlossen. Auf La Gomera passierten nämlich ab und zu Wunder.
Kein Wunder, bei den vielen Heiligen, die dort andauernd in Begleitung von Schwergeschossen hin und her durch die Gegend getragen oder in Cabrios kutschiert wurden. Wem es auch immer zu verdanken war, Juanitas Glücksbarometer stand kurz vor einer Explosion.
Na ja, aber eben nur kurz davor, denn da war doch was, was ihr ein klitzekleines bisschen zu einem noch vollkommenerem Glück fehlte. Nämlich das Schnorcheln. Seit Jahren kam sie nun hierher, nahm sich ganz fest vor zu schnorcheln, ging dann aber doch wandern und reiste ohne je geschnorchelt zu haben wieder ab. Und nichts stimmte einen Menschen wehmütiger, als die Fülle der nicht genutzter Möglichkeiten, die im Laufe eines langen Lebens einer Art Dauerblähung verursachten und die nur dank der gelegentlichen Frust- und Unlustanfälle überhaupt zu ertragen waren.
Nee. Diesmal sollte sie es besser machen. Ja. Sie hatte sowieso vor, den letzten Tag am Strand zu verbringen. Sie nahm ihre Sonnenbrille vom Tisch und ging hinaus.
Es war ein herrlicher Morgen. Die Sonne war gerade frisch hinter dem Berg hervorgekrochen und ließ alles in ihrem grellem, jungem Licht erstrahlen. Die Playa leuchtete wie ein Planet. Sie schloß die Augen, atmete tief ein und der Inbegriff an Milde und Sanftheit erfüllte ihre Lungen. Sie liebte diese weiche, herrlich duftende Luft und ihr wurde wieder mal klar, wie sehr sie es vermissen würde.
Doch noch war sie ja da. Der Strand füllte sich langsam mit den Tüchern und Matten, die sich wiederum mit Menschen jeder Größe und Geschlechts füllten.
Optimale Wetterbedingungen für ein Schnorcheltrip, dachte Juanita, (die unter uns gesagt, vom Schnorcheln und den optimalen Wetterbedingungen dafür keine Ahnung hatte), während sie auf der Höhe von la Gondola ihre Augen mit der Hand abgeschirmt, das Meer nach seinem Zustand inspizierte.
Die Wogen schienen zwar etwas höher als an den vergangenen Tagen, doch sie kamen ruhig und majestätisch an und somit konnten sie auch eine wild entschlossene Juanita nicht am Schnorcheln hindern.
Die Entscheidung war gefallen, jetzt fehlte nur noch die zweckmäßige Ausrüstung. Die Kinder hatten schon nachgeforscht und eine Schnorchel für 11,20 Euro in einem Sportgeschäft in einer Seitengasse ermittelt. 11,20 Euro war nicht gerade die Welt, dachte Juanita. Zumal die Ausrüstung nur einen einzigen Tag lang halten sollte.
Gehalten hatte es dann 1 Minute. Ein Teil der Schnorchel, das extrem flexibel schien und buchstäblich zum Verbiegen einlud, entpuppte sich als besonders brüchig. .
Juanita, die niemals ohne einen Alleskleber aus dem Haus ging, verarztete die gerissene Stelle so gut wie es eben ging und sie machten sich auf zur Playa.
Um 11:00 Uhr schmückten auch ihre bunte Tücher den Strand.
Die Jungs, dessen Schnorchelbegeisterung sich wegen des, na sagen wir mal Respekts vor dem Neuen, in Grenzen hielt, ließen ihrer Mutter gerne den Vorrang.
Also stülpte sie sich etwas unbeholfen die Brille mit der Schnorchel über und entschwand so elegant es mit so einer schmucken Maske im Gesicht nur ging in die Fluten.
Und kaum, dass sie im Wasser war, verschwand die Sonne hinter einer dicken, ja, einer extrem dicken Wolke. Wo mochte sie nur so plötzlich hergekommen sein? Rätselte Juanita.
Und die Wellen schienen auch etwas lebhafter geworden zu sein. Doch was soll´ s. Der Tag war auch so hell genug und die Wellen gehörten eben zu einem Meer genau so wie das Wasser auch, also wirklich! Kein Grund zur Aufregung, dachte Juanita.
Sie wollte Schnorcheln und sie würde Schnorcheln!
Die Steinlandschaft, die auf der Höhe von YaYa begann und sich am Ufer der Promenade zog, war nun vollständig unter Wasser verschwunden. Dies, schätzte sie, wäre wohl der beste Ausgangspunkt für ihre Expedition in den Fischreich. Ja, dort wollte sie untertauchen.
Das tat sie auch und ließ dabei beinah den Schnorchel aus dem Mund fallen. Die erste Luftzüge waren so dermaßen Alleskleber durchtränkt, dass sie die ersten Fische vor ihren Augen für eine Halluzination hielt. Sie tauchte auf, atmete ein paar male kräftig durch, stopfte sich die Schnorchel in den Mund und tauchte unter. Der Geruch nach Kleber war so gut wie weg, die Fische waren immer noch da, also keine Halluzination.
Und was für Fische. Kleine, große, graue, blauschimmernde, gelbe, gestreifte, rötliche, zackige, runde, zottelige (Igel?). Wie war denn so was nun möglich? Nur ein paar Meter von dem Ufer, von den plätschernden, schreienden Kindern entfernt und dann so was?
Diese Fische waren Helden. Sie kannten keine Furcht!
Sie hatte mal auf Lanzarote geschnorchelt und außer ein paar grauen, unansehnlichen Fischen immer gleichen Sorte, Wasserraten und Plastiktüten, war ihr nichts nennenswertes begegnet. Und nun das.
Seit Jahren kam sie hierher, ins Valle, planschte ahnungslos in den Wellen herum, während eine stille, wunderschöne parallele Traumwelt geduldig darauf gewartet hatte von ihr entdeckt zu werden .
Die Sonne, die an diesem morgen so vielversprechende Sonne schaffte es leider nicht, den dicken Wolkenbrummer zum Schmelzen zu bringen, was dazu führte, dass Juanita zu schlottern begann.
Hinzu kam, dass ihre Brille langsam aber sicher mit Wasser voll lief.
Doch alles in ihr sträubte sich gegen das Auftauchen, so gefesselt war sie von dem Treiben der Fische. Noch ein bisschen, noch ein wenig…
Sie war gerade dabei einem Schwarm von dicken Fischen, die ungefähr so groß und so dick, wie ihre Oberarme waren zu folgen, als das Salzwasser ihre Lungen überschwemmte.
Der Alleskleber hatte versagt.
Juanita konnte schreien vor Wut. Ausgerechnet jetzt, wo es doch so schön war. Ausgerechnet jetzt musste diese doofe Schnorchel versagen.
Die dicken Fische schwammen ohne sie von dannen.
Aber so leicht ließ sie sich nicht das Butter vom Brot nehmen. Nee, nee. Sie würde es auch ohne Schnorchel schaffen. Sie musste halt nur ab und zu mal auftauchen, um Luft zu holen. Das war alles. Schnell ans Ufer, die Unterwasserkamera holen und wieder zurück zu den Unterwasserfelsen und zu den entzückenden Fischen und ihrer azurblauen, steinigen Welt.
Zu den Aufnahmen kam es dann leider doch nicht, da Juanita vor lauter Aufregung die Kamera nicht richtig verschlossen hatte und nach einer Minute war das gute, teuere Ding auch mit Wasser vollgelaufen. Somit wurde es zum Schrott und landete neben der Schrottschnorchel auf dem Tuch.
Juanita hatte keine Zeit und keine Lust um das gute Stück zu trauern, zumal sich wieder mal die Sonne zeigte. Sie schnappte sich die Brille, wand sich dem Meer zu und eilte (unter den Protesten der Kinder „Mama, wir wollen auch!“) entschlossen zu den Felsen.
Inzwischen ließ die Flut die Wellen immer mehr ansteigen und die Unterwasserwelt erschien von dem aufgewühlten Sand nicht mehr ganz so klar, wie noch vor einer halben Stunde. Sie tauchte auf und wieder ab. Auf und ab. Wurde atemloser und atemloser und bekam dafür immer weniger zu sehen. Verfluchte Flut, schimpfte sie entnervt vor sich hin und gab schließlich auf. Für´s erste, dachte sie. Denn vielleicht wurde es im Laufe des Tages doch noch sonniger und das Meer ruhiger werden.
Sie konnte sich dann eine etwas bessere Schnorchel kaufen, die länger als eine Minute hielt, und damit bis zur Besinnungslosigkeit ihrer neuen Passion nachgehen.
Ja, alles war noch möglich, der Tag hatte gerade mal angefangen.
Und nun waren die Kinder dran. Zuerst der Kleine, dann der Große. Sie tauchten etwas näher am Ufer, dort wo sie noch stehen konnten und kamen dennoch auf ihre Kosten. Und da sie so begeistert waren, scharrten sich bald mehrere Kinder um sie. Alle wollten mal die Brille haben und nach den Fischen tauchen. Dann musste es ja so kommen, wie es kam. Die Taucherbrille fiel ins Wasser und fort war sie. Die Sonne machte auch schlapp und kam nicht mehr hervor.
Oder doch, doch, sie kam, pünktlich zum Untergang und ging so grandios unten, dass Juanita vor lauter Schönheit in Tränen ausgebrochen war. Es waren viele, sehr viele Krokodilstränen.
An diesem Abend holte sich das Meer die San Borodon zurück. Vorerst. So für drei Tage oder so.
Und noch was:
Tauchschule, bügelt schon mal die Anzüge glatt und mach´ die Flaschen voll! Wir kommen!
Und dann wird nach San Borodon getaucht.
_________________ Juanita
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
kiwi
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 17.02.2008, 17:19 |
|
|
|
|
Juanita, du bist ein Ass! Zum Kreischen komisch, dein Bericht und wirklich gut nachvollziehbar. Habe dem kiwi Tele vorgelesen und ich sage dir, der ist nicht leicht zu beeindrucken mit Dingen, die mit der Insel zu tun haben. Auch er fand deinen Bericht köstlich. Und du hast mir tatsächlich Lust auf das Schnorcheln gemacht. Leider klappt es dieses Jahr nicht, aber vielleicht gibt es im nächsten Jahr dann dafür ja neue Schnorchel.
Schreib noch was, bitte, du Gute.
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
gumbel
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 17.02.2008, 17:27 |
|
 |
| Neu hier |
 |
Registriert: 28.10.2007, 21:57 Beiträge: 13
|
|
Ja Juanita wirklich klasse und gut nachvollziehbar. Urkomisch und suchtgefährdend. Ich würd mich auch über mehr davon sehr freuen.
Danke!!!!!
|
|
| Nach oben |
|
 |
|
gomerawanderer
|
Betreff des Beitrags: Verfasst: 17.02.2008, 20:10 |
|
 |
| ...nicht mehr so ganz neu hier |
 |
Registriert: 14.11.2006, 20:56 Beiträge: 130 Wohnort: MeckPom
|
Juanita hat geschrieben: [Und noch was:
Tauchschule, bügelt schon mal die Anzüge glatt und mach´ die Flaschen voll! Wir kommen! Und dann wird nach San Borodon getaucht. Nimm nen Kompass mit und merke Dir vorher die Richtung, sonst landest Du, wie diese hier, im Pool von Tres Palmeras.
Für Fotorechtler: Die Personen haben zugestimmt.
Die Einlassstelle (das gibts jetzt, Wörter mit 3 S hintereinander!) soll übrigens 25 Meter nach links sein,
nähmlich hier, aber das ist auch schon große Richtung San Borodon.
Und wo doch die Chris nicht mehr da ist sondern in Bremen..... 
|
|
| Nach oben |
|
 |
Wer ist online? |
0 Mitglieder |
|
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern. Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
|
|