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Juanita
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 07.06.2007, 16:46 |
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Registriert: 18.04.2007, 09:10 Beiträge: 130 Wohnort: Frankfurt/M
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Juanitas erste Nacht im Tal
Die erste Nacht brachte keine, die von Juanita so herbeigesehnte Erholung. Ganz im Gegenteil, sie kostete sie mindestens genauso viel Kraft wie die ganze Reise, denn trotz guten Essens und des üppigen Weines (beides bei Maria eingenommen) gelang es ihr nicht, zur Ruhe zu kommen.
Die Aufregung hielt sie bis zu den Morgenstunden wach, obwohl sie in ihrem Zustand schon längst ins Koma hätte gefallen sein müssen. Es waren schließlich ganze stolze 24 Stunden, die sie unter Starkstrom und fast nur auf der Überholungsspur verlebte. Überdreht nannte man diesen Zustand wohl, aus dem sie nicht mehr herausfinden konnte.
Normalerweise verabschiedete er sich von ganz alleine wenn sie bewegungslos da lag, ruhig atmete und geduldig auf den Auftritt der Schafsparade wartete. Aber nicht in dieser Nacht. Da kamen keine Schafe, keine Kaninchen, keine Meerschweinchen (Nemo, deine Schweinchen dürfen in meiner Geschichte nicht fehlen) um Juanita in den Schlaf zu helfen. Stattdessen kam das große Kribbeln. Es fing ganz harmlos, in den Beinen an, doch schon bald kribbelte es in und auf ihr überall, als ob Tausende kleiner Tierchen Einzug hielten um in Juanitahall eine wilde Party zu feiern. Oder lief da gerade Woodstock für durchgedrehte Ameisen? Nein! So ging das nicht weiter! Sie musste sofort ihren Schlaf finden, Irgendwo in der Reichweite musste er doch sein. Sie konnte ihn doch förmlich riechen!
Doch sobald sie die Augen schloss, verspürte sie das zwingende Bedürfnis, sie wieder aufzumachen. Kaum hatte sie sie offen, brannten und juckten sie. Es fehlten nur noch die Halluzinationen von weißen Gekkos und der Wahnsinn wäre vollkommen.
Einmal war es ihr sogar gelungen einzunicken, aber dank des glühendheißen, bei der leichtesten Bewegung lärmend raschelnden Materatzen-Folien-Bezuges dürfte das ganze Vergnügen höchstens mal ein paar Sekunden gedauert haben, bevor sie wie von einer Killerbiene gestochen hoch aufgeschreckt war.
Das Bezug raschelte, die Decke kratzte, die Pyjama zwickte, die Fußsohlen brannten, der Kühlschrank summte und Juanita saß mit rasendem Herzen senkrecht im Bett und raufte sich die Haare.
Es war drei Uhr als sie zu dem weisen Entschluss gekommen war, dass es schönere Plätze gab, um sich mit aller Kraft und gegen den eigenen Willen wach zu halten. Sie zog sich einen Pulli über, nahm die Decke und ging hinaus auf die Terrasse.
Die Nacht roch würzig und frisch. Außer des monotonen Meeresrauschens herrschte draußen absolute Stille. Eine leichte Briese vom Meer streichelte ihr Gesicht und das warme, würzig-milde, so wunderbar duftende Luft umhüllte sie wie ein Schutzschild und plötzlich fühlte Juanita sich geborgen. Wie ein Maulwurf in seinem Bau, wie ein Vögelchen in seinem Nest, wie ein Kind in der Armen seiner Mutter. Sie schwang die Decke eng um ihren Körper, streckte sich auf ihrer Sonnenliege aus und blickte nach oben.
Der blauschwarze mit silbernschillernden Sternen aller Größen übersäte Himmel erschien zum Greifen nahe. Sie brauchte nur ihre Hand rauszustrecken um mit den Sternchen zu spielen, sie nach Belieben zu verschieben oder aus ihnen andere Sternzeichen zu bilden, Wie würden sich ein Frosch, ein Kiwi oder ein suuuuper süßes Kaninnchen auf dem gomeranischen Himmel wohl machen? Sehnsüchtig blickte Juanita zu den entferntesten Galaxien und malte sich das Leben aus, das dort irgendwo doch pulsieren musste. Nach der dritten Sternschnuppe fielen Juanita endlich die Augen zu.
_________________ Juanita
Zuletzt geändert von Juanita am 07.06.2007, 18:01, insgesamt 1-mal geändert.
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kiwi
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 07.06.2007, 17:01 |
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Seeeeeeehr schön. Und kein bisschen einschläfernd, nur beruhigend.
Wenn ich demnächst mal wieder nicht schlafen kann, weil (Symptome siehe oben), dann werde ich diesen wunderbaren Text lesen, die Ruhe wird kommen, ich werde schlafen.... Danke schön, Juanita  .
Ich bin mir hundert Prozent sicher, dass ich in der ersten Nacht auf "meiner" Terrasse die Gedanken auch bei dir sein werden.
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prallesleben
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 07.06.2007, 17:30 |
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Juanita, danke! Ich lese Deine Reiseberichte sehr serh gerne - bitte nicht damit aufhören!
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Orlando
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 07.06.2007, 17:37 |
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Juanita hat geschrieben: Wie würden sich ein Frosch oder ein Kiwi auf dem gomeranischen Himmel wohl machen? Oder ein Hausmeister.
Wie bist Du zu Maria (und zurück  ) gekommen?
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nemo
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 07.06.2007, 17:59 |
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Registriert: 16.03.2007, 15:09 Beiträge: 149
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Juanita, sehr sehr schön, möcht noch ganz viel von Dir lesen, und danke für die Schweinchen, die haben sich gefreut!!!
Nemo
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Juanita
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 07.06.2007, 18:00 |
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Registriert: 18.04.2007, 09:10 Beiträge: 130 Wohnort: Frankfurt/M
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Orlando hat geschrieben: Juanita hat geschrieben: Wie würden sich ein Frosch oder ein Kiwi auf dem gomeranischen Himmel wohl machen? Oder ein Hausmeister. Wie bist Du zu Maria (und zurück  ) gekommen?
Sorry, aber ein Hausmeister als Sternzeichen, das wäre wohl etwas an den Haaren herbeigezogen. Ich hatte da eine andere Idee, da ich schließlich was gut zu machen habe.
Habe du bitte etwas Geduld, ich habe schon ein gebührendes Plätzchen für einen Hausmeister in meinem Groschenroman in einer (oder wer weiß, vielleicht sogar mehreren) der nächsten Folgen vorgesehen.
Und jetzt lese bite dir die Stelle noch mal durch  und du wirst dich dort ganz bestimmt wieder finden.
@ Kiwi und Prallesleben - Danke :blushing: . Ich freue mich so sehr, dass es euch so gut gefällt. Ich werde ganz sicher weiter schreiben. Und wir haben schließlich noch einige Tage Urlaub vor uns.
_________________ Juanita
Zuletzt geändert von Juanita am 07.06.2007, 18:29, insgesamt 2-mal geändert.
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Juanita
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 07.06.2007, 18:03 |
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Registriert: 18.04.2007, 09:10 Beiträge: 130 Wohnort: Frankfurt/M
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nemo hat geschrieben: Juanita, sehr sehr schön, möcht noch ganz viel von Dir lesen, und danke für die Schweinchen, die haben sich gefreut!!! Nemo
Danke  . Und ich bin gespannt auf deine weitere Berichte, jetzt wo dich die Muse 2 x geküsst hat. 
_________________ Juanita
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Juanita
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 07.06.2007, 18:06 |
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Registriert: 18.04.2007, 09:10 Beiträge: 130 Wohnort: Frankfurt/M
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Orlando hat geschrieben: Wie bist Du zu Maria (und zurück  ) gekommen?
Bin bin ich gelaufen. Ich habe mir in Frankfurt einen zweiten Stengel anfertigen lassen. Zurück allerdings ging es etwas langsamer. Da hatte jemand tonnenweise Watte auf dem Weg zwischen Playa und Vueltas ausgekippt. Unverschämtheit.
_________________ Juanita
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nemo
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 07.06.2007, 18:31 |
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Registriert: 16.03.2007, 15:09 Beiträge: 149
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Juanita hat geschrieben: nemo hat geschrieben: Juanita, sehr sehr schön, möcht noch ganz viel von Dir lesen, und danke für die Schweinchen, die haben sich gefreut!!! Nemo Danke  . Und ich bin gespannt auf deine weitere Berichte, jetzt wo dich die Muse 2 x geküsst hat. 
wär hätte das gedacht, du bist meine Muse, schau in meinen neulich im valle, da gehts auch weiter, aber jetzt ich:
Nemo
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Juanita
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 08.06.2007, 09:54 |
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Registriert: 18.04.2007, 09:10 Beiträge: 130 Wohnort: Frankfurt/M
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Juanita wacht auf
Juanita liebte es auf La Gomera aufzuwachen. Doch das erste mal war immer was besonderes. Dieser Moment, die Augen aufzumachen, freudig festzustellen, dass man dort war wo man war, nach der Uhrzeit zu schauen, die zerknüllte, verhedderte Decke abzustreifen und dem dunklen Schlafzimmer den Rücken zu zukehren, (die Kälte hatte sie im Morgengrauen von der Terasse vertrieben), auf die Terrasse loszurennen und sich zuallererst an dem herrlichen Ausblick für ein Weilchen zu erlaben. Zu prüfen, wie die Wetterlage war und was die Menschen auf der Straße unter ihr so trieben.
An diesem Morgen schien die Welt vollkommen. Der Himmel wolkenfrei, der Wind sanft, die Sonne fast schon über dem Berg.
Danach ging es in den Salon zurück. Dort wurde die Kaffeemaschine mit Wasser und Carioca bis zu dem Rande gefühlt und angeschmissen, die Milch in einen Topf umgefüllt und warm gemacht.
Währenddessen putzte sich Juanita die Zähne und überlegte, wie sie die Schwellungen unter den Augen so schnell wie möglich wieder los wurde. Dabei fiel ihr die Sonnenbrille ein und sie beruhigte sich wieder.
Kaum aus dem Badezimmer heraus, roch sie schon den signifikanten Frisch-Gekochten-Gomerakaffee-Duft, der sich hemmungslos wie ein unsichtbarer Mitbewohner in allen Räumen ausbreitete.
Die Maschine schien auch keine Hemmungen zu haben, bei diesem Krach, den sie dort auf dem Herd veranstalte. „Guck mal, wie fleißig ich bin, guck doch mal, wie ich unter Druck stehe, guck mal, guck doch mal, wie spielend ich damit fertig werde das Wasser über den Sieb zu jagen, guck, guck, guck doch mal, was für ein schönes Käffchen ich hier für dich brühe….“ So zischte es und ächzte, so brodelte es und dampfte und schwitzte. Aus den Ritzen sickerten mickrige Wassertröpfchen , aus der Kanne spritze der kochender Kaffee auf die heiße Platte um kurz aufzuzischen und zu verbrennen.
Juanita machte dem ganzen Drama ein Ende, indem sie das gute, völlig durchgedrehte Ding vom Herd nahm. Der Kaffe war fertig und die Milch traditionell übergelaufen, was sich sofort an dem abstoßenden Geruch fest machte, der sich breitwillig, so nach dem Motto: Zusammen sind wir stark, zu dem Kaffeeduft gesellte, um es sofort und unwiderruflich in seinem Schatten zu stellen. Das hätten wir schon wieder spielend geschafft, dachte Juanita naserümpfend. Nun war der ihr allzu sehr vertraute Gomera-Morgen-Kaffe-Duft vollkommen.
_________________ Juanita
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Orlando
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 09.06.2007, 08:42 |
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Juanita hat geschrieben: Und jetzt lese bite dir die Stelle noch mal durch  und du wirst dich dort ganz bestimmt wieder finden. Jaaa! 
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gekko
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 09.06.2007, 11:50 |
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Hallo Juanita,
hab gerade Teil 3, 4 und 5 Deines Berichtes in einem Zug durchgelesen, sehr sehr schön, danke!
Und ich bin ja sogar auch drin, wenn auch "nur" als mögliche Halluzination...
Aber woher wußtest Du, daß ich weiß bin?
Freu mich schon auf die Fortsetzungen, und wenn Du bei dem Tempo bleibst, steht Dir und uns da ja glücklicherweise noch einiges bevor...
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Juanita
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 09.06.2007, 18:22 |
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Registriert: 18.04.2007, 09:10 Beiträge: 130 Wohnort: Frankfurt/M
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gekko hat geschrieben: Hallo Juanita, hab gerade Teil 3, 4 und 5 Deines Berichtes in einem Zug durchgelesen, sehr sehr schön, danke! Und ich bin ja sogar auch drin, wenn auch "nur" als mögliche Halluzination... Aber woher wußtest Du, daß ich weiß bin?  Freu mich schon auf die Fortsetzungen, und wenn Du bei dem Tempo bleibst, steht Dir und uns da ja glücklicherweise noch einiges bevor...
Danke Gekko  ,
Danke an alle:  Ich bin so glücklich, dass das was ich so zusammenschreibe gelesen wird, offenbar mit Freude gelesen wird und anscheinend auch noch zu Ende gelesen wird. Und was das Größte überhaupt ist - es scheint eine appetitanregende Wirkung zu haben  Leute, danke! Das spornt mich ungeheuer an. Ihr seid meine ersten Leser, denn bisher habe ich in meinem stillen Kämmerchen so vor mich hin gekritzelt um mich anschließend selbst mit der schärfsten Kritik ala Reich Ranicki zu vernichten. Und unter uns: So ganz Unrecht hatte ich dabei ja nicht. Meine Schwächen sind mir sehr wohl bewußt. Deshalb schreibe ich ja weiter, um sie soweit es geht auszumerzen. Dank euch bin ich wieder auf den Gechmack gekommen. Noch mal vielen Dank an euch alle.  Und nun gehe ich Abendessen kochen und dann heißt es nur noch: Ran an die Tasten! Eine neue Episode will geboren werden. Hilfe... Die erste Wehen sind schon da... !!!  Bis dann 
_________________ Juanita
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Juanita
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 10.06.2007, 13:17 |
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Registriert: 18.04.2007, 09:10 Beiträge: 130 Wohnort: Frankfurt/M
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Juanita isst eine Tomate
Zu Hause in Frankfurt frühstückte Juanita, wenn überhaupt, dann nur irgendwas. Und sie tat es hastig, meist ohne Genuss und schon halb im Gehen. Sie aß und vergaß.
Nicht so auf La Gomera. Dort war das Frühstück schon beinah ein Mysterium. Ein jeder wundervoller Tag brauchte eben einen entsprechenden Start.
Das Frühstücksmenü an diesem Morgen bestand aus einem Vollkornbrötchen Marke Vollkornbäckerei El Guro, Ziegenfrischkäse und einer Monstertomate, mit der man sich zur Not auch wehren könnte. Den Tisch hatte Juanita selbstverständlich auf ihrer fast schon zur Hälfte sonnenerfüllten Terrasse gedeckt. Unter ihr pulsierte das Leben. Menschen liefen wahlweise mit ihren Einkaufstüten, Sonnenmatten, Rucksäcken, Reisetaschen bewaffnet, dem nur ihnen bekannten Ziel entgegen. Hier und da mal ein Autogeräusch, regelmäßig auf etwas sehr metallisches fallender Hammerschlag, eine Fahrradklingel, eine aufgeregte, auf spanisch brüllende Stimme, Latinomusik aus dem Off und aus der Ferne ein Megaphon, der lauthals etwas verkündete, was Juanita natürlich nicht verstand. Und dazu kamen noch diese, ihr so wohl vertrauten Vormittagsgerüche bestehend hauptsächlich aus frisch aufgebrühtem Kaffee, aus einem vor sich hin brutzelnden Mittagessen das jemand glücklicher schon bald vor die Nase serviert bekam und aus einem besonders ätzendem Putzmittel, dessen scharfer Geruch der Wind direkt von dem Nachbarsapartment an sie heranwehte.
Das quadratförmiges, knuspriges, mit Mohn bestreutes Brötchen das Juanita in der Hand hielt, duftete auch. Es verströmte einen ofenfrischen, zum Anbeißen verlockenden Geruch , so dass Juanita Mühe hatte, ihren Speichelfluss unter Kontrolle zu halten. Gierig biss sie ein Stückchen davon ab, kaute, schluckte und seufzte genussvoll. Nun wandte sich Juanita der Tomate zu. Es war eine besonders unansehnliche Tomate, die bereits bei einer Vorauswahl zum Schönheitswettbewerb der Tomaten ausgepfiffen, am Stengelkragen gepackt und auf die Straße rausgeworfen wäre.
Erstens weil sie viel zu dick war, zweitens weil ihre blassrosarötlich schimmernde Farbe starke Pigmentstörungen zeigte und weil ihre unreine, mit unförmigen, tiefen, grünen Furchen übersäte Haut mit den kugelrunden, glatten Karrnationen ihrer Kontrahentinnen niemals konkurrieren konnte.
Juanita dagegen war entzückt, als die dieses Prachtstück in dem Supermercado um die Ecke erblickte. Es war die Liebe auf den ersten Blick und sie wusste es: Diese Tomate war das Deckelchen auf ihr Frühstücksbrötchen.
Und ihr Instinkt hatte sie nicht getäuscht, denn sobald Juanita in das feste Fleisch hineingeschnitten hatte, stieg ihr ein herrlich würziger, unverkennbarer Duft einer S-Klasse Tomate in die Nase. Einer glücklichen, einer für sie, Juanita vom Schicksal vorbestimmter Tomate. Einer von einer liebevollen Hand aufgezogenen Tomate. Gepflegt, gehegt, vor Unkraut gejätet und vor Trockenheit geschützt.
Eine solche Tomate hatte all die Zeit, all die Muße, die sie brauchte, um ihr edles Tomatenwesen voll und ganz zu entfalten und zwar so, das man beim Verzehr sämtliche Türen im Tal im Chor singen hörte.
Und während ein Tomatenstückchen nach dem anderen in Juanitas aufgesperrten, gierigen Mund verschwand, freute sie sich wie ein Kind auf die vielen tomatenkostreiche Tage, die noch vor ihr lagen. Und sie hatte allen Grund dazu, denn all zu frisch waren noch die Erinnerungen an die tiefroten, maßangefertigten Attrappen aus dem Land der ewigen Tulpe, die zwar den Tomaten täuschend ähnlich sahen, jedoch nach mit fauligen Wasser gefüllten Schwämmen schmeckten
_________________ Juanita
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Nickolsen
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Betreff des Beitrags: Verfasst: 10.06.2007, 14:38 |
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| ...gehört zum Inventar hier |
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Registriert: 01.12.2006, 19:28 Beiträge: 291 Wohnort: Im Tal
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Ein sehr erheiternder Bericht meine liebe Danke !!!! 
_________________ Bereue nur was Du nicht getan hast !
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