Auch ich kenne diesen Menschen und habe auch meinen eigenen Namen für ihn
(wegen der Frisur nenne ich ihn Fortaleza). Jedoch würde ich ihn nicht gerade als A..... betiteln. Was ich finde doch recht respektlos ist. Empfinde ihn als unangenehm, ja, und habe gerade mal ein paar Worte mit ihm gewechselt und dass auch nur, weil er meinte mich anmachen zu müssen und ich ihn in die Schranken gewiesen habe. Sein Buch habe ich auch durchgeblättert und konnte nur grinsen. Es ist halt seine Art mit sich und der Welt klar zu kommen. Seine Sache und nicht meine. Aber ihn jetzt als A.... zu bezeichnen geht da doch zu weit. Schließlich hat er mir nichts getan.
Was das "Kennen" der Insel angeht, so habe ich auch gerade mal zwei Spaziergänge gemacht und konnte mir nicht alles merken. Und da geht es mir wie Pirat, Kiwi und HB. Ich weiß was ich zu der Zeit gefühlt habe, was ich geschmeckt und gerochen habe. Da muss ich mir nicht merken wie was heißt und wo es steht. Selbst an meinem vorletzten Tag meines letzten Aufenthaltes war ich mit HB unterwegs und wir hatten einen wunderschönen Nachmittag als wir vom Einkauf aus San Seb zurückkamen und ich unsere Coche über die Dörfer lenkte. Da kamen wir an einem Aussichtspunkt (es steht dort ein Denkmal mit Händen, wie für El Silbo gehalten) und ich werde diesen Nachmittag nie vergessen. Denn es war ein wahnsinns Ausblick dort, den wir erleben durften. Dieses Gefühl in mir sagte, dass es jetzt endlich so weit ist und ich bald auf der Insel leben darf. Ich habe mich erfreut, dass ich einen liebenswerten Menschen dabei hatte und mit diesem das Gefühl teilen durfte. Die Tränen vor Glücksgefühl standen mir in den Augen und der Geruch der Insel ist heute noch in meiner Nase wie der Moment, dass wir beide das erleben durften und wir eine klitzekleiner Teil dieser Welt sind, wenn ich an diesen Tag denke. Genauso wie ich auch den letzten Sonnenuntergang vor meiner Abreise mit Tränen erlebt habe. Wehmut aber auch Freude, bald wieder auf der Insel zu sein.
So erlebt halt jeder anders seine Insel. Ich sage mir, dass ich Zeit habe und ich muss mich nicht abstressen die Insel kennenzulernen. Nehme mir auch nichts vor, da ich weiß, dass die Tage der Wanderungen kommen. Ich genieße auch lieber die Ruhe, kann mich an den Strand legen, auf der Mauer an der Maria sitzen und das Treiben der Leute beobachten. Im Bistro sich mit lieben Menschen treffen oder einfach allein in der YaYa sitzen und einen Café con leche trinken. Abends in der Bodegita den Woodoowein (HB

) bei Alf und Sabine genießen und den Abend mit netten Gesprächen ausklingen lassen.