Segeln mit der Spirit of Yeoman.
Strahlender Sonnenschein, nicht einen Hauch von Wind zu spüren als wir zur Mittagsstunde gemütlich auf der Kaimauer saßen und bei einem Cafe con Leche darauf warteten, dass und das Beiboot abholte um uns auf die Spirit of Yeoman zu bringen.
Dort angekommen gings auch gleich los, mit tuckertem Dieselmotor fuhr das Segelboot aus dem Hafen hinaus aufs Meer. Die Segel wurden aufgezogen, nun fehlte nur noch der Wind.
Ich saß ganz vorne am Bug und schaute auf das Meer. Ein wirklich schöner Anblick wenn das Sonnlicht sich am Wasser bricht, funkelt, flirrend und immer in Bewegung. Ein Glanz wie Abermillionen von leuchtenden Diamanten.
Auf einmal Stille, der Skipper hatte den Motor ausgeschaltet, und für einen Moment verstummten alle Gespräche an Bord. Jeder genoß diese relative Stille, das Dahingleiten des Schiffes mit dem Wind.
Hinter uns wurde der große Brocken Stein der sich La Gomera nennt, immer kleiner und man konnte dieses grandiosen Panorama in seiner Gänze bewundern. Es hatte schon was magisches diese Insel vom Meer aus zu betrachten, die Gipfel im Nebel liegend, die schroffen Felsformationen um das Valle Gran Rey und grünen Hochebenen im Süden.
Entspannt auf dem Vordeck liegend, mit guter Verpflegung und netten Gespräche ließen wir uns von Skipper Nick und seinem „Matrosen“ Michael übers Meer segeln, immer auf der Suche nach einer steifen Brise. In der Ferne tauchten vor uns einmal eine Herde Pilotwale auf, als wir näher kamen entschwanden sie wieder in der Tiefe. Sie wollten sich durch uns nicht beim Jagen stören lassen.
Weiter gings Richtung La Gomera, dort wollten wir am Strand vor der alten Fischfabrik ankern. Fast angekommen kam plötzlich der heißersehnte und vorausgesagte Wind auf und wir segelten mit vom Wind aufgeblähten Segeln zurück auf das weite Meer. Die Spirit of Yeoman nahm richtig fahrt auf und es machte Spaß mit diesem Tempo übers Meer zu segeln.
Dann war plötzlich eine Herde Fleckendelphine um uns herum, die mit dem Boot um die Wette schwammen, pfeilschnell vorbeischossen um zu wenden und Kapriolen zu drehen. Es machte richtig Spaß ihnen zuzusehen, aber so schnell sie auftauchten waren sie auch wieder verschwunden.
So langsam neigte sich der Tag dem Ende entgegen und wir segelten zurück in den Hafen. Dort saßen wir bei einem letzten „Sundowner“ noch kurz zusammen, bevor es wieder an Land ging.
Ein wirklich schöner Tag auf dem Meer ging zu Ende. Falls ich noch mal auf La Gomera sein werde und die Spirit of Yeoman steht im Hafen werde ich wieder mitsegeln.
Falls jetzt jemand Lust bekomme hat mitzusegeln, die Spirit of Yeoman ist noch bis Anfang Mai in Vueltas vor Anker. Einfach zum Hafen gehen und nachfragen.
Der krönende Abschluß war dann noch ein toller Sonnenuntergan am Playa.
