von Blackmore am 20. Aug 2007, 17:43
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Die Zeit der fliegenden Flugzeuge und der spöttelnden T-Shirts ist vorbei. Mit einem hochverdienten 4:1 (2:0) verwies Schalke 04 den Revierrivalen Borussia Dortmund deutlich in die Schranken. "Die Mannschaft hat sich das heute verdient", nahm Trainer Mirko Slomka das Lob und die Glückwünsche für die Leistung seines Teams gern entgegen.
Vor dem 130. Pflichtspielderby hatte der Coach bei der Aufstellung zwei personelle Umstellungen und eine taktische Veränderung in seiner Formation vorgenommen: In einem 4-4-2-System begann Ivan Rakitic für Mesut Özil im Mittelfeld, das zusätzlich von Zlatan Bajramovic verstärkt wurde. Für ihn saß Stürmer Peter Løvenkrands zunächst auf der Bank.
Ausgeglichen war nur der Beginn der Partie. "Wir haben das Spiel gut angefangen, bis zum 0:1 kompakt gestanden und die Räume eng gemacht - aber das ist schon das einzig Positive, was ich aus unserer Sicht über das Spiel sagen kann", analysierte BVB-Trainer Thomas Doll nach der Partie. Tatsächlich kippte die Partie bereits nach dem Führungstreffer von Marcelo Bordon, der eine Freistoß-Flanke einköpfte (11.) in Richtung Schalke und war dem Freistoßtor von Pander zum 2:0 (34.) bereits vorentschieden. Denn die Knappen besaßen vor der Pause noch drei weitere Großchancen durch Kuranyi, Rakitic und Ernst, während die Gäste nur einmal durch Klimowicz kurz vor dem Ausgleich standen (21.).
Schon zu diesem Zeitpunkt hatten sich die von Slomka vorgenommen Umstellungen positiv ausgewirkt. "Wir haben kurzfristig auf 4-4-2 umgestellt und dies in dieser Woche sehr intensiv trainiert", sagte der 39-Jährige. "Dazu haben unsere Stürmer erfolgreich Druck im Dortmunder Zentrum ausgeübt. " Doch das allein erklärte nicht die Schalker Überlegenheit. "Wir haben in der Defensive mit Leidenschaft und Herz gespielt und in der Offensive sehr zielstrebig den Weg zum Tor gesucht." Dazu spielten auch die Fans ihre Rolle, so der Trainer, der noch einen weiteren Faktor in seine Taktik eingeplant hatte: "Wir haben ganz besonders auf die Unterstützung unserer Fans gesetzt. Die wollten wir aufsaugen und für uns nutzen. Das ist uns gelungen."
Nach dem Wechsel neigte sich die Waage noch deutlicher zu Gunsten der Knappen. In der ersten Viertelstunde spielten die Königsblauen nahezu unterbrochen in der gegnerischen Hälfte. "Wir haben phasenweise richtig gebettelt, noch mehr Standardsituationen herauf zu beschwören", ärgerte sich BVB-Coach Doll über zahlreiche Schalker Freistöße und Ecken in dieser Phase. Doch weitere Treffer der Gastgeber fielen aus dem Spiel heraus: Bajramovic und Kobiashvili bedienten die Stürmer Asamoah (59.) und Kuranyi (78.) mit perfekten Flanken. Dies gelang auf der anderen Seite nur Dede, so dass Nelson Valdez der Ehrentreffer zum zwischenzeitlichen 3:1 gelang (66.).
Nach dem 4:1 sah es sogar nach einem noch höheren Schalker Sieg aus, zumal Marc-André Kruska wegen Meckern die Gelb-Rote-Karte sah (85.). Doch am Ende begnügten sich die Knappen mit dem höchsten Heimsieg gegen den BVB seit 16 Jahren. Den ersten Heimerfolg der Saison bewertete Andreas Müller betont sachlich: "Dieser Sieg bringt uns die entgangene Meisterschaft nicht zurück, aber er ist ein bisschen Balsam für die Seele", so der Manager. "Aber die letzte Saison haben wir abgehakt. Wir starten einen neuen Anlauf, müssen es einfach immer wieder versuchen." Der Anfang geriet mit dem Punktgewinn bei Meister Stuttgart und dem Derbysieg gegen den BVB nicht nur im Tabellenbild ganz ansehnlich.
Schalke: Neuer - Rafinha, Bordon, Krstajic, Pander - Ernst, Kobiashvili - Asamoah (67. Løvenkrands), Rakitic (82. Özil), Bajramovic (76. Grossmüller) - Kuranyi
Dortmund: Weidenfeller - Kringe, Kovac, Wörns, Dede - Kruska - Blaszczykowski (76. Smolarek), Tinga - Petric - Klimowicz (46. Valdez), Buckley (64. Federico)
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Tore: 1:0 Bordon (11.), 2:0 Pander (31.), 3:0 Asamoah (59.), 3:1 Valdez (66.), 4:1 Kuranyi (78.)
Zuschauer: 61.482 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karte: Kruska (85./Meckern)
Gelbe Karten: Bordon, Asamoah - Kovac, Wörns (2), Weidenfeller
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