|
"Klar!" rief Dorn dem Kapitain hinterher und stampfte missmutig zur anderen Seite des Schiffes davon. Warum musste er dem Koch bescheid sagen? Konnte das nicht jemand anders machen? Er hatte vorgehabt die beiden Segel bis zum Mittag ausgebreitet zu haben um nicht in der Mittagshitz arbeiten zu müssen, deshalb kamen ihm solche Störungen ungelegen. Als er die Treppen hinunter zur Kajüte des Kochs Quincy polterte wäre er fast über einen Wascheimer gestolpert da sich seine Augen noch nicht an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnt hatten. "Zerfix!" fluchte er, denn er hasste es wenn einer der schusseligen Matrosen die Sachen nicht aufräumte. Aber er war trotzdem zufrieden mit der Mannschaft, alle Männer waren zuverlässig und gut gelaunt solange das Essen gut war. Und dafür sorgte der gute alte Quincy. Mit seinem großen runden Bauch und den rosigen Hammsterbacken sah er aus wie ein kleiner Vielfrass. Klein traf es auch gut, denn mit seinen 163cm war er der kleinste an Bord, was ihm schonmal die eine oder andere Hänselei einbrachte.
Mit einem kräftigen Kolpfen trat Dorn in die sehr saubere Kajüte des Kochs ein und grinste ihn an: "Hey guten Morgen Quincy. Der Chef sagt du sollst jetzt gleich noch auf den Mark und Proviant kaufen, so das wir auslaufbereit sin. Wenn du ein paar Männer brauchst sag bescheid ich schau mal wen ich entbehren kann." "Musst du eigentlich immer so hereinstürmen? Kannst du irgendwann auch mal warten bis ich dich herein bitte? Also für wieviele Tage brauchen wir Essen? Und gib mir 3 käftige mit ansonsten 5 von deine Nesthäckchen." begrüßte Quincy ihn. "Wieso? Hast du was zu verbergen? Und nenn meine Mannschaft nicht Nesthäckchen, die haben alle mehr Mumm in den Knochen als du jemals besitzen wirst. Ich denke wenn wir Essen für 3 Wochen haben dürfte das genügen. Also beeil dich." Damit dreht sich Dorn um und lief wieder hinauf aufs Deck. Hinter sich hörte er Quincy nur noch etwas brummen, ging aber nicht darauf ein, denn das der Koch morgens immer ein wenig launisch war, war normal und er hatte sich daran gewöhnt.
Wieder an Deck stellte Dorn erfreut fest, dass die 5 Matrosen die mit ihm am Segel gearbeitet haben mit 5 weiteren das gelbe Hauptsegel bereits aus dem Lagerraum geholt hatte und es ausgebreitet haben. Erfürchtig betrachteten die wenigen neuen Matrosen die blutrote brennende Sonne auf dem Segel. Als er bei ihnen angekommen war sah auch er es an und staunte mal wieder darüber, dass der Stoff noch in voller Farbenpracht strahlte und kein bisschen vom Wetter verschandelt war. "Jungs!" er grinste als er die ärgerlichen Blicke seiner Mannschaft sah. "Männer. Ihr bekommt gleich einen extra Lohn und den Tag frei. Geht in die Stadt und habt Spaß, es kann sein das wir bald auslaufen. Aber helft mir noch schnell die Segel aufzuhängen, dann könnt ihr gehn." Gröhlender Jubel schallte ihm entgegen und er wurde nur noch lauter als er die Geldsäckchen verteilte. Alle fanden sich ein um ihm bei den Segeln zu helfen und schon nach einer guten halben Stunde hangen sie grob an den beiden Masten. "Das reicht schon. Den Rest schaff ich alleine. Ihr könnt gehen." sagte Dorn und sah zu wie die Matrosen in Gruppen richtung Stadt zogen.
_________________ Freude heißt die starke Feder
in der ewigen Natur;
Freude, Freude treibt die Räder,
in der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
die des Sehers Rohr nicht kennt.
|