|
Jau, ich würd spontan sagen, die Frau hat recht!
Der Aspekt, dass exzessive Gewalt (physische sowie psychische) in der Darstellung eben keinen normalen, ja sogar wünschenswerten "Tabubruch" darstellt, sondern auch im Sinne Marcuses zu einer "repressiven Entsublimierung" führt - dies soll bedeuten, dass im Namen der Emanzipation von gesellschaftlichen Zwängen bzw. Normen anerkannte Triebsublimierungen aufgebrochen werden, und die ursprüngliche Triebstruktur wieder zum Vorschein kommt. Sei dies in der Darstellung und damit in der kathartischen Auslebung, oder sogar in der Nachahmung, in beiden Fällen führt die Triebauslebung nicht zu einer Befreiung des von seinen Trieben getrennten (also repressiv behandelten) Individuums, sondern ihrerseits zu einer Repression, indem die Triebauslebung nach und nach die durch die kulturelle Sublimierung geschaffene gesellschaftliche Form der sozialverträglichen Verarbeitung aufweicht, bis sich das Individuum wieder in einer Repression wiederfindet, nur diesmal nicht durch die ach so schreckliche Gesellschaft sondern diesmal durch die ungleich schwerer zu bekämpfende Triebstruktur die sich in seinem Unbewussten befindet - da sollte man sich doch hin und wieder mal fragen, was schlussendlich wünschenswerter ist...
|