Zitat:
Nun meine Frage: wir Imker werden relativ häufig zu besorgten Mitmenschen gerufen, bei denen sich Hornissen im näheren Wohnbereich gemütlich gemacht haben. Sollten wir Imker nun zu Hilfe kommen, oder diese ängstlichen Personen an die Feuerwehr bzw. Schädlingsbekämpfer weitervermitteln?
Gute Frage Josef. Sind es Leute, die ich kenne, versucht man zu helfen - keine Frage. Sind es Fremde, dann blocke ich meistens ab. Bei uns ist es so, dass diese Arbeit zu den Dienstleistungen zählt. Das heisst auf gut deutsch, die Leistung ist kostenpflichtig. Ich habe mir den Preis für die Entfernung eines Wespennestes erfragt. Sie kostet bei uns mit Anfahrt zwischen 120,00 und 180,00 Euro. Ich wurde in dieser Hinsicht schon mehrmals verarscht. Man gab vor einen Bienenschwarm im Grundstück zu haben. Also rückte man mit allen Utensilien an. Die Ernüchterung - keine Bienen sondern Wespen. Na gut, also hilft man. Wenn man dann im nachhinein vom Nachbarn erfährt, das er vorher beim Schädlingsbekämpfer angefragt hat, kommt der Frust. Man opfert die Zeit und erntet ausser einem kleinen Dankeschön rein gar nichts. Das mag vielleicht hart klingen, aber ich bin Imker und kein "Wespennestentferner".
Zitat:
Die Stiche selbst sind sehr schmerzhaft und brennen, als ob man direkt in Brennnesseln greifen würde.
Das kann ich mir lebhaft vorstellen. Ich habe mehrmals eine Hornisse seziert und unter dem Mikroskop betrachtet. Der Stachel ist eine Lanze! Lang und ziemlich stark. Ich möchte keinen Stich abbekommen. Hinzu kommt, dass der Stachel nicht wie bei unseren Bienen in einer Scheide liegt, sondern teilweise herausschaut. Ein Bienenstich ist fast steril, wird nur zur Verteidigung eingesetzt. Ein Wespen- oder Hornissenstich wird als Jagdwaffe eingesetzt. Sie verschmähen auch kein Aas. Also so ein Stich kann übelste Vergiftungen nach sich ziehen.
Ja, das wäre meine Meinung dazu.
Beste Grüße
Dieter