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 Betreff des Beitrags: Sind Hornissenstiche tatsächlich sooo gefährlich?
BeitragVerfasst: 31.08.2007, 21:58 
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Erst am vergangenen Mittwoch bekam ich abermals drei Hornissenstiche ab, zwei davon in die Linke Hand und einen weiteren in den Rücken. Bei den Stichen in die Hände war ich gewiss selbst Schuld, denn ohne den geringsten Schutz näherte ich mich auf etwa einem Meter einem wirklich imposanten Hornissennest. Unverzüglich und ohne jede Vorwarnung griffen mich die Hornis an und ich musste zum sofortigen Rückzug blasen. Offenbar war ein kapitaler Wetterumsturz Grund für die schlechte Laune der gelb-schwarzen Flieger.

Das Nest musste unter allen Umständen umgesiedelt werden, deshalb rein in den Imkeroverall, Schlüpfscheier und den dicken Lederhandschuhen. Trotz diesem, an sich sehr guten Schutz, bekam ich einen weiteren Stich in den Rücken ab und dies, obwohl ich noch ein relativ dickes Hemd zusätzlich unter dem Overall am Körper trug. :shock:

Die Stiche selbst sind sehr schmerzhaft und brennen, als ob man direkt in Brennnesseln greifen würde. Der Schmerz selbst dauert relativ lange, mitunter sogar einige Stunden an und selbst kaltes Wasser ist nur sehr gering Schmerzlindernd. Offenbar dringt der Stachel weitaus weiter als von anderen Insekten in die Haut rein und vermutlich löst dies hat eben ein wesentlich heftigeres Schmerzempfinden aus.

Nun lese ich im ORF, siehe bitte, http://ooe.orf.at/stories/218209/ dass abermals ein Mensch auf bedauerliche Weise infolge eines Hornissenstiches sein Leben lassen musste.

Nun meine Frage: wir Imker werden relativ häufig zu besorgten Mitmenschen gerufen, bei denen sich Hornissen im näheren Wohnbereich gemütlich gemacht haben. Sollten wir Imker nun zu Hilfe kommen, oder diese ängstlichen Personen an die Feuerwehr bzw. Schädlingsbekämpfer weitervermitteln?

LG Josef

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BeitragVerfasst: 01.09.2007, 14:32 
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Zitat:
Nun meine Frage: wir Imker werden relativ häufig zu besorgten Mitmenschen gerufen, bei denen sich Hornissen im näheren Wohnbereich gemütlich gemacht haben. Sollten wir Imker nun zu Hilfe kommen, oder diese ängstlichen Personen an die Feuerwehr bzw. Schädlingsbekämpfer weitervermitteln?


Gute Frage Josef. Sind es Leute, die ich kenne, versucht man zu helfen - keine Frage. Sind es Fremde, dann blocke ich meistens ab. Bei uns ist es so, dass diese Arbeit zu den Dienstleistungen zählt. Das heisst auf gut deutsch, die Leistung ist kostenpflichtig. Ich habe mir den Preis für die Entfernung eines Wespennestes erfragt. Sie kostet bei uns mit Anfahrt zwischen 120,00 und 180,00 Euro. Ich wurde in dieser Hinsicht schon mehrmals verarscht. Man gab vor einen Bienenschwarm im Grundstück zu haben. Also rückte man mit allen Utensilien an. Die Ernüchterung - keine Bienen sondern Wespen. Na gut, also hilft man. Wenn man dann im nachhinein vom Nachbarn erfährt, das er vorher beim Schädlingsbekämpfer angefragt hat, kommt der Frust. Man opfert die Zeit und erntet ausser einem kleinen Dankeschön rein gar nichts. Das mag vielleicht hart klingen, aber ich bin Imker und kein "Wespennestentferner".

Zitat:
Die Stiche selbst sind sehr schmerzhaft und brennen, als ob man direkt in Brennnesseln greifen würde.


Das kann ich mir lebhaft vorstellen. Ich habe mehrmals eine Hornisse seziert und unter dem Mikroskop betrachtet. Der Stachel ist eine Lanze! Lang und ziemlich stark. Ich möchte keinen Stich abbekommen. Hinzu kommt, dass der Stachel nicht wie bei unseren Bienen in einer Scheide liegt, sondern teilweise herausschaut. Ein Bienenstich ist fast steril, wird nur zur Verteidigung eingesetzt. Ein Wespen- oder Hornissenstich wird als Jagdwaffe eingesetzt. Sie verschmähen auch kein Aas. Also so ein Stich kann übelste Vergiftungen nach sich ziehen.

Ja, das wäre meine Meinung dazu.

Beste Grüße

Dieter

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"Echte Imker sind reine Idealisten, Materielles ist ihnen ein Greuel"


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BeitragVerfasst: 01.09.2007, 15:37 
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@ Der Bienen-Much

Dankeschön Dieter, damit

Zitat:
Der Bienen Much

Ein Wespen- oder Hornissenstich wird als Jagdwaffe eingesetzt. Sie verschmähen auch kein Aas. Also so ein Stich kann übelste Vergiftungen nach sich ziehen.


ist meine sorgenvolle Frage mehr als beantwortet :!:

Gottlob zeige ich keinerlei Reaktion auf Insektenstiche, aber dummerweise habe ich den Vergiftungseffekt bisher völlig außer Acht gelassen. Gerade bei Hornissen werde ich in Hinkunft nun besonders aufpassen, denn dieses Nest kommt mir alles andere als hygienisch vor.



Zu den Kosten einer bestellten Umsiedlung

Bei mir kostet das entfernen eines Wespennestes konsequent EUR 75,-- und bei Hornissen das doppelte. Allerdings refundiert die Haushaltsversicherung der betroffenen nahezu immer den ausgelegten Betrag.

Wem dies zu teuer ist, muss entweder damit leben oder einen Schädlingsbekämpfer zu Hilfe rufen. Lediglich bei Freunden, Verwandten oder guten Kunden ist das entfernen gratis.

Zitat:
der Bienen Much

Ich wurde in dieser Hinsicht schon mehrmals verarscht


Genau dies war der Grund für die Bekanntgabe der zu erwartenden Kosten für die Betroffenen. Erst wenn diese definitiv damit einverstanden sind, rücke ich aus. Natürlich enstehen keine Kosten, wenn eine Entfernung aus irgendwelchen Gründen, zB. sehr hoher Baum, nicht möglich ist.

LG und ein schönes Wochenende
Josef

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