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 Betreff des Beitrags: Ein Hornissenvolk übersiedelt in sein neues Quartier
BeitragVerfasst: 17.08.2007, 22:27 
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Ein Bekannter ersuchte mich kürzlich um Information was zu machen sei, da ein Hornissenvolk in seinem Dachboden Quartier bezogen hatte. Das Problem dabei war, dass der alte Dachstuhl in den nächsten Wochen abgerissen und stattdessen ein neuer errichtet werden sollte. Es bestand also durchaus große Gefahr für die Zimmerleute.

Natürlich bot ich sofort meine Hilfe und Unterstützung an und besichtigte unverzüglich das Volk. Dieses hatte sich tatsächlich dort oben ein kleines Paradies geschaffen, denn einerseits war eine kleine Lücke in einem Dachziegel und andererseits war jede Menge morsches Holz vorhanden. Das Volk selbst saß also bestens Wind- und Wettergeschützt und hatte obendrein noch jede Menge Baumaterialien zur Verfügung. In unmittelbarer Nachbarschaft wohnte einst ein Wespenvolk, welches gegen die kräftigen Nachbarn natürlich das Nachsehen hatte und vermutlich genüsslich den jungen Hornislarven zum Frühstück gereicht wurde -siehe Foto links unten.

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Das Nest selbst war etwas größer als der Kopf eines Erwachsenen Mannes und zeigte ein unglaublich pulsierendes Leben mit jeder Menge bereits flugfähigen Hornissen. Nun war guter Rat teuer, denn die rechte Seite der Aussenhülle war total mit einen Dachsparren verbunden, welcher beim Umsiedeln ganz sicher eine Beschädigung erleiden wird. Trotzdem und weil die Dame des Hauses sehr besorgt für das Volk war, kam ein liquidieren keinesfalls in Betracht. Also war Umsiedeln angesagt. :roll:

Dies ist an sich für mich kein wirkliches Problem und der Drohn schlüpfte in seinen Mörderbienenoverall, zog Handschuhe und Gummistiefel an, Schleier auf den Kopf, Schwarmkisterl mit einem Wasserzerstäuber in der einen Hand und einem großen Spachtel -im Foto leider nicht zu sehen- in der anderen. :lol:

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Nun musste natürlich alles schnell gehen, also rauf zu den Hornis, dieses ordentlich mit Wasser besprühen um anschließend den Schaft des Nestes vom Dachziegel zu lösen. In diesem Moment, liebe Freunde, konnte ich abermals erkennen welch tapfere Verteidiger die Wächterhornissen sein können, denn da griff alles an was außerhalb des Volkes und flugfähig war. Ohne dementsprechend sicherer Adjustierung hätte ich garantiert das Nachsehen gehabt. Ich möchte hier dringend davor warnen, leichtsinnig solch ein Unternehmen zu starten, denn dies kann mitunter sehr stark ins Auge gehen. :roll:

Unter Mithilfe eines Jägers konnte das Volk im Hinterhof eines aufgelassenen Jägerhauses ein prachtvolles Quartier finden. Wenn es dem Hornissvolk gelingt die Außenhülle zu reparieren und zu schließen, wurde abermals von einem Imker ganze Arbeit geleistet.

Hier sieht man wieder, wir Imker sind alles andere als Verfolger dieser prachtvollen und sehr schönen Insekten.

LG Josef

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BeitragVerfasst: 18.08.2007, 20:05 
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Zitat:
Dies ist an sich für mich kein wirkliches Problem und der Drohn schlüpfte in seinen Mörderbienenoverall, zog Handschuhe und Gummistiefel an, Schleier auf den Kopf, Schwarmkisterl mit einem Wasserzerstäuber in der einen Hand und einem großen Spachtel.


Mein Kompliment Josef, du siehst echt schmuck aus in deinem Overall. ;-)

Bis jetzt habe ich noch kein Hornissennest umgesiedelt. Du sag mal, bleibt das Volk in dem Schwarmfangkasten? Interessant wäre, ob die Hornissen das Nest wieder anbauen bzw. reparieren.

PS. Hast du was in Erfahrung bringen können, um was für eine Wespenart es sich bei dir zu Hause handelt. Äh, ich meine die Wespen, die wie der liebe Herrgott übers Wasser laufen können.

Beste Grüße

Dieter

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BeitragVerfasst: 18.08.2007, 22:02 
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Zitat:
Mein Kompliment Josef, du siehst echt schmuck aus in deinem Overall.


Dankeschön Dieter, dieser Overall ist natürlich für extreme Einsätze gedacht. Aber du kannst dir sicherlich vorstellen was sich da oben beim Nest abspielt. :shock: noch einmal und immer wieder, solch ein Einsatz ist nichts für Greenhorns.

Zitat:
Bis jetzt habe ich noch kein Hornissennest umgesiedelt


Möglicherweise steht bereits morgen den nächste Einsatz auf dem Programm, denn heute hat bei uns ganz aufgeregt "große gelbe Bienen" gemeldet! Sie hat deswegen große Angst un bat mich um Unterstützung.

Zitat:
Du sag mal, bleibt das Volk in dem Schwarmfangkasten?


Nein, bleibt nicht, lediglich zur Regeneration für einige Tage. Wenn sich das Volk erfangen hat, gehört der Kasten wieder mir. ;-)

Zitat:
Hast du was in Erfahrung bringen können, um was für eine Wespenart es sich bei dir zu Hause handelt. Äh, ich meine die Wespen, die wie der liebe Herrgott übers Wasser laufen können.


Nein, leider noch nicht :oops: blöderweise total vergessen. Aber in unserer Fischerrunde haben wir einen Insektenfachmann, diesen werde ich nun befragen.

Einen schönen Sonntag wünscht
Josef

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BeitragVerfasst: 19.08.2007, 20:36 
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Der Bienen-Much hat geschrieben:
Zitat:
PS. Hast du was in Erfahrung bringen können, um was für eine Wespenart es sich bei dir zu Hause handelt. Äh, ich meine die Wespen, die wie der liebe Herrgott übers Wasser laufen können.



Bingo Dieter, ich habs :!:

Ein Fischer meines Revieres hats gefunden,

hier bitte: http://www.hornissenschutz.de/feldwespen.htm

Es ist die "Deutsche Wespe Vespa germanica" Dieses Tier dürfte bisher eher im Gallischen Raum beheimatet gewesen sein. Heuer sah ich dies Wespe erstmalig auch bei uns im Weinviertel.

Ich steche zurück, wenn dieser Einwanderer unseren Bienen etwas zuleide tut! :lol:

LG Josef

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BeitragVerfasst: 20.08.2007, 12:36 
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Zitat:
Es ist die "Deutsche Wespe Vespa germanica"


Interessant, Josef – Danke für die Infos.

Zitat:
Unterschiede zu den Echten Wespen:
Die langen Beine hängen beim Flug der Feldwespen sehr weit herunter, ein sicheres Erkennungszeichen. Ebenso ist der insgesamt sehr schlanke Körperbau ein Merkmal.


Noch was: Die können wie der liebe Herrgott übers Wasser laufen. ;-)

Vielleicht schwirren die sogar bei uns rum? :shock:
Man könnte sie tatsächlich für kleine Hornissen halten.

Beste Grüße

Dieter

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BeitragVerfasst: 20.08.2007, 17:39 
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Zitat:
Vielleicht schwirren die sogar bei uns rum?


Ja, das tun sie! Ich habe im Juli bei uns schlanke große Wespen gesehen, die beim Fliegen auffällig die Hinterbeine lang herunterhängen ließen. Leider konnte ich keine fangen, auf dem Wasser habe ich sie noch nicht beobachtet, da bei uns der Bach sehr schnell fließt.
Bei mir am Haus ist es sehr warm, scheinbar lieben diese Wespen das. Sie haben den Weinstock und die Blumen nach Freßbarem abgesucht und sind dann wieder verschwunden. Wenn ich sie nochmal sehe, mache ich Jagd auf sie - mit dem Fotoapparat! :D


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BeitragVerfasst: 20.08.2007, 20:10 
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Maja hat geschrieben:
Zitat:
Wenn ich sie nochmal sehe, mache ich Jagd auf sie - mit dem Fotoapparat!


Jaaa biiitte und sofort zeigen, damit wir einen Vergleich machen können.

Aber aufpassen Maja, die sind sehr flick, no na bei der Figur, und stechen sehr brutal zu. Mein Enkerl bekam kürzlich vier Stiche in den Oberarm.

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BeitragVerfasst: 31.10.2007, 21:19 
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Obwohl das laufende Jahr bereits sehr weit fortgeschritten ist und Hornissen eigentlich keine Plage mehr sein sollten, wurde ich heute eines besseren belehrt.

Über Ersuchen der Hausbesitzer wurde ich gebeten, Bienen oder Wespen, die sich sehr zahlreich im Hause befinden, zu entfernen. Als ich die Räumlichkeiten des oberen Stockwerkes besichtigte, musste ich unverzüglich zur Tat schreiten, denn jedes Zimmer war übersät von nach Nahrung suchenden Hornissen. Auch an den Wänden, Böden und den Fenstern waren hunderte Hornis zu sehen. Die Bewohner waren bisher einer enormen Gefahr ausgesetzt, denn mittels Staubsauger und Fliegenklatschen versuchten sie diese zu bekämpfen. Sämtliche Steck- und Verteilerdosen wurden von ihnen mittels Klebebändern verschlossen, dennoch fanden die Hornis den Weg ins innere der Räumlichkeiten. Erstaunlicherweise bekam bisher keiner einen Stich ab.

Der Verdacht, wo sich das Nest in etwa befinden könnte, bestätigte sich bereits bei der ersten kleinen Öffnung der Rigipsplatte, denn das Nest war sofort zu erkennen. Nach Freilegung einer etwa 50 x 70 cm großen Fläche war das gewaltige Nest erst so richtig zu sehen. Das ganze stank echt grässlich nach Kot und faulem Fleisch. Die Königin selbst hat mit diesem Platz beste Wahl getroffen, denn warm, trocken und nach wie vor Futter in Hülle und Fülle, ließ bisher keinerlei Not aufkommen

Unter tatkräftiger Mithilfe des Hausherrn, konnte nun Scheibe für Scheibe und Wabe für Wabe sehr vorsichtig abgetragen und in zwei (!) volle Säcke verfrachtet werden. Auf diese Weise konnte das ganze Nest beseitigt und somit weitere Gefahr für die Bewohner verhindert werden.

LG Josef

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BeitragVerfasst: 31.10.2007, 22:38 
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Und du hast kein Bild gemacht? :cry:

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Zuletzt geändert von Der Bienen-Much am 02.11.2007, 08:16, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 31.10.2007, 23:28 
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Der Bienen-Much hat geschrieben:
Und das hast kein Bild gemacht? :cry:


Nein Dieter leider, denn dies war ein fremdes Haus und da wollte ich natürlich dezent sein und keines machen. Die Kamera lag aber selbstverständlich für alle Fälle griffbereit.

Aber einer der Söhne hat welche für die Haushaltsversicherung gemacht. Da ich morgen ohnehin zu einer Nachkontrolle hinfahren muss, werde ich diesen jungen Mann um ein Bild ersuchen.


Bei der Gelegenheit sogleich Frage an unsere Deutschen Freunde: wie schauts Hornissenmäßig bei Euch aus, bzw. gibt es heuer ebenfalls so viele wie bei uns?

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BeitragVerfasst: 01.11.2007, 16:51 
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@ der Bienen-Much

Soderle Dieter, hier ein Bild welches der Sohn von der Hornis geplagten Familie für die Versicherung machte. Natürlich war für ihm nicht -leider- das Hornissenvolk an sich relevant, sondern der infolge der Absiedlung entstandene Schaden.

Ad hoc würde ich meinen, dies war das bisher zweitgrößte Hornissenvolk welches ich bisher bestaunen dufte. Der Bau selbst war bedeutend größer als als die ersichtliche Öffnung. :shock:

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In Hinkunft lieber Dieter & All, werde natürlich ich selbst und ohne Rücksicht auf die dortige Begebenheit Fotos machen. ;-)

LG Josef

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