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 Betreff des Beitrags: Bienenvölker Neuaufbau mit Ablegern
BeitragVerfasst: 30.04.2008, 20:16 
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Hallo Zusammen!

Und schon wieder eine Anfängerfrage: ich habe jetzt einmal den Versuch gewagt, 3 Bienenvölker mit 6-Wabenablegern aufzubauen. Nun stellte sich mir heute die Frage, wie ich den Ableger "richtig" in die Zarge setze.

Nunja, nun habe ich folgende Lösung gewählt:
- Brutnest (5 Rähmchen) NICHT getrennt, in der Mitte der Zarge
- links Aussen 3 Rähmchen mit Mittelwänden
- rechts ganz Aussen 1 Rähmchen mit Futter
- daneben 1 Leerrähmchen (für Drohnenbau), also zwischen Futter und
Brutnest

Ich hoffe, ich habe das nicht ganz falsch gemacht - wie macht ihr das?


Und beim Einsetzten der Zargen ist mir dann noch ein Gedanke gekommen. Über der obersten Zarge / Stock liegt ja diese 0,1mm dicke Kunststofffolie um Ruckeln beim Öffnen des Stockes zu vermeiden. Da ich aber keinen Innendeckel fürs Magazin besitze (nur Aussendeckel), habe ich den Futteraufsatzrahmen (SeWol) immer am Stock, also über der Folie, damit diese nicht im Aussendeckel "verschwindet". Ist das eigentlich unüblich? Soll man den Futteraufsatzrahmen nur verwenden, wenn man auch einfüttert. Wie sieht es da bei euch in der langjährigen Praxis aus?

Fragen, über Fragen - aber ich bin euch schon jetzt dankbar für eure Antworten.

Liebe Grüße,
Andreas


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BeitragVerfasst: 30.04.2008, 21:37 
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Gute Frage Andreas, dann möchte ich gleich einmal lospreschen :!:

So mache ich es immer:

Beute 10 rahmig ÖBW mit hohen Boden und ebenfalls Futterschale. Diese kommt zwar sofort auf die Zarge, kommt aber erst später zum Einsatz.

Links beginnend:

Futterwabe, dann mindestens 2 verdeckelte -je mehr desto besser- Brutwaben mit den aufsitzenden Bienen und als Abschluss kommt eine Leerwabe. Es befinden sich nun mindestens 4 Waben -unterste Ableger Grenze- in der Beute. In dieser Anfangsphase kommen noch keine MW hinein, aber auch kein Schied.

Nun wird das Flugloch auf höchstens 1,5 cm eingeengt und erst dann kommt ein Kiloglas aufgelöstes Zuckerwasser 1:1 am hintersten Rand der Beute zum Einsatz. Im Deckel des Glases sticht man mit einem Körner einige kleine Löcher hinein und stellt dies waagrecht auf zwei Hölzchen. Somit sind die Bienen, egal welches Wetter herrscht, bestens versorgt.

Du wirst nun staunen Andreas, zumeist bauen die Bienen innerhalb einer Woche die ersten Herzerln unter der Folie und neben der letzten Wabe. Nun kommt die erste MW zum Einsatz. Diese bekommt ihren Platz als vorletzte von rechts gesehen. Die rechte Leerwabe rückt also infolge der stetigen MW Gabe immer mehr nach rechts. Auf diese Weise bekommt man herrlich jungen Wabenbau und die alten können somit entsorgt werden.

Wenn die Bienen nicht zu bauen beginnen, stimmt ganz einfach etwas nicht und somit wird eine genaue Revision fällig. Bauen sie, kann natürlich jeder Eingriff unterbleiben. Wenn nun für das Glas kein Platz mehr vorhanden ist, wird eben 1 x wöchentlich und dies konsequent, von der Futterschale gefüttert. Bioimker nehmen natürlich Biozucker, keine Frage.

So lieber Andreas erstelle ich meine Ableger und bringe sie auf diese Weise zu Vollvölkern. ;-)

Damit wurde auch die Frage bezüglich der fehlenden Deckeln beantwortet.

Josef

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BeitragVerfasst: 01.05.2008, 16:00 
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Hallo Josef!

Danke für den Einblick in deine Vorgangsweise.

Ich habe aber gleich noch eine Frage: wenn ich zur jetzigen Zeit bereits fertige Ableger in die Bienenstöcke einsetze, muss ich dann zusätzlich mit Zucker einfüttern? Momentan stehen wir ja in einer "super" Tracht, alles blüht rund um uns herum. Kann sich ein (Ableger-)Volk selbst erhalten, obwohl es ja weniger Flugbienen hat?

Ich habe gestern nämlich bei mir auch 3 "fertige" 6-Wabenableger in ihre weitere zukünftige Behausung eingesetzt. Ich bin mir aber momentan noch etwas unschlüssig, ob ich ihnen Zuckerwasser zugeben soll. Was meinst du/ihr dazu?

Lg, Andreas


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BeitragVerfasst: 01.05.2008, 20:48 
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Bitteschön, sehr gerne Andreas! :n3:

Aber zuerst noch das gestern vergessene: Baurahmen gebe ich grundsätzlich niemals in Ableger. Nicht nur weil ich den Erfolg anzweifle, sondern weil dies dem Volk doch sehr viel unnötiger Substanz kostet.

Nun zu Deinen Fragen: Ableger füttere ich grundsätzlich und egal welche Tracht ist mit einem Glas 1:1 Mischung -aufgelöst- wöchentlich. Dies macht durchaus Sinn, denn einerseits haben haben diese Jungvölker doch noch sehr wenige Trachtbienen und andererseits soll ja der Futterstrom unter keinen Umständen zum erliegen kommen. Du brauchst bitte keine Sorge wegen zuviel Futter haben, die Mami legt wie wild darauf los und diese frische Brut braucht eben Energie.

Also nur zu bei den dreien Jungvölker und sei mit Futtergabe, zumindest bis der untere Raum komplett voller Bienen ist, nicht allzu sparsam.

Josef

PS: Wenn Du etwas Zeit hast Andreas, füge doch bitte ein nettes Avatar ein. ;-)

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 02.05.2008, 17:32 
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Hallo Josef!

Danke für deine Hilfe! Ich werde dann eine 1:1 Lösung herstellen. Nimmst du auch ganz normalen Wiener Zucker, also Haushaltszucker?

Ich habe mir schon mal für die neu eingesetzten Ableger 3 Futtertassen gekauft (ich kann diese ja direkt oben in meine Beuten einsetzen) - ich denke wenn ich pro Ableger mal 0,75l einfüttere sollte das ja eine Weile reichen...

Vielen Dank nochmals,
Andreas

P.S. Avatar kommt in den nächsten Tagen:-)


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BeitragVerfasst: 02.05.2008, 20:29 
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laszarus hat geschrieben:
Nimmst du auch ganz normalen Wiener Zucker, also Haushaltszucker?


Ist mir als zertifizierter Bioimker natürlich absolut unmöglich. Muss also rechtzeitig darauf schauen, dass bei der Erstellung der ersten Ableger bereits Biozucker vorrätig ist.

Zitat:
Zitat laszarus

Avatar kommt in den nächsten Tagen


Freue mich und warte bereits mit Spannung darauf.

Josef

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 Betreff des Beitrags: Futterglas
BeitragVerfasst: 02.05.2008, 21:23 
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Lieber Josef,

schon wieder eine Anfängerfrage.

Das mit dem Glas auf 2 Hölzchen verstehe ich, aber:
a) wie dick/hoch sind die Hölzchen? und
b) was ist unter dem Glas? Eine Schale, eine Untertasse, nix? Bei letzterer Variante hätte ich aber Angst, daß alles ausläuft.

Sorry und danke im Voraus für nähere Erläuterungen von

franz


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BeitragVerfasst: 02.05.2008, 21:43 
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@ gärtner

Etwa 10 cm lange und 1 cm hohe Hölzchen genügen vollkommen. Wir machen unsere Rähmchen selbst, Abfall von diesem Rähmchenholz eignet sich dazu bestens.

Unter dem Glas ist natürlich gar nichts, also freier Zugang für die Bienen und glaub mir bitte, wenn der Deckel gut verschlossen ist, rinnt überhaupt nichts aus. Diese Art zu füttern ist infolge der Nähe des Glases an der ersten Wabe tatsächlich sehr effektiv.

Ist schon spät und ich musste in den Keller, aber morgen stelle ich zur Demonstration ein Bild ins Forum.

Josef

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.05.2008, 16:04 
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Hallo Leute!

So...meine drei Ableger dürften sich jetzt langsam gut in ihrem neuen Zuhause eingelebt haben. Bereits seit gestern sammeln die fleißigen Mädels brav Pollen und haben richtig satt gelbe Höschen bei der Heimkehr - somit nehme ich an, dass die Orientierungsflüge weitgehend beendet sind.

Nun ist mir heute aber nochmals eine Idee gekommen, wobei ich mit nicht ganz sicher bin. Bei einem Vollvolk ist ja die Temperatur- u. Feuchtekontrolle im Stock kein Problem, aber wie sieht es bei einem Ableger aus?

Gerade, da ich Beuten mit offenem Boden verwende, bin ich am Überlegen, ob ich die aussenliegende Varroatasse derzeit noch ständig stecken lassen soll, oder ob ich diese nur für die Gemülldiagnose verwenden sollte. Ich habe zwar einen hohen Boden, aber dennoch denke ich, ist es in den Beuten bei fehlender Tasse doch etwas zügiger, und ob das der Ableger bereits regulieren kann?

Was meint ihr dazu?

Viele liebe Grüße,
Andi


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 Betreff des Beitrags: Re: Futterglas
BeitragVerfasst: 03.05.2008, 19:45 
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gärtner hat geschrieben:
Das mit dem Glas auf 2 Hölzchen verstehe ich, aber:
a) wie dick/hoch sind die Hölzchen? und
b) was ist unter dem Glas? Eine Schale, eine Untertasse, nix? Bei letzterer Variante hätte ich aber Angst, daß alles ausläuft.


Soderle, hier bitte zwei Fotos, die die Futtergabe dokumentieren. Das erste zeigt den mit einem kleinen Körner perforierten Deckel und das zweite wie man das Glas aufstellt. Pardon bitte für das zweite, dieses ist etwas schief geworden. Hier wurde Waldblütenhonig -Schöpfhonig- als Futter gewählt.

Bild
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Bild
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@ laszarus

Tut mir echt Leid Andi, aber bei Deiner Frage muss ich passen, denn ich verwende keine offenen Böden. Aber rein aus dem Bauch heraus würde ich die Böden zumachen, denn die Eisheiligen können sehr böse werden und dann lauert auch noch die Schafkälte auf unsere Bienen. Verkühlte Brut ist kein sehr schöner Anblick!

Josef

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04.05.2008, 06:46 
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Siegerfoto 2008 Kalenderwettbewerb
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Wohnort: Hagenbrunn/NÖ u. Steyr/OÖ
laszarus hat geschrieben:

Gerade, da ich Beuten mit offenem Boden verwende, bin ich am Überlegen, ob ich die aussenliegende Varroatasse derzeit noch ständig stecken lassen soll, oder ob ich diese nur für die Gemülldiagnose verwenden sollte. Ich habe zwar einen hohen Boden, aber dennoch denke ich, ist es in den Beuten bei fehlender Tasse doch etwas zügiger, und ob das der Ableger bereits regulieren kann?



Ich habe auch Seegebergerbeuten mit hohem unten offenen Boden. Der ist ja im Winter auch offen und kein Problem für die Völker.
Da jetzt im Frühling aber mehr Brut da ist, die Wärme benötigt, würde ich nur bei Ansage eine längeren Kälteperiode die Windel einlegen, sonst isolieren ja die Beuten hervorragend und ich denke, dass da genug Wärme für die Babys da ist und die Bienen sie schön warm halten können.

@ Josef:
Sehe ich da auf deinem 2. Foto als Abstandhalter bei den Rahmerln Spaxschrauben? Hast du damit kein Problem beim Ziehen der Waben und beim Schleudern mit Verheddern (ups, der Oberösterreicher bricht durch, gemeint ist Hängenbleiben) im Schleudergitter?

LG

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Reinhard

http://honigfritsch.jimdo.com/

In Wirklichkeit ist die Realität ganz anders


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 06.05.2008, 18:15 
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Wohnort: Reichenau/Mkr.
Hallo mal wieder!

Heute habe ich bei meinen drei Ablegern mal bei den "Futterständen" in meinen Stockabdeckungen nachgesehen - tja, was soll ich sagen: jetzt bin ich doch ein wenig beunruhigt.

Zur Ausgangslage: ich habe - wie schon beschrieben - 3 gleich große (starke) Ableger in meine Sewolbeuten eingesetzt. Letzten Samstag habe ich mich dazu entschieden, ihnen (obwohl wir bei uns momentan eine super Tracht haben, ich allerdings nicht weiß wieviele Flugbienen in den Ablegern schon vorhanden sind) jeweils 600 ml Zuckerwasser 1:1 einzufüttern. Die Futterabgabe erfolgt bei mir über den Futterdeckel mit zugehörigem Einsatz.

Nun habe ich heute festgestellt, dass in einem Volk bereits alles weggefuttert wurde und die fleißigen Bienchen noch immer im Zugang zur Futtertasse saßen. In den anderen beiden Völkern sieht es aber so aus, als ob noch nicht recht viel Futter angerührt wurde. Die bereits leere Futtertasse habe ich nun heute wieder mit 600ml 1:1 aufgefüllt.

Wie kann ich mir jedoch dieses Ungleichgewicht erklären? Liegt es an der derzeitigen fülligen Tracht, oder haben die anderen Bienis die Futtertassen "nur noch nicht gefunden"? Eine Räuberei kann ich um diese Jahreszeit fast ausschließen, da sich die Bienen im Ganzen ruhig verhalten, es gibt kaum Totenfall und auch der Einflug zu den Stöcken sieht ganz normal aus...

...bestimmt habt ihr eine Erklärung für diese Tatsache - nur ich komme nicht drauf.

Vielen Dank euch allen und liebe Grüße,
Andreas

P.S. @Josef: mein Avatar fehlt noch immer, bemühe mich aber ein schönes zu finden. Nur derzeit hab ich soviel um die Ohren: endlich meine neuen Bienen und dann noch Prüfungszeit an der Uni... :shock:


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