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 Betreff des Beitrags: Klarsichtfolie, wozu?
BeitragVerfasst: 15.02.2008, 19:51 
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Eine Klarsichtfolie im Herbst ist mir für meine Bienen mindestens ebenso wichtig wie Propolisgitter im Frühjahr. Nun, was bezwecke ich mit einer Folie und wie sollte diese beschaffen sein?

Eine Folie dient mir in erster Linie nicht nur um beim öffnen eines Bienenvolkes von einer zornigen Bienenwolke umgeben zu sein, sondern diese verschafft mir auf relativ ruhige Weise einen ersten Gesamteindruck des Volkes zu erhalten. Auch bein abheben des Deckels erweist sich der große Vorteil einer Folie, würde diese nämlich fehlen, wäre ein totales verbauen des Raumes zwischen Rähmchenoberträger und Deckel die Folge. Beim öffnen müsste ich nun Gewalt anwenden, was die Bienen naturgemäß nicht für sehr gut halten. Befindet sich nun eine Folie auf den Rähmchen, kann ich ganz ruhig und mit Bedacht den Deckel abheben und nach dem ersten Eindruck einen leichten Rauchstoß unter die etwas angehobene Folie geben. Das Volk ist nun für einige Minuten sehr ruhig, was das arbeiten natürlich wesentlich erleichtert.

Aber nicht nur mir kommt beim bearbeiten des Volkes diese Folie zugute, sondern noch bedeutend mehr den Bienen selber, denn diese können damit ihren Wärmehaushalt wesentlich besser regulieren. Auch haben die Bienen zu Brutbeginn ab etwa Mitte Jänner unter der Folie bereits etwas Verdunstungswasser zur Verfügung.

Als Folie verwende ich eine Dampfsperre wie sie Heimwerker in den diversen Baumärkten erwerben können. Die Stärke ist 0,2 mm, also eher stark und nahezu Glasklar. Der Preis dafür beträgt pro 25 m2 Rolle etwa 35,-- Euro. Dies hört sich möglicherweise viel an, man muss aber bedenken, dass man damit 125 Folienabdeckungen herausschneiden kann. Im österreichischen Breitwabenmaß gibt es erfreulicherweise nahezu keinen Verschnitt. Diese lediglich etwa 30 Cent pro Volk sollte einem gewissenhaften Imker, der etwas für seine Völker übrig hat, unbedingt wert sein. Übrigens, niemals verwende ich gebrauchte Folien ein zweites mal, diese wandern im Frühjahr stets in die gelbe Tonne und stattdessen kommt nun das Propolisgitter zum Einsatz.

Ab wann ist bei mir nun eine Plastikfolie im Einsatz? Zu Beginn der Milbenbehandlung, also etwa Ende August wird das bisher verwendete Propolisgitter entfernt und an dessen Stelle kommt nun die Folie. Genau im Zentrum schneide ich mit einem Cuttermesser eine 3 x 1 cm große Öffnung heraus. Diese relativ kleine Öffnung dient nun den Bienen als Durchgang zur Futterschale. Die Bienen selbst verkitten das Plastik an den Beutenrändern ebenso fest wie der Glaser ein Fenster mit Kitt sichert. Also durchaus Zugfest.

Falls diesbezüglich noch offene Fragen sind, bitte nur zu, sehr gerne werde ich diese beantworten

LG Josef

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Die Bienenzucht ist die Poesie der Landwirtschaft, meint Drohne


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 Betreff des Beitrags: Folie
BeitragVerfasst: 15.02.2008, 21:01 
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Hallo, zusammen,

da ich mich bemühe, sehr ökologisch nach Demtermaßstäben zu arbeiten,
gebe ich statt der Folie ein wachsgetränktes Leinentuch.
Das erfüllt die gleichen Zwecke, gibt mir aber die Ruhe der Unbedemnk-
lichkeit.
Freundliche Grüße bienudo

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Wer wie die Biene wäre, die die Sonne auch durch den Wolkenhimmel fühlt, die den Weg zur Blüte findet und nie die Richtung verliert........
von Hilde Domin


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 Betreff des Beitrags: Re: Folie
BeitragVerfasst: 15.02.2008, 22:09 
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bienudo hat geschrieben:
da ich mich bemühe, sehr ökologisch nach Demtermaßstäben zu arbeiten, gebe ich statt der Folie ein wachsgetränktes Leinentuch.
Das erfüllt die gleichen Zwecke, gibt mir aber die Ruhe der Unbedemnk-
lichkeit.


Eben nicht lieber Udo, dies war bei uns vor 30 Jahren üblich!

Mensch mein lieber Wanderlerher Hans Medonig, schau runter zu mir, Deine Philosophie feiert beim Udo fröhliche Auferstehung. :D

Meine Einwände Udo:

a.) da dieses Leinentuch mehrmals und bei verschiedenen Völkern zu Einsatz kommt, ist es seuchenhygienisch höchst bedenklich.

b.) damit verschenkst Du jede Menge Propolis

c.) im Winter fehlt den Bienen zu Brutbeginn das notwendige Wasser.


Also möchte ich die Ruhe der Unbedenklichkeit infrage stellen. Aber grundsätzlich möge jeder so arbeiten, wie er es für richtig und auch nötig hält.

Josef

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BeitragVerfasst: 16.02.2008, 08:52 
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Zitat:
c.) im Winter fehlt den Bienen zu Brutbeginn das notwendige Wasser.


Hier muss ich dir wiedersprechen Josef, Schwitzwasser wird von den Bienen nicht aufgenommen. Es ist Schwitzwasser – Destilliertes Wasser - ohne jeglichen Wert. Da es nach oben nicht ausweichen kann, schlägt sich das ganze als Kondensat nieder und muss mühevoll von den Bienen durchs Flugloch nach außen transportiert werden. Ein Gitter das ganze Jahr über aufgelegt, ist biologisch gesehen die bessere Lösung. Ein Leinentuch hat den Vorteil das es Wasser aufsaugt und aus Naturmaterialien hergestellt ist. Folien, die im Baugewerbe zum Einsatz kommen, sind mit Weichmachern vollgepumpt und entsprechen keinesfalls den vorgaben Lebensmittelechten Kunststoffen. Seuchenhygienisch, ist relativ! Waben hin und her geschoben, der Imkerschutzanzug, der Stockmeißel, die Hände des Imkers – alles ist Seuchenhygienisch bedenklich – wenn man so will.

Herzliche Grüße

Dieter

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"Echte Imker sind reine Idealisten, Materielles ist ihnen ein Greuel"


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BeitragVerfasst: 16.02.2008, 14:12 
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@ Dieter

eine Dampfsperre die für den Innenausbau verwendet wird, ist natürlich keine Baufolie im herkömmlichen Sinne wie es z.B. bei Rohbauten zum Fenster verschließen verwendet wird, oder wie jene Folien die bei vollen Palettengläsern verwendet werden, sondern dies ist eine biologisch völlig unbedenkliche Folie. Also ebenso unbedenklich wie etwa Tiefkühlsackerl, ect.

Zum Schwitzwasser: durch die 3 x 1 cm Öffnung zur Futterschale nach oben, kann sich natürlich nicht Literweise Schwitzwasser bilden, sondern lediglich etwas haftet an den Rändern der Beutenwand. Dieses wenige Wasser ist zu Brutbeginn mit Sicherheit den Bienen höchst willkommen und erspart den Wasserträgerinnen auch unter 10c auszufliegen. Von mühevoll nach außen transportieren kann hier also keineswegs die Rede sein. Auch gibt es infolge der Öffnung und des wenigen Wassers niemals angelaufene Waben.

Zitat:
Zitat Der Bienen Much

Ein Gitter das ganze Jahr über aufgelegt, ist biologisch gesehen die bessere Lösung.


Wir benötigen jährlich sehr viel Propolis, aber ein Gitter zu deren Gewinnung kann ich logischerweise nur vom Frühjahr bis zu Beginn der Behandlungen verwenden. AS oder OS möchte ich klarerweise nicht einmal im Nanobereich ernten.

Aber Du hast schon Recht Dieter, garantiert nicht jede Folie kann als Abdeckung verwendet werden, deshalb greife ich eben zu besagtem und sehr teuren Produkt.

LG Josef

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 Betreff des Beitrags: Klarsichtfolie wozu?
BeitragVerfasst: 16.02.2008, 16:18 
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Registriert: 22.10.2007, 19:00
Beiträge: 377
Der Einstein hat Eure Argumente gelesen und ich "zerspringe fast vor Schreibwut"
1. Weichmacher: bitte zur gefälligen Kenntnisnahme, daß Weichmacher in sehr großem Maße in gefärbten Folien vorkommen, je dunkler die Folie dest mehr, denn die Weichmacher werden durch UV-Licht aus den Folien "rausgedrückt".
In Klarsichtfolien kann man eigentlich keine Weichmacher reingeben, weil die immer färbend sind.
Diese "Geschmeidighalter in den Klarsichtfolien " sind im eigentlichen Sinnen keine Weichmacher!!!!!!!!
Zum Thema Baumwolltuch:
Ich habe Euch schon mal einen Beitrag geschrieben über Verdunstungskälte bzw. Erhöhung der Luftfeuchtigkeit.

Ein wenig zur Physik:
wenn es im Raum zu trocken und zu heiß ist, dann hängt der Mensch feuchte Tücher auf um zu kühlen oder die Luftfeuchte zu erhöhen, so machen wir das auch bei den Bienen, weil die Bienen haben es im Winter ja sowieso immer zu warm.
Noch einmal: Wasser, wenn kondensiert verströmt keine Verdunstungskälte mehr!!! Bitte das zur Kenntnis zu nehmen.
Und ich dachte immer Imker sind Physiker (Praktiker) und wissen über die alltäglichen Dinge Bescheid - anscheinend doch nicht!!


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