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 Betreff des Beitrags: Zitrusbock
BeitragVerfasst: 27.06.2008, 23:25 
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Registriert: 02.03.2008, 22:39
Beiträge: 356
Wohnort: D-Brandenburg
Das könnte auch für imkerliche Baumliebhaber interessant sein. Nachfolgend ein Artikel aus der Berliner taz - "die tageszeitung" vom 27. Juni 2008:

Zitat:
DRINGEND GESUCHT
Ein kleiner, etwa 2 bis 3,5 Zentimeter großer Käfer bedroht unsere Bäume. Sein Name: Anoplophora chinensis, auch Zitrusbockkäfer genannt. Eigentlich hat der in Asien beheimatete Käfer hier nichts zu suchen. Doch er hat jetzt auch den Sprung nach Mitteleuropa geschafft. Das Transportmittel waren Fächerahornbäume (Acer palmatum) aus Asien. Rund 100.000 Stück davon waren in diesem Frühjahr von Lebensmittelketten und Märkten zum Preis zwischen 4 und 14 Euro verkauft worden. In einem Teil davon hauste der Zitrusbockkäfer. "Wir müssen eine Ausbreitung des Käfers unbedingt verhindern", warnte vor wenigen Tagen das Bundesinstitut für Kulturpflanzen in Braunschweig. Der Käfer hat hierzulande keine Feinde und würde über Laubbäume wie Ahorn, Buche, Weide, Birke, Platane, Rosskastanie oder Apfelbaum herfallen. "Wer die Käfer sieht, sollte sie einfangen oder einfach töten", sagt das Bundesinstitut. Besitzer der Ahornbäumchen sollten regelmäßig ihre Pflanze nach Bohrspänen oder Ausbohrlöchern untersuchen. Verdächtige Pflanzen oder Käfer sollten dem Pflanzenschutzdienst gemeldet werden.


Also: Augen auf!

franz.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28.06.2008, 10:22 
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Registriert: 19.03.2007, 16:40
Beiträge: 221
Wohnort: Halsbrücke / Sachsen
Hallo Gärtner,

ich halte den Artikel für typisch deutsche Panikmache. "Alles Fremde ist gefährlich." Natürlich haben Bockkäfer jeder Art hier Feinde in Form von Holzwespen und Singvögeln. Denen ist es egal, ob sie sich über einheimische oder fremde Käfer hermachen, Hauptsache sie sind freßbar.

Noch mehr Schädlinge im Wald sind zwar schlecht, aber ein neuer Sündenbock(käfer) lenkt schön davon ab, was unsere Förster jahrzehntelang mit den vorhandenen Fichten- und Kiefermonokulturen versaut haben.

Gerade eben ist man etwas schlauer geworden und pflanzt auch wieder Buchen und Eichen, oft auch in Monokultur, nun kommt ein Laubholzfresser aus Asien. Von der Förderung eines artenreichen, vogelfreundlichen (Nutz-)Waldes mit Tot- und Unterholz sowie Hecken und Wiesenabschnitten auf Lichtungen ist man bei uns noch weit entfernt.

Viele Grüße

Maja


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitrusbock
BeitragVerfasst: 24.09.2008, 08:20 
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Registriert: 18.09.2008, 07:01
Beiträge: 6
Wohnort: 8940 Liezen
Hallo Maja!

Das Problem mit dem Zitrusbockkäfer, aber auch mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer ist, dass diese die Pflanzen unweigerlich zum Absterben bringen und auch vollkommen gesunde Bäume befallen werden. Bei den einheimischen Bockkäfern ist es so, dass diese fast ausschließlich, wenn überhaupt "Sekundärschädlinge" sind. Das bedeutet, der Baum muß an sich in seiner Physiologie bereits geschwächt sein. Der Citrusbock bzw. As. Laubholzbockkäfer als Imago ist nicht gefährlich, aber die Larven sind es, die den Schaden machen, denn sie leben versteckt im Wurzelbereich.....ergo kann man sie auch nicht bekämpfen. Man sollte diesen Käfer nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn er ist auch als "Quarantäneschädling" in Österreich klassifiziert. Das bedeutet, das bei Auftreten Meldepflicht herrscht. Besonders im Ypser-Raum in Österreich hat der Asiatische Laubholzbockkäfer - der zu seinem sehr ähnlichen Verwandten dem Citrusbock nur sehr schwer zu unterscheiden ist - bereits einigen Schaden angerichtet.
Zum Thema Monokulturen muß man ebenfalls vorsichtig sein, denn der Mensch hat die natürlichen vorkommenden Wälder, sprich Urwälder, fast ausgelöscht. Deshalb ist es auch oft sehr schwer eine natürliche Walddynamik wieder einzufädeln. Insbesondere die Wildstände machen es oft unmöglich gesunde Mischwälder zu begründen.......ein endloses Tehma, das mich als Förster schon über 15 Jahre beschäftigt.
Deshalb als Imker fleißig für eine Bewustseinsbildung, auch bei den Waldbesitzern hin arbeiten.

liebe Grüße...Arnold


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