Neophyten sind Pflanzen, die von Menschen nach 1492 in ein bestimmtes Gebiet gebracht wurden. Solche gebietsfremde Arten können ökologische, wirtschaftliche, aber auch gesundheitliche Effekte haben. Weltweit werden Neophyten (also Neupflanzen) verantwortlich für den Rückgang der Biodiversität gemacht und sie verursachen in manchen Ländern auch große wirtschaftliche Schäden. Eine solche gebietsfremde Pflanze in Mitteleuropa ist auch die Robinie.
Familie: Schmetterlingsblütler (Fabaceae)
Weitere Namen: Falsche Akazie
Woher stammt die Robinie? Die Heimat der Robinie ist Nordamerika. 1601 von Jean Robin nach Paris eingeführt. Heute in ganz Europa verbreitet und bis in die Höhenlage von ca. 700m vorkommend. Anpflanzung in Parks, an Strassen und Bahndämmen. Die Robinie wird auch forstlich genutzt. Oft verwildert und eingebürgert.
Die in Mitteleuropa wachsenden Robinien sollen -angeblich- alle von einem 1710 bei Berlin gepflanzten Mutterbaum stammen, der 1937 einging und damals einen Stammumfang vom 5 m und einen Kronendurchmesser von 35 m hatte.
Pflanzenmerkmale: Die Robinie kann ein bis zu 30 m hoher Baum werden und dabei einen Stammumfang von mehr als 2,5 m erreichen. Die Baumkrone ist locker, rundlich bis schirmförmig.
Die Borke ist wie bei der Eiche tiefrissig. Die jungen, olivgrünen Triebe und Zweige haben etwa 2 - 3 cm lange Nebenblattdornen (die Nebenblätter bilden unter den Blattstielen bzw. den Knospen 2 spitze Dornen aus). Die 20 - 30 cm langen Blätter stehen spiralig angeordnet, sind unpaarig gefiedert (d.h. mit Endfieder) mit bis zu 19 einzelnen Fiederblättchen. Diese sind eiförmig, ganzrandig, etwa 3 - 4 cm lang, an der Spitze abgerundet bis ausgerandet und vom Mittelnerv kurz überragt.
Die weißen Schmetterlingsblüten stehen in dichten, bis zu 20 cm langen, hängenden Trauben, die sehr stark duften. Die flachen, kahlen und glatten Früchte, es sind rostbraun aufgefärbte Hülsen, werden bis zu 15 cm lang und zwei cm breit und in ihnen reifen je Hülse bis zu 10 Samen. Die Früchte bleiben meist den Winter über auf dem Bäumen hängen un dfallen erst im Frühjahr ab.
Lebensdauer: mehrjähriger Baum. In der Jugend wächst die Robinie sehr schnell. Robinien können bis zu 200 Jahre alt werden.
Blühperiode: Mai bis Juni.
Fruchtreife: September.
Standorte und Verbreitung: Helle und sommerwarme Plätze, tiefgründige, sandig-lehmige Böden, aber auch auf Schotter und nährstoffarmen Stellen. Rohbodenpionier, Bodenfestiger.
Die Robinie ist eine kurzlebige Pionierpflanze, die in ihrem Herkunftsgebiet in den Wäldern stets nur kurzfristig eine Rolle spielt, da sie von anderen Baumarten abgelöst wird. Die Samen werden durch den Wind bis zu 100 m weit verfrachtet und bleiben sehr lange keimfähig. Zur Keimung brauchen die Samen jedoch sehr viel Licht. Durch Wurzelausläufer kann die Robinie aber auch in geschlossene Bestände und in Magerrasen eindringen.
Gefahren durch die Robinie: Die Robinie ist eine invasive gebietsfremde Pflanze, die durch ihre Ausbreitung die biologische Vielfalt gefährdet. Rinde, Samen und Blätter sind giftig. Für Tiere kann deren Genuss sogar tödlich sein.
Durch sein rasches Wachstum und die Wurzelausläufer kann der Baum sehr rasch größere Flächen einnehmen. Robinienbestände werden sehr dicht und verdrängen einheimische Sträucher und Bäume. Der Baum bindet Stickstoff, es kommt zu einer Anreicherung von Stickstoff im Boden, wodurch Pflanzenarten nährstoffarmer Böden verdrängt werden. Auch einheimische Pionierpflanzen werden verdrängt.
Was kann man tun? In der Nähe von schützenswerten Gebieten keine Pflanzen bzw. Samen der Robinie ausbreiten oder anpflanzen. Nach dem Fällen eines Baumes können Stockausschläge dichte Bestände mit jungen Robinien bilden. Um den Stockausschlag zu unterdrücken kann man den Stamm "ringeln". Dabei wird mit einer Säge die Rinde in ca. Brusthöhe bis auf einen kleinen Steg entfernt. Im darauf folgenden Jahr kann dann der Baum gefällt werden, ohne dass er Stockausschläge bildet.
Wenn die Robinie wo unerwünscht ist, sollte man Pflanzen inklusive Wurzeln und Samen am besten verbrennen, keinesfalls kompostieren.
Meinen Dank an Hrn. Dr. Gerhard Bedlan für diesen Artikel
Anmerkung als Wanderimker
Dieser Baum kann im wahrsten Sinne des Wortes bei günstiger und warmer Witterung enorm honigen. Günstig ist eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, wobei die Abendtemperatur nicht unter + 18 c fallen sollte. Unter diesen idealen Bedingungen, können starke Völker durchaus 30 und mehr Kilo pro Volk einbringen.
In meinen besten Jahren wanderte ich diese Tracht sogar zweimal pro Jahr an, der Beginn war stets im pannonischen Raum, wenn sich die Tracht dort dem Ende zuneigte, wurde das nördliche Weinviertel im Raum Mistelbach angewandert. Unter diesen, zwar sehr schwierigen und arbeitsintensiven Bedingungen, kann man von der Robinie wahre Rekordernten einbringen.
LG Josef