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 Betreff des Beitrags: Robinie (Robinia pseudacacia)
BeitragVerfasst: 08.01.2008, 22:43 
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Neophyten sind Pflanzen, die von Menschen nach 1492 in ein bestimmtes Gebiet gebracht wurden. Solche gebietsfremde Arten können ökologische, wirtschaftliche, aber auch gesundheitliche Effekte haben. Weltweit werden Neophyten (also Neupflanzen) verantwortlich für den Rückgang der Biodiversität gemacht und sie verursachen in manchen Ländern auch große wirtschaftliche Schäden. Eine solche gebietsfremde Pflanze in Mitteleuropa ist auch die Robinie.

Familie: Schmetterlingsblütler (Fabaceae)

Weitere Namen: Falsche Akazie

Woher stammt die Robinie? Die Heimat der Robinie ist Nordamerika. 1601 von Jean Robin nach Paris eingeführt. Heute in ganz Europa verbreitet und bis in die Höhenlage von ca. 700m vorkommend. Anpflanzung in Parks, an Strassen und Bahndämmen. Die Robinie wird auch forstlich genutzt. Oft verwildert und eingebürgert.

Die in Mitteleuropa wachsenden Robinien sollen -angeblich- alle von einem 1710 bei Berlin gepflanzten Mutterbaum stammen, der 1937 einging und damals einen Stammumfang vom 5 m und einen Kronendurchmesser von 35 m hatte.

Pflanzenmerkmale: Die Robinie kann ein bis zu 30 m hoher Baum werden und dabei einen Stammumfang von mehr als 2,5 m erreichen. Die Baumkrone ist locker, rundlich bis schirmförmig.

Die Borke ist wie bei der Eiche tiefrissig. Die jungen, olivgrünen Triebe und Zweige haben etwa 2 - 3 cm lange Nebenblattdornen (die Nebenblätter bilden unter den Blattstielen bzw. den Knospen 2 spitze Dornen aus). Die 20 - 30 cm langen Blätter stehen spiralig angeordnet, sind unpaarig gefiedert (d.h. mit Endfieder) mit bis zu 19 einzelnen Fiederblättchen. Diese sind eiförmig, ganzrandig, etwa 3 - 4 cm lang, an der Spitze abgerundet bis ausgerandet und vom Mittelnerv kurz überragt.

Die weißen Schmetterlingsblüten stehen in dichten, bis zu 20 cm langen, hängenden Trauben, die sehr stark duften. Die flachen, kahlen und glatten Früchte, es sind rostbraun aufgefärbte Hülsen, werden bis zu 15 cm lang und zwei cm breit und in ihnen reifen je Hülse bis zu 10 Samen. Die Früchte bleiben meist den Winter über auf dem Bäumen hängen un dfallen erst im Frühjahr ab.

Lebensdauer: mehrjähriger Baum. In der Jugend wächst die Robinie sehr schnell. Robinien können bis zu 200 Jahre alt werden.

Blühperiode: Mai bis Juni.

Fruchtreife: September.

Standorte und Verbreitung: Helle und sommerwarme Plätze, tiefgründige, sandig-lehmige Böden, aber auch auf Schotter und nährstoffarmen Stellen. Rohbodenpionier, Bodenfestiger.

Die Robinie ist eine kurzlebige Pionierpflanze, die in ihrem Herkunftsgebiet in den Wäldern stets nur kurzfristig eine Rolle spielt, da sie von anderen Baumarten abgelöst wird. Die Samen werden durch den Wind bis zu 100 m weit verfrachtet und bleiben sehr lange keimfähig. Zur Keimung brauchen die Samen jedoch sehr viel Licht. Durch Wurzelausläufer kann die Robinie aber auch in geschlossene Bestände und in Magerrasen eindringen.

Gefahren durch die Robinie: Die Robinie ist eine invasive gebietsfremde Pflanze, die durch ihre Ausbreitung die biologische Vielfalt gefährdet. Rinde, Samen und Blätter sind giftig. Für Tiere kann deren Genuss sogar tödlich sein.

Durch sein rasches Wachstum und die Wurzelausläufer kann der Baum sehr rasch größere Flächen einnehmen. Robinienbestände werden sehr dicht und verdrängen einheimische Sträucher und Bäume. Der Baum bindet Stickstoff, es kommt zu einer Anreicherung von Stickstoff im Boden, wodurch Pflanzenarten nährstoffarmer Böden verdrängt werden. Auch einheimische Pionierpflanzen werden verdrängt.

Was kann man tun? In der Nähe von schützenswerten Gebieten keine Pflanzen bzw. Samen der Robinie ausbreiten oder anpflanzen. Nach dem Fällen eines Baumes können Stockausschläge dichte Bestände mit jungen Robinien bilden. Um den Stockausschlag zu unterdrücken kann man den Stamm "ringeln". Dabei wird mit einer Säge die Rinde in ca. Brusthöhe bis auf einen kleinen Steg entfernt. Im darauf folgenden Jahr kann dann der Baum gefällt werden, ohne dass er Stockausschläge bildet.

Wenn die Robinie wo unerwünscht ist, sollte man Pflanzen inklusive Wurzeln und Samen am besten verbrennen, keinesfalls kompostieren.




Meinen Dank an Hrn. Dr. Gerhard Bedlan für diesen Artikel


Anmerkung als Wanderimker

Dieser Baum kann im wahrsten Sinne des Wortes bei günstiger und warmer Witterung enorm honigen. Günstig ist eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, wobei die Abendtemperatur nicht unter + 18 c fallen sollte. Unter diesen idealen Bedingungen, können starke Völker durchaus 30 und mehr Kilo pro Volk einbringen.

In meinen besten Jahren wanderte ich diese Tracht sogar zweimal pro Jahr an, der Beginn war stets im pannonischen Raum, wenn sich die Tracht dort dem Ende zuneigte, wurde das nördliche Weinviertel im Raum Mistelbach angewandert. Unter diesen, zwar sehr schwierigen und arbeitsintensiven Bedingungen, kann man von der Robinie wahre Rekordernten einbringen.

LG Josef

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 Betreff des Beitrags: Welcher Baum ist das ?
BeitragVerfasst: 09.01.2008, 20:12 
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Hallo,

kann mir einer weiter helfen ? Bei uns am Spielplatz wurden Bäume gesetzt, die wie Robinien ausschauen aber eine total andere Blüte haben.
Kann mir wer weiterhelfen ?

Baum als Ganzes
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Blattansicht:
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Blüte:
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Bei Vollblüte glaubt man, daß sich ein Bienenschwarm im Baum befindet, so stark wird dieser Baum beflogen.

Gruß
Astacus


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BeitragVerfasst: 09.01.2008, 22:04 
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Möglicherweise ist es dieser Baum Astacus http://www.baumkunde.de/baumdetails.php?baumID=0235

Um diesen genau bestimmen zu können, müsste man doch etwas mehr Angaben haben.

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BeitragVerfasst: 10.01.2008, 08:27 
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Hallo Drohne,

Danke für die Antwort, aber es sicher kein Japanischer Schnurbaum, denn den kenne ich und dieser blüht im September und mein gesuchter Baum blüht zur gleichen Zeit wie die Robinien Ende Mai. Ich nehme ja an, daß es sich um eine Robinienart handelt.

Gruß
Astacus


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BeitragVerfasst: 10.01.2008, 09:26 
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Hallo,
blüht dieser Baum lila/violett ?

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 Betreff des Beitrags: Robinie
BeitragVerfasst: 10.01.2008, 10:13 
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Übrigens kann man die falsche Akazie sehr gut als Unterlage für Rosenbäumchen nehmen, wenn jemand der Kunst der

Okkulation und Kopulation mächtig ist.

Man bekommt Rosenbäumchen mit wahlweise 1-2 m Stammhöhe, sehr hübsch anzusehen.
Gruß
Albert


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 Betreff des Beitrags: Re: Robinie
BeitragVerfasst: 10.01.2008, 12:09 
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Hallo,

einstein hat geschrieben:
Übrigens kann man die falsche Akazie sehr gut als Unterlage für Rosenbäumchen nehmen, wenn jemand der Kunst der

Okkulation und Kopulation mächtig ist.

Man bekommt Rosenbäumchen mit wahlweise 1-2 m Stammhöhe, sehr hübsch anzusehen.
Gruß
Albert


deshalb frage ich ja. Ich kenne einige veredelte Bäume die eine Akazie als Basis hatten und mit verschiedensten anderen Bäumen ( ich kenne nämlich eine lilä-färbige Variante) vermischt wurden. ( Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt, mit Baumschnitten und der Gleichen hab´ich nämlich gar nix am Hut!)

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BeitragVerfasst: 10.01.2008, 13:15 
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Astacus hat geschrieben:
Danke für die Antwort, aber es sicher kein Japanischer Schnurbaum. Ich nehme ja an, daß es sich um eine Robinienart handelt.



Bleib dran Astacus, es wäre interessant welcher Baum dies tatsächlich ist. Persönlich weiß ich von drei Akazien, nämlich die Zucker bzw. hellblättrige und die auch bei uns vorkommende etwas dünklere Art, ferner die gelbe Zierakazie, die aber keinerlei imkerlichen Nutzen hat.

Wenn Du im Frühjahr daran denkst, bitte Fotos der Blüten und im Herbst der Früchte machen, wäre doch interessant was da so alles für Abarten gibt.

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BeitragVerfasst: 10.01.2008, 16:28 
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Hallo

Zitat:
Hallo,
blüht dieser Baum lila/violett ?


Zitat:
Wenn Du im Frühjahr daran denkst, bitte Fotos der Blüten und im Herbst der Früchte machen, wäre doch interessant was da so alles für Abarten gibt.


Auch wenn ihr es nicht glauben könnt, daß 3 Foto mit Biene ist die Blüte. Die Frucht werde ich nächstes Jahr sicher fotografieren.

Gruß
Hans Peter


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 Betreff des Beitrags: Robinie
BeitragVerfasst: 11.01.2008, 08:40 
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Sybill, habe nicht gewußt - Du trägst Hut??
Ist ja interessant!! Bist praktisch immer gut "behütet".
Gruß


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 Betreff des Beitrags: Re: Robinie
BeitragVerfasst: 11.01.2008, 09:22 
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einstein hat geschrieben:
Sybill, habe nicht gewußt - Du trägst Hut??
Ist ja interessant!! Bist praktisch immer gut "behütet".
Gruß


:lol: Und damit kann ich dann immer wieder was aus dem Hut zaubern ! :lol:

@ Astacus: Ich dachte das ist vielleicht die abgeblühte Blüte ! Leider, diesen Baum habe ich noch nie gesehen.

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BeitragVerfasst: 20.01.2008, 23:00 
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Um nicht nur blühende Robinien herzuzeigen, hier bitte ein Foto welches die bereits reifen Robinienschotten mitten im Winter zeigt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Robinie (Robinia pseudacacia)
BeitragVerfasst: 29.08.2008, 17:24 
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Lieber Astacus!

Dein Baum könnte der eschenblättrige Ahorn sein. Blüht etwas später als Bergahorn, ist aber eine wunderbare Trachtpflanze.

Übrigens zur Robinie: Laut Literaturangaben kann die Robinie bei optimalen Bedingungen bis zu 1000 kg Honig pro Hektar ergeben. Das ist unvorstellbar. Rechnet man das in Geld um, so gibt es kaum eine Kulturkombination (Baum-Biene), die mit so geringem menschlichen Arbeitsaufwand solch einen Hektarertrag ergibt.

BG

stefan mandl


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 Betreff des Beitrags: Re: Robinie (Robinia pseudacacia)
BeitragVerfasst: 29.08.2008, 20:00 
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stefan mandl hat geschrieben:
Rechnet man das in Geld um, so gibt es kaum eine Kulturkombination (Baum-Biene), die mit so geringem menschlichen Arbeitsaufwand solch einen Hektarertrag ergibt.l


Zur Arbeit Stefan, die ist echt mörderisch. Warum: ich bin jährlicher Akazieneinpflanzer, aber diese ausbuddeln ist eine echte Knochenarbeit. Bekanntlich vermehren sie sich durch Wurzelausläufer, diese zachn Wurzeln mit dem Spaten durchtrennen ist nämlich das größte Problem. Also muss ein Minibagger her, was wiederum ins Geld geht.

Das nächste und vermutlich größte Problem wird das Wasser sein. Diese Pflanzen benötigen bis zum vollständigen anwachsen sehr viel davon. Ich fahre nahezu wöchentlich mit einem 1.000 Liter Fass gießen, fehlt die Zeit, ist das Jungbäumchen ex. Der Stock treibt zwar im kommenden Jahr abermals aus, aber es geht doch sehr viel Zeit damit verloren.

Summa summarum, alles ist möglich, aber eben sehr schwierig.

Josef

PS: auch der Prachtvolle blühende Baum eingangs dieses Threads wurde von mir vor etwa 10 Jahren eingepflanzt. Meinen Bienengarten umgibt im Abstand von 2 Metern eine wirklich sehr schöne Robinienallee.

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