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In unserem Nachbargarten öffnen sich gerade die ersten Blüten der Blutpflaume. Eine heute vormittag durchgeführte Inspektion brachte zutage, daß diese eine weitere unwiderstehliche Attraktion für meine Frühlingsbienen darstellt! Ich sehe mich deshalb veranlaßt, diese oft übersehene, dabei aber gar nicht unbedeutende Pflaumenart vorzustellen, wobei ich mich an dem Standardwerk von Hans-Dieter Warda, "Das große Buch der Garten- und Landschaftsgehölze", orientiere.
Prunus cerasifera, die Kirschpflaume oder Myrobalane stammt ursprünglich aus dem Gebiet Kleinasien - Kaukasus - Krim - Persien - SW-Sibirien, wird aber seit ca. 1600 auch in Mitteleuropa angebaut und ist häufig verwildert.
Es handelt sich um einen bedornten Großstrauch oder Kleinbaum, der ca. 5-8 m hoch werden kann.
Die weißen, ca. 2-2,5 cm breiten, lang gestielten und sehr zahlreichen Blüten erscheinen bereits vor dem Laubaustrieb Ende März/Anfang April, und zwar vor der Schlehe!
Die Früchte reifen im Hochsommer, Juli bis August, sind ca. 2-3 cm dick, gelb oder rot, rundlich bis eiförmig und, je nach Reifezustand, säuerlich bis angenehm süß und saftig.
Die Kirschpflaume ist recht anspruchslos, gedeiht aber am besten in lehmigen Böden, ist sehr frosthart, windfest und verträgt Nässe wie auch Trockenheit sehr gut.
Sie kann für die Einzelstellung verwendet werden, aber auch in Gruppenpflanzungen wie z.B. Windschutz- oder Wildfruchthecken und ähnlichen. Sie ist ein sehr gutes Vogelschutz- und -nährgehölz, und aufgrund der frühen und reichen Blüte eine gute Bienenweide.
Aufgrund ihrer leichten Vermehrbarkeit, weiten Standorttoleranz und ihrer eher schwachen Wuchskraft wurde die Myrobalane früher sehr häufig als Pflaumen-Unterlage verwendet. Oft findet man Kirschpflaumensträucher oder -Bäumchen, die offensichtlich nach dem Abgehen oder Abholzen der ehemals aufgepfropften Edelsorte wild durchgewachsen sind und diese ersetzt haben. Hier in Brandenburg (und vielleicht auch anderswo) werden die Früchte dieser verwilderten Unterlagen fälschlicherweise als Mirabellen bezeichnet - die echten Mirabellen sind aber größer und die Früchte einer anderen verwandten Art, nämlich von Prunus insititia convar. syriaca (syn. Prunus domestica ssp. syriaca)!
Im Ziergarten spielt jedoch eine Sorte der Kirschpflaume eine große Rolle, nämlich die 1916 in Amerika entstandene "Blutpflaume", Prunus cerasifera 'Nigra'.
Es handelt sich dabei um einen sehr schönen, langsam wachsenden, 5-7 m hoch und 3-6 m breit werdenden Kleinbaum mit im Alter überhängenden Zweigen, dunkelbraunroter bis schwärzlicher glänzender Rinde und dunkelpurpur- bis schwarzroten Blättern, die ihre Farbe den ganzen Sommer über halten, gesetzt den Fall, der Baum steht nicht vollständig im Schatten.
Die leuchtend rosa gefärbten Blüten mit 2.5 cm Durchmesser erscheinen überreich im April kurz vor oder mit dem Laubaustrieb und vermitteln einen wirklich imposanten Gesamteindruck des Gehölzes. Aus den Blüten entwickeln sich dunkelrote, sehr saftige und süß schmeckende kleine runde Pflaumen.
Alles in allem also ein wunderschönes und sozusagen "multifunktionales" Ziergehölz: Blütenpracht, Bienenweide, Blattschmuck, Obstbaum, Vogelnährgehölz...
Ich hoffe, Ihr seid auf den Geschmack gekommen!
franz.
Zuletzt geändert von gärtner am 31.03.2008, 23:45, insgesamt 1-mal geändert.
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