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 Betreff des Beitrags: Erweitern von einem auf zwei Räume
BeitragVerfasst: 05.04.2007, 20:18 
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Vorjährige Ableger werden von mir zumeist auf einer Zarge mit 10 Rähmchen österreichischer Breitwabe eingewintert. Wenn nun diese Völker im Frühjahr zügig und rasch erstarken, muss natürlich alsbaldigst der 2. Raum zum Einsatz kommen. Bei mir ist dies etwa um den 10. bis allenfalls 20. April der Fall, also je nach Wetterlage. Wenn nun diese Völker bereits sechs bis sieben schöne Brutwaben besitzen, ist natürlich bereits höchste Eile geboten, denn sehr bald könnte Platzmangel und somit der Schwarmtrieb zum Ausbruch kommen.

An einen sehr schönen Frühlingstag wird nun dem zu erweiternden Volk eine verdeckelte Brutwabe mit den aufsitzenden Bienen entnommen. Es ist egal, ob sich die Mama gerade aus dieser Wabe befindet oder nicht. Diese Brutwabe bildet die Basis für den zügigen Ausbau der Mittelwände im 2. Raum. Mit dem einrichten der Zarge beginne ich nun am linken Rand mit einer Deckwabe, dann kommen vier Mittelwände und dann die Brutwabe als sechste Wabe an die Reihe. Nun kommen abermals drei Mittelwände dazu und den Abschluss bildet abermals eine Deckwabe auf der rechten Seite. Insgesamt kommen also 10 Waben in den oberen Raum. Es versteht sich von selbst, dass man als Deckwaben nur sehr schöne und keinesfalls alte Waben verwenden sollte.

Man kann nun staunen, wie rasch die Mittelwände neben der Brutwabe ausgebaut und bestiftelt werden. Risiko bezüglich erkälteter Brut im oberen Raum braucht man überhaupt nicht zu haben, denn um diese Zeit benötigen gesunde und vitale Bienenvölker einfach sehr viel Platz zum bauen und können locker die benötigte Wärme erzeugen. Eine Erweiterung auf diese Weise wird insgesamt zweimal durchgeführt, die Völker bauen also locker bis zu 14 Mittelwände pro Jahr aus.


Noch ein wichtiges Wort zu meinen Rähmchen.

Bei mir kommen seit Jahrzehnten prinzipiell nur neue und selbst angefertigte Rähmchen zum Einsatz. Umgehängte Waben aus dem Brutraum bekommt die Königin niemals wieder zu sehen. Unsere Waben werden durch dieses System niemals älter als drei Jahre. Jedes Rähmchen bekommt auf einer vorgegeben Stelle einen Firmenstempel in der gleichen Farbe wie die Königinnen. Somit ist ein auseinander halten und liquidieren problemlos möglich. Übrigens, zum anfeuern unseres Kachelofens ist dieses trockene Holz bestens zu gebrauchen,

Die Rähmchen selbst werden auf einfachste Weise aus 22 mm breiten Fichtenholzbrettern geschnitten, nicht gehobelt, sondern roh und in der Stärke von 10 mm zugeschnitten. Mit einem Tacker in einer Rähmchenlehre zusammengenagelt und mit Edelstahldraht vor Wabenbruch geschützt. Die Kosten dafür belaufen sich lediglich auf einige Cent, der Arbeitsaufwand ist nur geringfügig etwas mehr als alte Rähmchen mit Sodalauge, oder ähnlichen Mitteln zu reinigen. Dieses Rähmchen machen, ist ganz einfach typische Winterarbeit und mache ich nach der Weihnachtssaison sehr gerne.

Ein eigener Wachskreislauf der in der BIO Imkerei ist ohnehin das Maß aller Dinge ist, mit dieser Methode ist somit gesichert.

LG Josef

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 Betreff des Beitrags: Erweitern
BeitragVerfasst: 01.04.2008, 20:49 
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Lieber Josef!

Wir haben heute mit dem Erweitern der einzargigen Völker begonnen. In der Regel sind ca. 5 - 6 Brutwaben voll und die Zarge gut mit Bienen gefüllt.
Wir haben auch kleinere Völker, die sind etwas später mit der Erweiterung dran.

Wir ziehen 2 - 3 Brutwaben in der Mitte hoch und seitlich davon wird alternierend mit halben Mittelwänden und leeren Rähmchen aufgefüllt.

Je nach Bedarf wird dieser Eingriff wiederholt bis max. 5 Zargen vorhanden sind. Die Regel ist aber eher 3 bis 4 Zargen.

Wir sollten innerhalb von 2 Wochen mit diesem Eingriff fertig sein und können dann wieder von vorne beginnen.

Ein Wirtschaftsvolk baut so rund 20 bis 30 Rähmchen aus.

BG

stefan


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BeitragVerfasst: 01.04.2008, 21:15 
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Freut mich Stefan, somit wären wir etwa 1 - 2 Wochen früher dran. Auch ich tripple bereits von einem Fuß auf den anderen und werde anfangs kommender Woche diesen Erweiterungsschritt bei den Dreier & Vierer Völkern durchführen. Wir dürfen uns nun wirklich sehr freuen, denn die Kirsche beginnt bereits ganz zaghaft zu blühen und den begehrten Raps erwischen wir zur gänze. Hoffentlich passt das Wetter optimal.

Zitat:
Zitat Stefan Mandl

Wir ziehen 2 - 3 Brutwaben in der Mitte hoch und seitlich davon wird alternierend mit halben Mittelwänden und leeren Rähmchen aufgefüllt.


Achtung Anfänger, hier bitte nur verdeckelte und bereits kurz vor dem schlüpfen stehende Brutwaben verwenden. Bei offener Brut könnte es bei einem allfälligen Wetterumsturz nämlich sehr leicht zu verkühlter Brut kommen. Ansonsten ist diese wunderbare Methode wirklich sehr zu empfehlen.

Josef

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 Betreff des Beitrags: Fragen zum Erweitern
BeitragVerfasst: 02.04.2008, 21:21 
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Fragen dazu:

- In meiner Literatur lese ich, daß die ausgebauten Waben in der Mitte hängen sollen, die Mittelwände außen und als vorletztes Rähmchen (im Warmbau) der Baurahmen. Allerdings keine verdeckelte Brut oben. Das erscheint mir logischer, weil dann vom Zentrum aus gleich ein neues Brutnest angelegt werden kann. Kommt es mit den MW in der Mitte nicht zu einer Verzögerung der Eilage im oberen Brutraum.

- Verstehe ich es richtig, daß später noch ein dritter Brutraum aufgesetzt wird?

- Wann kommt der Honigraum drauf (bei mir gibt es sehr viel Obstbaumblüte, da möchte ich schon dabei sein!)?

- Meine Völker sitzen zur Zeit (hab nicht von oben sondern von unten geschaut!) auf 6 Waben seitlich zu 2/3 bzw. auf 8 Waben vollflächig (habe 12 Rähmchen Warmbau). Wann sollte es mit dem Aufsetzen der 2. Zarge ernst werden?

Witterungsmäßig sieht es leider so aus, daß man auch kommendes WE nicht hineinschauen kann, dabei bin ich so neugierig...

Grüße, franz.


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BeitragVerfasst: 02.04.2008, 21:58 
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@ gärtner

interessante Fragen, wofür ich herzlich bedanken möchte, aber gleich vorweg, ein sehr schönes Avatar hast Du Dir zugelegt. Muss ich wohl nacheifern und ein noch besseres suchen. :lol:

Zu den Fragen:

Zitat:
Zitat gärtner

In meiner Literatur lese ich, daß die ausgebauten Waben in der Mitte hängen sollen, die Mittelwände außen und als vorletztes Rähmchen (im Warmbau) der Baurahmen


Dieses "ausgebaute Waben in die Mitte" bringt eine sehr zögerliche Erweiterung mit sich und wennst Pech -oder Glück von mir aus- hast und die Bienen haben bereits Volltracht, füllen sie diese Waben unverzüglich mit Honig an. Die Folge wäre zwar sehr früher Honig, aber die Völker erstärken für die spätere Trachten nicht so wie wir Imker es wollen.

Für Dich und der zu erwartenden Tracht böte sich nun folgende Möglichkeit an: 1 - 3 Brutwaben -also je nach Volksstärke- raufgeben, dann 6 Mittelwände zum ausbauen und bebrüten, der Rest wird mit ausgebauten Waben aufgefüllt. Somit wird infolge der Brutwaben unverzüglich gebaut und zusätzlich sind Waben für den -hoffentlich- ankommenden Honig zur Verfügung.

Bei mir verbleibt der Frühjahrsblütenhonig zur Gänze den Bienen überlassen, die erste Ernte ist Rapshonig

Zum Drohnenbau: persönlich gebe ich niemals Drohnenrähmchen in die Völker, zum einen mag ich dieses Massentöten nicht und zum anderen sind die Drohne sehr wichtig für die Harmonie der Völker.

Zitat:
Zitat gärtner

Kommt es mit den MW in der Mitte nicht zu einer Verzögerung der Eilage im oberen Brutraum.


Nein, ganz im Gegenteil, die Brutwaben in Verbindung mit hereinkommender Tracht bewirken ein unverzügliches ausbauen und bestiften der frischen Waben.

Zitat:
Zitat gärtner

Verstehe ich es richtig, daß später noch ein dritter Brutraum aufgesetzt wird?


Ja immer, mitunter sogar noch mehr und der oberste wird dann der langersehnte Zwischenableger.

Zitat:
Zitat gärtner

Wann sollte es mit dem Aufsetzen der 2. Zarge ernst werden?


Die guten bzw. starken Völker kommen bei mir demnächst an die Reihe. Man sollte hier nicht all zu lange zuwarten, sonst käme mangels Platzangebot der Schwarmgedanke.

Zitat:
Zitat gärtner

Witterungsmäßig sieht es leider so aus, daß man auch kommendes WE nicht hineinschauen kann, dabei bin ich so neugierig...


Noch einige Tage kann man durchaus noch zuwarten wird, aber wenn´s dann wieder etwas besser wird, kannst schon Deine imkerliche Neugierde befriedigen.

LG Josef

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 Betreff des Beitrags: Erweitern
BeitragVerfasst: 02.04.2008, 23:01 
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Lieber Josef,

danke für die Blumen und die fundierten Auskünfte. Das Bilderl hab ich zufällig auf meinem Rechner gefunden, das hat wohl meine Frau abgespeichert. Ich wußte sofort: that's it!

Habe mich inzwischen auch noch einmal mit Franz sen. unterhalten. Er nimmt als Termin fürs Erweitern die Kirschblüte und meint, die Zarge soll schön voll mit Bienen sein ("sollen unten durchhängen"), ehe man aufsetzt.

Er hängt MW und ausgebaute Waben abwechselnd, weil sie, die Bienen, dann - Zitat - die MWe schöner ausbauen.

Ich werde dann wohl so vorgehen wie Du es rätst:
In die Mitte 2 "reife" Brutwaben,
davor und dahinter je 3 MW,
außen, vorne und hinten je 2 Deckwaben für den Honig.

Baurahmen häng ich nach unten - ich will das mit dem Drohnenschneiden einmal probieren, finde es auch nicht schön, aber ich werde die von Claudia Bentzien in ihrem Buch "Ökologisch imkern" geschilderte Einfriermethode anwenden, die erscheint mir nämlich am "humansten". Ich will es deshalb machen, weil ich wissen will, ob und wieviel Milbenbefall vorhanden ist.
Man könnte ja einen zweiten Baurahmen drinlassen, falls der Varroabefall gering ist.

Ich gebs zu, ich bin vor allem auf die Frühlingsblüte scharf, Obstblütenhonig ist für mich das Größte! Raps haben wir hier gar nicht in Flugnähe, danach erst Robinie und Linde, wobei ich das Angebot noch nicht einschätzen kann. Obstbäume gibt es aber glücklicherweise noch sehr viele, sonst noch ein bißchen Gartenblümchen, "Läppertracht" wie man so schön sagt.

Bei uns sind für nächste Woche Temperaturen <10°C angesagt! :( :( :(

Grüße, franz.


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BeitragVerfasst: 02.04.2008, 23:38 
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@ gärtner

Franz sen. weiß natürlich von was er redet, ist ja schließlich seine langjährige Betriebsweise. Aber das unten durchhängen ist für die Brut zwar eine sehr gute Betriebsweise -es gibt hier keine verkühlte Brut- aber natürlich auch sehr Schwarmfördernd. Wennst Pech un die Bienen keinen Platz mehr haben, hast den Schwarm in 15m Höhe auf dem Kirschbaum. Für Berufstätige Menschen ist dies mitunter katastrophal und das zurückbleibende Volk scheidet nahezu zur Gänze als Honigproduzent aus.

Ich bin mir sicher, Dein Vater erkennt bereits am Flugbrett die Schwarmvorbereitung der Bienen und kann dann noch sehr schnell agieren. Leute die im Berufsleben stehen und dann noch auf passendes Wetter angewiesen sind, haben hier deutlich das Nachsehen. Also ruhig so Platz geben, wie Du es vorhin beschrieben hast.

Wenn Baurahmen, dann restlos und unbedingt diesen liquidieren, denn dies könnte zum Bummerang werden. Also den Schlüpftermin genau im Auge behalten. Und noch eine Bitte zum Baurahmen, wir -ich- hätten sehr gerne den Erfolgsquotienten gewusst.

Zitat:
Zitat gärtner

Bei uns sind für nächste Woche Temperaturen <10°C angesagt! Traurig Traurig Traurig


Bitte nicht bei solchen Temperaturen die Völker öffnen. Meine Faustregtel: ich warte stets bis ich mich mit dem aufgekrempeltem Hend draussen wohl fühle. ;-)

Ach ja, Frühjahrsblütenhonig ist schon was feines, ich wünsche volle Waben.

Josef

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BeitragVerfasst: 03.04.2008, 10:54 
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Hallo!

Ich habe schon letzten Sonntag meine Völker um je eine Zarge erweitert.

Jedenfalls habe ich KEINE Brutwaben nach oben umgehängt, damit beim Kälteeinbruch keine Brut unterkühlt.

Außerdem hängte ich vorne nur Mittelwände und hinten nur Rahmen mit Anfangsstreifen und an dritter und drittletzter Stelle Bauramhmen rein. Grund: Ich las, dass bei alternierenden Mittelwänden/Anfangsstreifen die Bienen zu Dickwabenbau angeregt werden. Die Mittelwände würden dick ausgebaut und die Rahmen mit Anfangsstreifen nur dünn dazwischen, was nicht gut wäre.

Was habe ich nun alles falsch gemacht?

joachim


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BeitragVerfasst: 03.04.2008, 11:35 
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Hallo Joachim,

Zitat:
Was habe ich nun alles falsch gemacht?

Du darfst bei Frauen keine Führungsschwäche zeigen, die nützen dies schamlos aus :lol: :lol: :lol: (Hunde und Bienen riechen die Angst).
Spaß beiseite, du kannst eigentlich nichts falsch machen, wenn du davon überzeugt bist, ist ja schließlich deine Betriebsweise. Wärst ja dumm die Fehler von anderen zu machen und nicht selbst eigene. Es kann dir kaum ein Imker von der Ferne Tipps geben, man weiß ja nicht wie es bei dir (Wettersituation, Zustand der Völker,..) aussieht. Was bei mir gerade richtig ist, kann bei dir schon falsch sein.
Mein Tipp: Mach es wie du es im Gefühl hast, notiere eventuelle Fehler und lerne daraus.
Sprichwort: Wankelmut tut selten gut.

Gruß
Astacus


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BeitragVerfasst: 03.04.2008, 12:16 
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vielen Dank für die Antwort, Astacus.
Ich vergaß zu erwähnen, dass ich zudem noch berücksichtigen wollte, dass man ohne Not keine Brutnester auseinandernehmen soll. Auf dieses Hochhängen von Brutwaben werde ich vorerst verzichten - und es mit Kollegen diskutieren (heute Abend ist Vereinstreffen).

joachim


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BeitragVerfasst: 03.04.2008, 12:59 
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Hallo Josef,

Zitat:
das zurückbleibende Volk scheidet nahezu zur Gänze als Honigproduzent aus


Darüber habe ich mich sehr gewundert. Ist das bei dir wirklich so, daß ein Volk, aus dem lediglich der Vorschwarm rausgegangen ist, so deutlich weniger Honig sammelt, wie die anderen?

Wenn bei mir ein Volk schwärmt, sehe ich noch am gleichen Tag nach, ob schlupfreife Weiselzellen oder sogar schon eine Jungkönigin vorhanden sind. Bei Weiselzellen lasse ich nur eine (oder eine Jungkönigin, da muß man gut hinsehen, die sind schnell! :-) ) - das Ganze natürlich im nachzuchtwürdigen Volk, sonst gibt es von woanders eine Queen. So ist bald wieder Ordnung im Volk und das Sammeln geht fleißig weiter. Die Brutpause merkt man natürlich an einem etwas geringeren Ertrag (ca. 1/4 bis 1/3 weniger), aber einen gänzlichen Ertragsausfall hatte ich durch Schwärmen noch nicht.

Zum Ausschneiden der Drohnenbrut:
Ich lasse den ersten ausgebauten Drohnenrahmen im Frühjahr schlüpfen, in diesem sind noch nicht zu viele Milben und ein vitales Bienenvolk braucht für eine natürliche Entwicklung auch eine ausreichende Anzahl an Drohnen. Bei der Standbegattung ist wichtig, daß die Drohnen erwachsen und ausgereift sind, damit nicht die Mickerlinge aus den Wabenecken bei der Jungkönigin zum Zuge kommen. Bis zur Vermehrungszeit im Juni haben die zeitig im Frühjahr erbrüteten Drohnen genug Zeit, sich viel Kraft anzufressen und ihr Flug- und Orientierungsvermögen zu trainieren.
Die folgenden Drohnenrahmen schneide ich aus, um die Milbenzahl zu reduzieren. Wenn man einmal Ende Juni in die verdeckelten Drohnenzellen geschaut hat, weiß man, warum. Über die Drohnenlarven freuen sich dann die Hühner.

Viele Grüße

Maja


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BeitragVerfasst: 03.04.2008, 14:43 
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Maja hat geschrieben:
Hallo Josef,

Zitat:
das zurückbleibende Volk scheidet nahezu zur Gänze als Honigproduzent aus


Darüber habe ich mich sehr gewundert. Ist das bei dir wirklich so, daß ein Volk, aus dem lediglich der Vorschwarm rausgegangen ist, so deutlich weniger Honig sammelt, wie die anderen?


Ja Maja, nicht nur als Honigproduzent scheidet dieses Volk bei mir als Wanderimker aus, sondern dies kommt unverzüglich zurück zum Heimstand und wird zumeist liquidiert. Am Außensttand habe ich damit lediglich Arbeit und keinerlei Nutzen. Mit den restlichen Bienen kann man die Begattungskasteln füllen und mit den Brutwaben können kränkelnde Ableger verstärkt werden.

Aber es soll hier keinesfalls der Eindruck enstehen, dass ich Schwärme durchgehen lasse. Mittels Zwischenableger und wöchentlicher Revision entkommt mir erfreulicherweise sehr selten einer. Dies Methode werde ich heuer ganz besonders dokumentieren


Zitat:
Zitat Hans Joachim Heyer

Ich vergaß zu erwähnen, dass ich zudem noch berücksichtigen wollte, dass man ohne Not keine Brutnester auseinandernehmen soll.


Joachim, so zu imkern kann sich möglicherweise ein Standimker mit relativ wenig Erfahrung erlauben. Entschuldige bitte diese Worte, aber beim erweitern mittels Brutwabenumhängen gehört natürlich auch ein Blick auf die Wetterdaten der kommenden Tage. Wenn dies passt, kann überhaupt nichts passieren. User gärtner hat dies selbstverständlich zur Kenntnis genommen. Deine Entscheidungen musst natürlich alleine draußen am Stand machen.

Bei uns gibt es keine Tipps wie, Ende Feber eine ganze Zarge mit MW aussetzen weil die Bienen ja Platz benötigen oder ähnlicher Unsinn. Hier reden Experten und dazu zählt unser ganzes Mod Team einschließlich der Admins.

Zitat:
Zitat Hans Joachim Heyer

Auf dieses Hochhängen von Brutwaben werde ich vorerst verzichten - und es mit Kollegen diskutieren (heute Abend ist Vereinstreffen).


Deren Meinung wäre interessant, deshalb bitte berichten was die dazu sagen, OK!

Anmerkung warum Brutwaben umhängen

Bei Einraumüberwinterung -so wie ich- sind sehr bald sechs oder sieben Brutwaben vorhanden. Nun wird logischerweise der Platz zu eng, da ja um diese Zeit durchaus bereits Volltracht sein könnte. Da die Mami nun nahezu keine Möglichkeit hat ihre täglichen 2.000 Eier abzulegen, kommt innerhalb kürzester Zeit der Schwarmgedanke hoch.

Wenn man nun rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkennt und wie eingangs beschrieben erweitert, können die Bienen wieder bauen, finden Platz für Brut und natürlich auch für den hereinkommenden Honig. Dieses erweitern und Brut umhängen macht solange, bis eben der Zwischendeckel draufkommt. Aber dies ist bekanntlich eine andere Geschichte.

Josef

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BeitragVerfasst: 03.04.2008, 15:37 
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Hallo,

wie man erweitert ist Sache der eigenen Betriebsweise. Wichtig ist nur, das man erweitert! Wenn man die Bienen Bienen sein lässt, brauchen sie Platz, sonst arbeitet man wie in einer Hendlbatterie. Wenn die Völker durchhängen oder alle Waben schön besetzt sind, gehört eine Zarge drauf !
Ich persönlich hänge immer abwechselnd eine MW und ein Wabe ein, dazwischen kommt eine Brutwabe nach oben ( es stimmt schon, nur wenn das Wetter passt !). Damit eröffnet die Königin schneller das neue Stockwerk und die Mittelwände sind sehr schnell und sehr schön ausgebaut. Ich wechsle desehalb die MW mit Waben ab, damit die Wabendicken gleichmäßig sind. Es kann sein, das wenn man 2 oder 3 MW nebeneinanderhängt, das die mittlere zB. überdimensional dick ausgebaut wird - muß aber sagen das ich manchmal nach Gefühl bei einigen Völkern die Zargen anders ausstatten.
Ein Schwarm wird dadurch auch von mir weitgehendst verhindert, denn mit der alten Königin gehen mir zuviele Flugbienen ab. Damit habe ich natürlich bei der Ernte einbußen. Ausserdem ist es sehr schwierig einem Volk die Schwarmstimmung wieder auszureden, den die meisten Methoden zur Schwarmverhinderung sind nur vorrübergehende Maßnahmen. Ausserdem ist es schwer möglich auf einem Wanderplatz arbeitsintensive Dinge, wie zB. Fluglinge zu erstellen, den dort muß ich mir meine Zeit gut einteilen.
Um die Schwarmfreude von vorhinein großteils zu verhindern ist mir immer wichtig den Bienen genug Platz zu geben und auch in der Zucht niemals Schwarmköniginnen zu verwenden !

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Gruß Sybill \:D/
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Bin ein netter Imker nur !


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 Betreff des Beitrags: Drohenenbrutausschneiden
BeitragVerfasst: 03.04.2008, 16:00 
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Hallo

jetzt muß ich meinen Standpunkt für Drohnenbrutausschneiden auch einmal darlegen. Aus Erfahrungen bei Diskussionen in meiner Ortsgruppe sage ich mal vorab, daß ich keinen hier im Forum beleidigen will und dessen Vorgehensweisen verunglimpfen will, es soll lediglich meine Darlegung darstellen.

Die Fakten: (Gelernt in der Imkerschule)
* die Drohnenbrut wird achtmal stärker befallen als die Arbeiterbrut
* aus einer befallenen Drohnenzelle vervierfacht sich die Milbe
* aus der befallenen Arbeiterinnenzelle verdoppelt sich die Milbe
* 3 mal Drohnenbrutschneiden schiebt die Schadensgrenze einen Monat hinaus
* 1/3 der Milben befindet sich in der Drohnenbrut

Mein Rechenbeispiel für Beginn April
bei einer Annahme, daß sich 150 Milben (normaler Wert für Anfang April - 2 Bienengenerationen schon geschlüpft) im Volk befinden

50 Milben in der Drohnenbrut erzeugen 200 Milben
100 Milben in der Arbeiterinnenbrut erzeugen 200 Milben

jetzt habe ich im Mai 400 Milben im Volk bei ausgeschnittener Drohnenbrut nur 200 Milben

Fall 1 Drohnenbrut ausgeschnitten
200 Milben im Volk

65 Milben in der Drohnenbrut erzeugen 260 Milben
135 Milben in der Arbeiterinnenbrut erzeugen 270 Milben

Fall 2 Drohnenbrut nicht geschnitten
400 Milben im Volk

133 Milben in der Drohnenbrut erzeugen 532 Milben
267 Milben in der Arbeiterinnenbrut erzeugen 534 Milben

Resümee für Anfang Juni
keinmal Drohnen geschnitten 1066 Milben
einmal geschnitten 530 Milben
zweimal Drohnenbrut ausgeschnitten 270 Milben

Dies ist zwar eine Überschlagsrechnung aber zeigt annähernd die Auswirkung des Drohnenbrut schneidens.

Ich habe außer für die Zucht bei den Drohnenvölker (kleiner Prozentsatz der Völkeranzahl) kein Verständnis dafür, daß ein Imker diese Chance ausläßt den Varroadruck zu senken. Das Wachs aus den Drohnenrähmchen ist rückstandsarm.
Warum soll man hier im Forum den Verzicht des Drohnenbrutschneidens propagandieren, wenn die Empfehlung unseres Imkerbundes eindeutig die des Ausschneidens ist ?
Wenn jetzt 50 Milben Anfang April in meiner Drohnebrutwabe sind, wieviel Zellen muß ich von der ganzen Wabe aufmachen, damit ich eine finde ?

Keine Milbe zu finden heißt nicht, daß sie nicht anwesend ist. Milben zu sehen muß einen schon in Alarmstatus versetzen.

Gruß
Astacus


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.04.2008, 16:10 
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Beiträge: 817
Wohnort: Fahndorf bei Hollabrunn
Hallo,

ich habe bisher niemals die Drohnenbrut ausgeschnitten, heuer möchte ich es unbedingt versuchen. Der Druck der Varroa wird von Jahr zu Jahr stärker, und es ist eine einfache Methode ein wenig Entlasstung hineinzubringen. Allerdings schneide ich nicht eine komplette Breitwabe aus - das wäre mir zu schade, sondern ich habe mir Rähmchen hergerichtet, die in der Hälfte geteilt sind. Unten ist Platz für die Drohnenbrut-Wildbau, oben kommt noch eine Hälfte Mittelwände dazu. Ich hoffe die Bienen wissen, was ich damit will :lol: und bauen mir die Waben auch richtig so aus, wie ich mir das vorstelle.
Aber ich werde auf jeden Fall die Drohnenbrut öffnen und die Milben schätzen, damit ich auch weiß ob es mir was gebracht hat. Wenn da drinnen heuer keine Milben zu sehen sind, werde ich wahrscheinlich das Experiment nächstes Jahr nicht wiederholen. Habe ich damit wirklich den Druck der Varroa senken können , dann bin ich auch in Zukunft dabei ....

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Gruß Sybill \:D/
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