Mit Musik in die Ägäis
Ein Konzert anlässlich des 15. Geburtstages des Kulturforums Türkei-Deutschland. Welturaufführung einer Rhapsodie von Theodorakis in der Philharmonie.
Und dann waren sie da, die Bilder vor den Augen: Von Griechenland, von Zypressen, von der Ägäis. Am Donnerstagabend spielte das Philharmonic Volkswagen Orchestra unter der Leitung der Dirigenten Hans Ulrich Korf und István Dénes in der Kölner Philharmonie. Anlass war das 15-jährige Bestehen des Kulturforums Türkei-Deutschland. Auf dem Programm standen Zülfü Livanelis Balladen für Gesang, Klavier und Orchester sowie seine New Age Rhapsodie für Trompete und Orchester. Vom griechischen Komponisten Mikis Theodorakis spielte das Orchester die Rhapsodie für Gitarre, Gesang und Orchester sowie die für Violoncello und Orchester. Höhepunkt war die Welturaufführung der Rhapsodie für Trompete und Orchester: Ein furioser, pompöser Beginn, dominiert von Trompeten, abgewechselt von Streicherpassagen mit Soli vom Trompeter Otto Sauter. Der hatte Spaß an der Sache, wippte im Takt der Musik. Stargast war außerdem die „Grande Dame der griechischen Musik“, Sängerin Maria Farantouri.
„Ein ganz tolles Konzert“, sagte Hamidiye Ünal. Auch Marianne Karahasan sah das so, sie war extra aus Frankfurt angereist. Doch das Konzert sorgte nicht bei allen Besuchern für Begeisterung: Theodorakis sei bekannt für Folklore, „hier versucht er sich symphonisch - das ging daneben“, so Hermann Twiehaus aus Köln. Layda Özgei bemängelte die Harmonien.
In seiner Ansprache erinnerte Osman Okkan, Vorstandssprecher des Kulturforums Türkei-Deutschland, an die Bedeutung der Friedensinitiative: „Diese Musik steht für die Kultur des Friedens der Kölner.“ Er freue sich über das Jubiläum, „15 Jahre sind für eine Organisation keine kurze Periode“. Nun müsse das Kulturforum den „Sprung gemeinsam von der Pubertät hin zu dem Dasein eines Heranwachsenden“ schaffen. Es sei jedoch eine mühsame Arbeit, für die Finanzierung der Projekte zu sorgen. „Ohne institutionelle Förderung ist das nicht einfach“, sagte Okkan.
Das Konzert war eine Neuauflage jenes Konzerts, das die Anfänge der Friedensinitiative markierte: Vor 21 Jahren standen Theodorakis und Livaneli schon einmal gemeinsam auf der Bühne der Kölner Philharmonie - und sangen für Frieden.
http://www.ksta.de/html/artikel/1218660668734.shtml

