Ölpreise niedriger, doch Kerosin weiter teuer?
Montag, 08. September 2008, 08:10
Mit dem astronomischen Anstieg der Ölpreise ist auch das Kerosin immer teurer geworden – alleine in den vergangenen 18 Monaten doppelt so teuer wie zuvor. Doch obwohl nun die Ölpreise wieder fallen, bleiben die Flugpreise weiterhin hoch.
Wie die ARD berichtet, hatten die Verbraucher sicher Verständnis für die Preissteigerungen, die sich aus den erhöhten Preisen für Flugbenzin ergaben. Doch seit Wochen fallen nun die Ölpreise – und bei den Kerosinzuschlägen tut sich nichts.
„Keine der größeren deutschen Fluggesellschaften hat in den letzten Wochen die Kerosinzuschläge gesenkt, und es hat auch niemand die Absicht, dies zu tun,“ schreibt die ARD in ihrem Online-Portal. Man wisse nicht, wie sich der Ölpreis in den kommenden Monaten entwickeln werde, zitiert die ARD Nikolaus Nowak, den Sprecher von Air-Berlin.
Obwohl man bei der Anpassung der Preise nach oben durchaus in der Lage gewesen sei, auch kurzfristig zu reagieren, so die ARD, ließen sich auch die Lufthansa, Germanwings und TUIfly nun Zeit mit der Korrektur der Preise nach unten. Dabei habe z.B. die Lufthansa zuvor ihre Kerosinzuschläge bei innerdeutschen Strecken fast im „Monatsrhythmus“ erhöht.
Zwar argumentiere die Branche mit der Behauptung „Der Ölpreis ist nicht der Kerosinpreis“, doch hätte dieses Argument doch auch in den Zeiten gelten müssen, als der Ölpreis ständig stieg und auf dieser Basis auch die Treibstoffzuschläge ständig erhöht wurden, argumentiert die ARD.
Die ARD geht sogar noch weiter, und bezeichnet die Kerosinzuschläge als „eine wichtige Einnahmequelle“ der Fluggesellschaften und „eine schleichende und versteckte Preiserhöhung für die Kunden.“ Zudem seien die Zuschläge für die Airlines „doppelt bequem“: Zum einen „vertuschen“ sie laut der ARD die wahre Höhe des Flugpreises. Zum anderen sei eine Umstellung der Tarife für reguläre Ticketpreise kompliziert und werde deshalb meist nur einmal pro Jahr vorgenommen.
Da kann man nur hoffen, daß die Treibstoffzuschläge bei sinkenden Ölpreisen auch einmal nach unten korrigiert werden – doch wahrscheinlich scheint dies nicht gerade.
Quelle.tourexpi

