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9.10.2008, Easyjet erwartet angesichts hoher Kerosinkosten und konjunktureller Schwächen im Markt einen verschärften Verdrängungskampf. Der britische Lowcost Carrier will dabei seine Position im Markt ausbauen. An Zukäufen ist Europas zweitgrößter Billigflieger allerdings nicht interessiert. In Deutschland setzt die Airline vor allem auf Berlin, die Basis Dortmund wird dagegen aufgegeben.
EasyJet erwartet eine harte Zeit für die Airline-Branche. «Die Starken werden stärker, die Schwachen werden verschwinden, » sagte Vorstandschef Andrew Harrison am Donnerstag in Berlin. Bereits diesen Winter würden etliche europäische Carrier im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld nicht überstehen können. Man selbst sei aber gut aufgestellt - auch in finanzieller Hinsicht. Freiwerdende Kapazitäten könnten daher von EasyJet mitbedient werden. Auch wenn Öl wieder billiger werde, sei der US-Dollar teurer geworden, zudem könnte die allgemeine Konjunktureintrübung die Nachfrage schmälern. «Nur wer starke Reserven hat, wird bestehen, Fluggesellschaften ohne ausreichende flüssige Mittel werden nicht überleben» Harrison betonte, Easyjet verfüge über eine starke Finanzkraft, die nicht von der aktuellen Banken-Krise abhängig sei.
Generell könnten gut aufgestellte Lowcost Airlines zudem angesichts der Konjunkturkrise sogar davon profitieren, dass Geschäftsleute von klassischen Airlines umstiegen und touristische Reisen nicht mehr nach Übersee, sondern über kürzere Distanzen führten.
Im Winter werde EasyJet die Kapazität daher im Vergleich zum Vorjahreszeitraum annähernd stabil halten, während im Markt eine Reduzierung um etwa acht bis zehn Prozent zu erwarten sei. Im Anfang Oktober begonnenen Geschäftsjahr könnte die Wachstumsrate etwas schwächer sein, auf die kommenden drei Jahre betrachtet, seien die Erwartungen aber weiterhin hoch. Die Erträge dürften jedoch auch bei Easyjet unter Druck geraten.
Kein Fokus auf Übernahmen
Mit Blick auf Konkurrenten im deutschen Markt äußerte sich Harrison skeptisch über Zusammenschlüsse, wie sie zwischen TUIfly und der Lufthansa-Tochter Germanwings ausgelotet werden. Dies werde nicht genügend Effizienz herbeiführen, die zum Überleben nötig sei. Man habe selbst Erfahrungen mit der Übernahme von fremden Strukturen gemacht. Auch das Beispiel Air Berlin zeige, dass die Komplexität von Übernahmen und Fusionen Probleme mit sich brächten. Daher sei man selbst derzeit nicht an Zukäufen interessiert, vor allem nicht in Deutschland – obwohl etliche Angebote vorlägen.
Deutschland-Geschäft entwickelt sich unterschiedlich
Mit dem neuen Deutschland-Chef Thomas Haagensen will die Airline den deutschen Markt weiter ausbauen. In Dortmund werde man allerdings kein Flugzeug mehr stationieren, einige Strecken würden stattdessen von anderen Basen aus bedient. EasyJet hatte zuletzt im Juli angekündigt, die Hälfte aller Verbindungen ab Dortmund aufzugeben.
Ein starker Fokus liege derweil auf der Basis in Berlin-Schönefeld. Dort sei man bereits die größte Airline und habe im abgelaufenen Geschäftsjahr die Passagierzahlen um 17 Prozent auf 3,5 Millionen erhöht. Nun freue man sich darauf, EasyJet auch als künftigen „Homecarrier“ am neuen Großflughafen Berlin Brandenburg International zu etablieren. Insgesamt beförderte die Airline in Deutschland fünf Millionen Fluggäste.
© dpa, airliners.de
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