Ex-Zugführer weist Misshandlungs-Vorwürfe zurück
Im Prozess um die Misshandlung von Rekruten in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in Coesfeld hat ein angeklagter ehemaliger Hauptfeldwebel die Vorwürfe zurückgewiesen. «Ich dachte nicht im Traum daran, irgendetwas Verbotenes durchzuführen. Mir ging es nur darum, eine interessante Ausbildung zu bieten und niemals Soldaten zu erniedrigen. Ich habe niemals Exzesse gesehen, weder im Gelände noch im Verhörkeller», sagte der 32-jährige Ex-Zugführer Michel H. aus Bocholt am Mittwoch vor dem Landgericht Münster.
Anzeige
Der ehemalige Hauptfeldwebel folgte mit seiner Stellungnahme weitgehend der Aussage seines Zugführerkollegen Martin D. (33) aus Haltern. Er betonte ebenfalls, dass er mit dem Kompaniechef Ingo S. über die Übungen gesprochen und dieser sie genehmigt habe. Auch gegen eine Wiederholung habe der Hauptmann keine Einwände gehabt.
Der ehemalige Kompaniechef bestätigte die Aussage so nicht. Er erklärte auf Nachfrage des Vorsitzenden, dass er einmal mit dem Hauptfeldwebel über die Übung gesprochen habe, aber Details seien nicht erörtert worden. Dass er die zweite und weitere Übungen genehmigt habe, verneinte er. Für den nächsten Verhandlungstag kündigte der Verteidiger von Ingo S. eine Stellungnahme seines Mandanten an.
Die Staatsanwaltschaft wirft ehemaligen Bundeswehr-Ausbildern vor, im Jahr 2004 vier simulierte Geiselnahmen initiiert zu haben, an denen mehr als 160 Rekruten beteiligt gewesen sein sollen. Dabei soll es zu Übergriffen und Misshandlungen gekommen sein.
(ddp)
Quelle:
http://de.news.yahoo.com/ddp/20080116/t ... 590_1.html