Ampetula hat geschrieben:
- Sind es Glaubens- oder moralische Gründe, weshalb ABs keinen Partner haben?
Jain. Die strickte Ablehnung von eher unverbindlichen sexuellen Kontakten sowie der Wunsch nach einem Partner, der das Weltbild teilt, kann entscheidend zum ABtum beitragen.
Ampetula hat geschrieben:
- Es gibt doch viele Singles, die das Leben genießen. Was ist bei ABs anders?
Es spricht nichts dagagen, dass auch ABs ihr Leben geniessen, ihren Hobbys nachgehen etc. Doch im Unterschied zu einem "normalen" Single haben sie kaum Erfahrungen und sind daher extrem verunsichert, ob sie jemals einen Partner finden werden. Die Angst immer allein zu bleiben oder nie sexuelle Erfahrungen machen zu können, kann die Freude erheblich reduzieren.
Ampetula hat geschrieben:
- Sind ABs alle zu schüchtern und gehemmt?
Ein grosser Teil ist das. Es gibt aber auch Ausnahmen. Wobei gesagt werden muss, dass die zu Schau getragene Offenheit und Schlagfertigkeit bisweilen nur eine Maske sein kann. In intimeren Beziehungen kann sich ein solcher Mensch auch sehr zurückhaltend verhalten.
Ampetula hat geschrieben:
- Sind ABs alle hässlich?
Nein. Die meisten ABs unterscheiden sich nicht von der Normalbevölkerung. In einigen Fällen spielen Uebergewicht, Missbildungen, Behinderungen etc. durchaus eine Rolle.
Ampetula hat geschrieben:
- Sind ABs zu anspruchsvoll?
Nein. Es gibt in Beziehungsfragen prinzipiell kein "zu anspruchsvoll", weil man dieses "zu anspuchsvoll" nicht definieren kann.
Wobei gesagt werden muss, dass sehr präzise Vorstellungen vom Partner (z.B. in Bezug auf das Aussehen, den Beruf, Weltanschauung) die Partnersuche erschweren.
Ampetula hat geschrieben:
- Fehlt es ABs an sozialen Fähigkeiten?
In sehr vielen Fällen ja. Das Sozialverhalten vieler ABs ist durch traumatische Erfahrungen in der Kindheit, v.a. Mobbing gestört. Auch ein gewisser Hang zum Eigenbrödlerischen und Verlustängste (im Sinne: Wer eine Beziehung eingeht, muss sich verändern, verliert irgendwo auch einen Teil von sich) sind vorhanden. Das bedeutet aber nicht, dass ABs prinzipiell Einzelgänger sind. Viele haben normale Freundes- und Bekanntenkreise.
Ampetula hat geschrieben:
- Machen sich ABs nicht zu sehr einen Kopf?
Einige ja, vor allem weil sie von den Reaktionen des Umfelds verunsichert sind. Bei anderen besteht nur sporadischer Leidensdruck.
Ampetula hat geschrieben:
- Sind ABs zu intellektuell?
Es gibt kein "zu intellektuell". ABs gibt es in allen Bevölkerungsschichten, wobei die jeweiligen Gründe z.T. unterschiedlich sind. Die Akademiker/Studenten sind unter den ABs stark vertreten. Das hat damit zu tun, dass viele aufgrund des langen und anstrengenden Studiums kaum dazu kommen (und kaum darüber nachdenken), einen Partner zu suchen. Auch denke ich schon, dass man sagen kann, dass Menschen mit überdurchschnittlicher Intelligenz und Bildung komplexer sind, durchaus einige Maken haben (z.B. aufgrund des langen Alleinlebens während des Studiums) und auch präzisere Ansprüche (z.B. im Hinblick auf die politische Einstellung, Religion, Bildung etc. des Partners).
Ein weiteres Problem der Akademiker, und hier sind vor allem aber nicht nur Männer betroffen, besteht darin, dass sie aufgrund ihres sehr rationalen Wesens, Probleme damit haben, Gefühle zuzulassen und auszudrücken.
Ein Problem das insbesondere die Akademikerinnen betrifft, besteht darin, dass sie wesentlich später als andere mit der Partenersuche beginnen. Dabei besteht das Hauptproblem darin, dass sie - sagen wir mal mit 30 - natürlich gefestigtere Persönlichkeiten sind als sie es noch mit 20 waren. Hätten sie mit 20 einen Partner gefunden, hätten sie sich ihm vielleicht angepasst oder sich mit ihm zusammen "aufeinanderhin" entwickelt. Mit 30 und später ist das schwieriger. Da versucht man einen Partner zu finden, der zu den eigenen politischen, religiösen, weltanschaulichen etc. Vorstellungen passt.
Besonders den letzten Punkt über Akademiker finde ich sehr plausibel- trifft nämlich alles genau auf mich zu.