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 Betreff des Beitrags: Mathematik an Schule und Unis
BeitragVerfasst: 26.06.2007, 21:53 
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Hallo frankie,

da Hase schon etwas grimmig geguckt hat *wink*, machen wir besser einen eigenen Thread auf.

frankie hat geschrieben:
Wie sollen sich das denn vermischen? Indem in der Schule mehr "sinnlose" Beweise gelehrt werden? So was zu können mag ja für den Mathematiker interessant sein, ein anderer wird aber im normalen weiteren Leben dies nie wieder brauchen. Was aber fast jeder braucht, sind solide Rechenkenntnisse und grundlegendes zum Umgang mit Funktionen. Genau drauf sollte sich die Schule beschränken.


Okay, ich meinte es so, dass man an der Schule mehr verdeutlichen könnte, was man unter "höherer Mathematik" versteht. Das mag für so manchen all das sein, was über die Grundrechenarten drüberhinaus geht. Es gibt Beweisideen, die nicht nur interessant wären, sondern auch den Schülern etwas mehr Abstraktionsvermögen vermitteln könnte. An der Mathematik in den Universitäten geht hingegen ein bissel der Spass verloren. Warum nicht mal mathematische Ideen auf ganz gewöhnliche Alltagsprobleme loslassen. Zum Beispiel ob es noch andere praxistaugliche Krawattenknoten gibt (wurde tatsächlich untersucht). Und das die Leute dort weniger verächtlich auf das mathematische Fussvolk schauen sollten.

Die erste Aufgabe der Mathematik in den Schulen bleibt natürlich erstmal die Basics zu schaffen.

Gruss
BartS


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 Betreff des Beitrags: Re: Mathematik an Schule und Unis
BeitragVerfasst: 27.06.2007, 07:59 
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BartS hat geschrieben:
Hallo frankie,

da Hase schon etwas grimmig geguckt hat *wink*, machen wir besser einen eigenen Thread auf.

frankie hat geschrieben:
Wie sollen sich das denn vermischen? Indem in der Schule mehr "sinnlose" Beweise gelehrt werden? So was zu können mag ja für den Mathematiker interessant sein, ein anderer wird aber im normalen weiteren Leben dies nie wieder brauchen. Was aber fast jeder braucht, sind solide Rechenkenntnisse und grundlegendes zum Umgang mit Funktionen. Genau drauf sollte sich die Schule beschränken.


Okay, ich meinte es so, dass man an der Schule mehr verdeutlichen könnte, was man unter "höherer Mathematik" versteht. Das mag für so manchen all das sein, was über die Grundrechenarten drüberhinaus geht. Es gibt Beweisideen, die nicht nur interessant wären, sondern auch den Schülern etwas mehr Abstraktionsvermögen vermitteln könnte. An der Mathematik in den Universitäten geht hingegen ein bissel der Spass verloren. Warum nicht mal mathematische Ideen auf ganz gewöhnliche Alltagsprobleme loslassen. Zum Beispiel ob es noch andere praxistaugliche Krawattenknoten gibt (wurde tatsächlich untersucht). Und das die Leute dort weniger verächtlich auf das mathematische Fussvolk schauen sollten.

Die erste Aufgabe der Mathematik in den Schulen bleibt natürlich erstmal die Basics zu schaffen.

Gruss
BartS


Moin BartS!

Ach was Hasilein kann doch gar nicht grimmig gucken! *moehrchen hinhalt*

Ja ok, wenns darum geht Anwendungen der Mathematik aufzuzeigen, oder den Spass an Mathe zu wecken, das waere natuerlich gut.
Trotzdem glaube ich dass, die allermeisten spaeter im Beruf nie wieder einen mathematischen Beweis fuehren muessen. Berechnungen sind aber in vielen Berufen wichtig. Deswegen sollte m.E. auch der Schwerpunkt den Schulmathematik auf Berechnungen liegen.


... mmh ja feines Hasi! Gell das schmeckt! *hinter den Oehrchen kraul* ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Mathematik an Schule und Unis
BeitragVerfasst: 27.06.2007, 09:39 
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frankie hat geschrieben:
Trotzdem glaube ich dass, die allermeisten spaeter im Beruf nie wieder einen mathematischen Beweis fuehren muessen. Berechnungen sind aber in vielen Berufen wichtig. Deswegen sollte m.E. auch der Schwerpunkt den Schulmathematik auf Berechnungen liegen.


Naja, in fast jedem technischen Berufen muss man beweisen können:
- Der Programmierer muss die Korrektheit und Komplexität seines Codes beweisen.
- Der Architekt muss nachweisen, dass das Gebäude nicht einstürzen wird.
usw.

Und genaugenommen ist eine "Berechnung" ja auch nichts anderes als ein Beweis, nur in kondensierter Notation.

Es geht auch nicht nur um vollständig ausgeführte Beweise. Ich halte es für durchaus akzeptabel, wenn einige tiefliegend Resultate ohne den seitenlangen Beweis mitgeteilt werden. Viele Schüler sind ohnen nicht in der Lage, solchen langen schwierigen Beweisen zu folgen. Die schalten dann einfach ab.

Das Problem in der Schule scheint mir aber vielmehr zu sein, dass schon die Begriffe nicht sauber definiert (geschweige denn richtig motiviert) werden. So hab ich das jedenfalls erlebt, vielleicht hat sich das zwischenzeitlich gebessert. Die Schüler sind verunsichert, weil sie keine genaue Vorstellung davon haben, mit was sie da überhaupt "rechnen". Das ist mMn der Grund, warum sich viele mit Mathe so schwertun.

Gruß
F


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 Betreff des Beitrags: Re: Mathematik an Schule und Unis
BeitragVerfasst: 27.06.2007, 11:06 
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F hat geschrieben:
frankie hat geschrieben:
Trotzdem glaube ich dass, die allermeisten spaeter im Beruf nie wieder einen mathematischen Beweis fuehren muessen. Berechnungen sind aber in vielen Berufen wichtig. Deswegen sollte m.E. auch der Schwerpunkt den Schulmathematik auf Berechnungen liegen.


Naja, in fast jedem technischen Berufen muss man beweisen können:
- Der Programmierer muss die Korrektheit und Komplexität seines Codes beweisen.
- Der Architekt muss nachweisen, dass das Gebäude nicht einstürzen wird.
usw.

Und genaugenommen ist eine "Berechnung" ja auch nichts anderes als ein Beweis, nur in kondensierter Notation.

Es geht auch nicht nur um vollständig ausgeführte Beweise. Ich halte es für durchaus akzeptabel, wenn einige tiefliegend Resultate ohne den seitenlangen Beweis mitgeteilt werden. Viele Schüler sind ohnen nicht in der Lage, solchen langen schwierigen Beweisen zu folgen. Die schalten dann einfach ab.

Das Problem in der Schule scheint mir aber vielmehr zu sein, dass schon die Begriffe nicht sauber definiert (geschweige denn richtig motiviert) werden. So hab ich das jedenfalls erlebt, vielleicht hat sich das zwischenzeitlich gebessert. Die Schüler sind verunsichert, weil sie keine genaue Vorstellung davon haben, mit was sie da überhaupt "rechnen". Das ist mMn der Grund, warum sich viele mit Mathe so schwertun.

Gruß
F


Logo dass ich mit "Beweis" formale mathematische Beweise meinte. Wobei mich wundert dass du als Mathematiker Nachweise ect als Beweise ansiehst. Streng genommen sind das naemlich keine. Aber egal.

Das mir dem Abschalten sehe ich genauso. Vor allem kann ich wirklich keine Anwendung von formalen mathematischen Beweisen im "normalen" Leben sehen. Ergo fragt sich da erst recht jeder Schueler, wozu er das lernen soll?


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 Betreff des Beitrags: Re: Mathematik an Schule und Unis
BeitragVerfasst: 27.06.2007, 21:01 
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Registriert: 03.06.2007, 18:58
Beiträge: 139
frankie hat geschrieben:
Logo dass ich mit "Beweis" formale mathematische Beweise meinte.


Achso? (Ich habe die ursprüngliche Diskussion nicht gelesen). Ich denke trotzdem, dass es auch nicht schaden würde, Schülern zu erklären, dass es sowas wie formal verifizierbare Beweise überhaupt gibt, und dass man jeden Beweis (jede Rechnung) im Prinzip in einen solchen überführen kann, wenn man wollte. Das vermittelt (finde ich) ein Gefühl der Sicherheit für die Sache. Man sieht, dass es klare Regeln gibt und Mathe nichts mystisches ist (Die Menge aller beweisbaren Mathe-Sätze ist rekursiv aufzählbar).

frankie hat geschrieben:
Wobei mich wundert dass du als Mathematiker Nachweise ect als Beweise ansiehst. Streng genommen sind das naemlich keine. Aber egal.


Klar, aber das umformulieren in einen formalen Beweis ist wie gesagt lediglich eine Fleißaufgabe. Die übliche Sprachregelung unter Mathematikern ist die, dass mit "Beweis" ein umgangsprachlicher (nicht formaler) Nachweis einer math. Behauptung gemeint ist.

Gruß
F


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 Betreff des Beitrags: Unwesentliches
BeitragVerfasst: 28.06.2007, 13:56 
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BartS hat geschrieben:
Warum nicht mal mathematische Ideen auf ganz gewöhnliche Alltagsprobleme loslassen.

Weil es einfach so schön passt:
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"Es ist so leicht, andere, und so schwierig, sich selbst zu ändern." - Oscar Wilde


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