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Möchte mich auch hier noch mal öffentlich vorstellen und hab mal eine alte Vorstellung hier her kopiert:
Ich bin 28Jahre alt, männlich und wie die meisten hier ein AB.
Meine Kindheit verlief relativ normal. Im Kindergarten war ich schon mehr Anführer, es gab sogar eine Frau, die mich heiraten wollte. ;-)
In der Grundschule lief ebenfalls alles normal ab, aber später auf dem Gymnasium konnte ich mich nicht mehr gegen die Jungs aus den anderen Orten durchsetzen und wurde immer mehr zum Außenseiter. Darunter litt mein Selbstbewusstsein, ich traute mich kaum noch, mich zu melden, die schulischen Leistungen wurden schlechter, Selbstvertrauen sank weiter ab, bis ich ab der ca. 8Klasse schon fast zu den Außenseitern gehörte. Dies machte ich aber auch bewusst und ich schloss mich anderen Jungs mit dem gleichen Problem an. Wir hörten Metal und Grunge, soffen uns auf Dorf-Discos die Hucke voll, da wir dort sonst keinen Spaß hatten und grenzten uns bewusst von den anderen ab. Durch die Gründung unserer Band (die Instrumente wurden ausgelost, da sowieso keiner ein Instrument spielen konnte) wollten wir u.a. Frauen beeindrucken, was aber Mangels Talent und Auftritten misslang.
Als dann irgendwann Kurt Cobain sich die Birne wegpustete und Green Day und Offspring den Punk Salonfähig machten, wurde dann aus uns „Zecken“ und „Heavies“ wie uns andere immer nannten, normale Menschen, da „unsere“ Musik auf einmal in war.
Meine Kumpels hatten auf einmal Freundinnen, aber nicht, weil sie sich an sie rangeschmissen hätten, sondern die Frauen den ersten Schritt machten. Tja, aber irgendwie blieb ich auf der Strecke und wusste auch nicht, was ich dagegen tun könnte. Als ich dann schulisch so extrem abgesackt war, dass ich die Schule wechseln musste, um auf einer praktisch orientierteren Schule mein Fachabi zu machen, verlor ich den Kontakt zu meinen Gymnasium-Freunden und bekam wieder Kontakt zu alten Grundschulfreunden. Über sie kam ich dann auch an eine Menge neuer Frauen, aber passiert ist immer noch nichts. Unterschied zu den alten Freunden war, dass mit den neuen alten Freunden noch mehr getrunken wurde. Ich verliebte mich hin und wieder in irgendwelche Frauen, aber gestand ihnen erst, dass ich verliebt war, wenn sie mir ihre neuen Freunde vorstellten.
Im Jahr 2000 sprach ich eine Frau J. an, die bis heute mein OdB ist. Sie ist 6,5Jahre jünger als ich, aber sie gefiel mir auf Anhieb. Das war an einem Samstagabend auf einem Dorffest. Sonntags abends saß ich völlig betrunken mit einer anderen Frau B. (sie wusste von meinem AB-Dasein) auf einer Bierbank und sie gestand mir, dass sie sich in mich verliebt hatte. Ich fand diese Frau nicht schlecht, hätte auch was mit ihr angefangen, wenn ich mich nicht einen Abend zuvor in mein OdB verliebt hätte. Ich gab ihr einen ziemlich fiesen Korb – weiß gar nicht mehr, was ich gesagt habe – der sie heftig traf. Sie schrie mich mit den Worten „Ich glaub, du WILLST überhaupt keine Freundin!!!“ an und verließ das Festzelt.
Zu J. intensivierte ich den Kontakt und ging in die Offensive. Ich rief sie nach exakt 13 Flaschen Bier an (musste mir Mut antrinken, sonst hätte ich es nicht geschafft), machte unserer erstes Date aus. 2 * 1Stunde Autofahrt mit ihr allein im Auto bis zum Konzert der Band meiner Kumpels. Logischerweise ohne Bier um Mut anzutrinken. Hölle! Auf der Heimfahrt kamen wir auf das Thema Beziehung. Sie wollte momentan keine, da sie erst kurz vorher eine Trennung durchlebt hatte. Ich ließ ihr alle Freiräume, rief sie aber trotzdem ständig an und ich fühlte mich begehrt, wie noch nie zuvor, schaffte aber nicht, ihr klar zu machen, dass ich mich in sie verliebt hatte. Zum Geburtstag schenkte sie mir eine mit ihrem Parfum eingesprühte künstliche Blume. „Okay, geht’s noch eindeutiger“, dachte ich mir, brannte ihr zu Weihnachten (nach 3Monaten) eine CD, übergab sie ihr abends in der Disco, wollte ihr meine Liebe gestehen – und bekam prompt ihren neuen Freund (ihr Ex) vorgestellt. Anmerkung 1)
Wir blieben nach einem kleinen Streit in Kontakt, sie stellte mir ihre Freundin K. vor und ich verliebte mich in K. Auf Ks Geburstag kam ich mit einer weiteren Freundin M. in Kontakt und K meinte, M. würde gut zu mir passen, M. küsste mich (mein erster Zungenkuss mit 23) und alles schien gut. Blöd nur, dass M feststellte, dass ich nicht mal ihren Namen wusste (ich war mal wieder total dicht) und merkte, dass sie mir völlig egal war und sie mir Sachen wie „Du bist so ein Idiot, aber ein Süßer“ an den Kopf schmiss und weglief.
Irgendwann kam es dann dazu, dass ich K gestand, dass ich mich in sie verliebt hatte, aber außer der Kumpelschienenabfuhr hatte sie nichts für mich übrig. Ich merkte, dass sie sowieso nur ein Ersatz für J. war und ließ sie links liegen und verbrachte viel Zeit mit J. Als J. sich von ihrem Freund trennte und sich in meinen Kumpel verliebte, wusste ich endgültig, dass ich nicht bei ihr landen konnte. Tja, wenn man verliebt ist, möchte man natürlich alles dafür tun, dass sein OdB glücklich ist – also verkuppelte ich sie mit meinem Kumpel. Mit Erfolg. Die beiden sind heute noch zusammen – und ich immer noch in mein OdB verliebt.
Kurz nach der erfolgreichen Verkupplung tauchte auf einmal K wieder in meinem Leben auf, ich blockte sie aber trotzdem ab. Unter dem Vorwand, dass sie sich eine CD in meinem Auto anhören möchte, lockte sie sich in meinem Auto. Wir waren beide total betrunken und saßen nebeneinander im Auto und hörten Musik – bis sie auf einmal sagte „Küss mich“. Kurzer Schock, dann küsste ich sie und alles schien gut zu werden. Nach stundenlangem heftigen Küssen schlief sie in meinem Schoß ein, aber da es draußen Minusgrade waren, rief ich irgendwann ein Taxi, das uns nach Hause fahren sollte – getrennt, da ich nicht bei ihr schlafen wollte, weil mir das alles zu schnell ging. Am nächsten Tag hatte ich die Hosen zu voll, sie anzurufen, um nachzufragen, wie die Geschichte weitergeht, schickte nur SMS, die unbeantwortet blieben. Haken dran, auch wenn es hart war.
Anmerkung 2)
Auf einer Party lernte ich dann I. kennen. Sie war etwas älter, ich fand sie okay, aber auch nicht mehr. Auf einer weiteren Party traf ich sie wieder, wir saßen auf dem Sofa, ich war mal wieder kurz vor dem Koma, sie ließ sich seitlich umfallen, zog mich auf sich und wir fingen an zu knutschen. Okay. Schön und gut. Nach der Party wortlos auseinander gegangen, auf einer anderen Open-Air Party wieder getroffen und in der Wiese liegend wieder rumgeknutscht. Als ich sie dann mal traf, als beide nüchtern waren und ich ihr mehr oder weniger klar machte, dass ich sie gerne näher und mal nüchtern kennen lernen wollte, gestand sie mir, dass sie bei den beiden Aktionen auf Speed war dies nichts zu bedeuten hätte.
Okay. Das waren meine bisherigen Erfahrungen.
Ich wurde hin und wieder immer mal von Frauen angesprochen, hab dann aber aufgrund totaler Blockaden verbal die Frauen in die Flucht geschlagen.
Man kann also sagen, dass ich selbst für mein AB-Dasein verantwortlich bin. Ich habe mir selbst einige Chancen verbaut, habe mich durch Trunkenheit immer wieder ein Eigentor geschossen, aber nüchtern bin ich dann auch wieder zu verklemmt, dass Frau nicht auf die Idee kommt, mich anzusprechen.
Generell kann man sagen, dass mein Verhalten viel zu passiv ist. Ich habe bis auf wenige Ausnahmen nie eine Frau angesprochen.
Meine Versuche, durch Kontaktanzeigen zum Ziel zu kommen, waren ebenfalls bisher nicht von Erfolg gekrönt.
Ich müsste an meinem Selbstvertrauen arbeiten – keine Frage – aber irgendwie verachte ich mich weil ich nun mal AB bin. Ein Teufelskreis.
Was gibt es sonst noch zu sagen? In meinem Job als Informatiker lernt man nicht grade viele Frauen kennen – und wird auch glaube im Privatbereich dafür immer wieder verachtet. Der Auszug aus dem Elternhaus ist zwar physikalisch vollzogen, aber Schicksalsschläge wie die Leukämie-Erkrankung meiner Schwester, dem Arbeitsunfall meines Vaters der zur Berufsunfähigkeit führte, der Schlaganfall meiner Mutter machen mir die endgültige Abnabelung vom Elternhaus nicht grade leicht und ich bin im Schnitt jedes 2Wochenende in der alten Heimat. Ich schaffe es einfach nicht, einen radikalen Schnitt zu vollziehen, weil ich das Gefühl habe, ich würde sie im Stich lassen.
Ich hoffe, man kann den Text halbwegs verstehen, da viele Ereignisse parallel gelaufen sind, was zu Verwirrung führen kann und in mir zu viele Sachen wieder hoch gekommen sind, die ich schon längst wieder verdrängt habe.
1) an dieser Stelle habe ich das AB-Forum entdeckt. Ich hing im Internet in einem Selbstmordforum rum und wurde ins erste AB-Forum verwiesen
2) Ab hier begann ich eine Therapie
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