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 Betreff des Beitrags: Unsere inneren Selbstgespräche/ inneren Dialoge
BeitragVerfasst: 01.12.2007, 17:28 
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Hallo an alle!

Wie wir ja wissen, bestimmt das, was wir uns selbst in bestimmten Situationen oder auf bestimmte Erlebnisse hin sagen, ganz wesentlich unser Verhalten.
Deshalb habe ich diesen Thread gestartet, damit wir einmal folgendes tun:

1. Unsere inneren Reden schriftlich formulieren, damit sie uns erstmal bewusst werden.
(Zur Inspiration siehe auch meine Beispiele unten)

2. Aus eigenen Erfahrungen (und bitte nur solchen!) heraus begründet zu inneren Reden Stellung nehmen und sie ggf. korrigieren.


Als Anregungen hier nun also ein paar Sätze, die ich noch von mir selbst erinnere (die Aufstellung ist teils redundant und die Reihenfolge zufällig gewählt):

„Ich bin wie ich eben bin“
„Leute wollen nicht angesprochen werden/ sind froh, wenn man sie in Ruhe lässt“
„In der Warteschlange, im Bus, in der Bahn sind die Leute mit Nachdenken beschäftigt und wollen nicht gestört werden“
„In Discos, auf Konzerte etc. gehen die Leute wegen der Atmosphäre bzw. Musik. Daher störe ich sie nur, wenn ich einfach so ein Gespräch anfange“
„Generell falle ich Leuten auf die Nerven, wenn ich sie anspreche“
„Mit mir will niemand etwas zu tun haben“
„Wenn jemand dennoch mit mir spricht oder mit gar die Telefonnummer gibt, dann tut dieser Mensch das aus Mitleid“
„Die Deutschen – und insbesondere die Norddeutschen – sind unterkühlt und abweisend und wollen außerhalb ihrer bestehenden Kreise keinen Kontakt“
„Ich darf den Leuten und insbesondere den Frauen gegenüber keine Gefühle zeigen, sonst nutzen die das aus“
„Eine Frau fühlt sich allgemein von Männern und speziell von mir belästigt – insbesondere, wenn ich ihr offen rüberbringe, dass ich sie begehre.“
„Es ist unanständig, einer Frau zu kommunizieren, dass ich sie begehrenswert finde“
„Ich bin zu hässlich/ klein/ groß/ dünn/ dick, deshalb habe ich keine Chance bei Frauen“
„Ich muss erst Tanzen können, ne eigene Wohnung haben und Geld verdienen, bevor das mit den Frauen was werden kann“
„ich wohn noch bei meinen Eltern“
„Frauen haben eigentlich keinen Spaß am Sex, sondern lassen die Männer nur ran damit die endlich Ruhe geben“
„Frauen wollen nicht angsprochen werden – das sieht man schon an ihren abweisenden Blicken“
„Frauen wollen, wenn sie in einer Beziehung leben, nicht von anderen Männern angesprochen, begehrt oder verführt werden“
„Eine Frau muss erst in mich verliebt sein, bevor sie etwas von mir will“
„Wenn eine Frau etwas von mir will, wird sie mir ein Zeichen geben oder den ersten Schritt machen“
„Als Mann bin ich ein potentieller Vergewaltiger, deshalb darf ich die Frau auf gar keinen Fall berühren“
„Frauen kommen sehr gut ohne Männer klar“
„Frauen kommen auch sehr gut allein, ohne Männer klar und daher nervt es sie, von Männern angesprochen zu werden“
„Ich bin ein Versager, und Frauen wollen keinen Versager“
„Die hat sowieso schon nen Freund“
„Keine Frau will ‚nur’ Sex. ,Nur Sex' ist ein ausschließlich männliches Begehren und Frauen verurteilen das“
„Selbst wenn es zu ner Beziehung kommt – ich bin ja doch bloß einer von vielen, die sie hatte und haben wird“
„Ob eine Frau an mir Interesse hat oder nicht wird durch unbeeinflussbare Faktoren bestimmt (Biologie, Genetik, Alter, Interessen, Aussehen, ...)“
„Wenn ich das mit den Frauen geregelt habe, dann bin ich glücklich“

Nun ergänzt, kommentiert und korrigiert bitte eifrig!

Viele Grüße


Bernd

_________________
Ich schwing an der Lampe durchs Zimmer wie Tarzan,
Ich bin der vor dem sie dich immer gewarnt ha'm


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 Betreff des Beitrags: Re: Unsere inneren Selbstgespräche/ inneren Dialoge
BeitragVerfasst: 01.12.2007, 17:49 
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Bernd hat geschrieben:
„Ich bin wie ich eben bin“


Das finde ich nicht unbedingt negativ. Es sei denn, man schließt damit gleichzeitig die Möglichkeit der gewünschten Veränderung aus.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.12.2007, 18:33 
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Ich nehme mir mal aus den Beispielen einige raus, welche ich persönlich kenne.

Ich bin wie ich eben bin

Jaaa, und das ist verdammt gut so. Und ich bleibe auch, wie ich bin, wenn ich mal was anders mache und so weiter. Aber ich bin trotzdem in gewisser Hinsicht so und so, also sei es zurückhaltend oder merkwürdig oder oder. Mit dem Satz habe ich kein Problem, ich verwende das nicht um gegen eigene Anstrengungen zu mauern oder wie auch immer.


Leute wollen nicht angesprochen werden/ sind froh, wenn man sie in Ruhe lässt

In der Warteschlange, im Bus, in der Bahn sind die Leute mit Nachdenken beschäftigt und wollen nicht gestört werden

Das kann man schwer generalisieren, ebensowenig kann man da eine Mehrheit ausmachen. Mal spreche ich Menschen an (was zwar selten ist), mal nicht. Dabei spielen solche Sätze aber keine Rolle, die kommen nur denn, wenn ich Leute ansprechen will um einfach sozial zu sein, es mir also vorgenommen habe. Dann kommen solche Gedanken und dann sohl eben auch als ablenkende, ergrübelte Ausreden, Rationalisierungen.

In Discos, auf Konzerte etc. gehen die Leute wegen der Atmosphäre bzw. Musik. Daher störe ich sie nur, wenn ich einfach so ein Gespräch anfange

Das hat natürlich was plausibles. A priori gehen die meisten in der Tat zu etwas, wegen einer bestimmten Ursache. Nur der Schluss, also dass Kontaktaufnahme daher störend sei, das ist falsch. Es bedeutet ja auch, am kulturellen Leben teil zu nehmen. Es wird etwas geboten, worüber man reden kann. Diskussionsbedarf zwängt sich gerade zu auf.
Bei Diskotheken oder Kneipen ist dies zwar nicht unbedingt der Fall, aber es ist hier sogar Tatsache, dass viele Menschen ausgehen, um Menschen kennenzulernen. Das ist natürlich schwer für Schüchterne, vor allem geschlossene Gruppen sind ein Problem.
Aber gut, ich zu meinem Teil gehe recht häufig alleine aus. Mich selber würde es kaum stören, angesprochen zu werden, im Gegenteil, es sei denn, ich bin nur aus um mich vernünftig zu betrinken. Aber sonst, was hätte ich nicht für schöne Erlebnisse, wenn ich mich Gedanken, dass Kontaktaufnahme störend wäre.

„Ich muss erst Tanzen können, ne eigene Wohnung haben und Geld verdienen, bevor das mit den Frauen was werden kann“

Habe ich alles durchexzerziert. Hat nichts gebracht. Sind aber nette Gedanken um Vorbehalte zu haben :) Meiner ist zur Zeit: "Ich muss erst aufgehört haben zu rauchen und auch endlich nicht mehr in einer WG wohnen".

„Frauen wollen, wenn sie in einer Beziehung leben, nicht von anderen Männern angesprochen, begehrt oder verführt werden“

Ob das wahr ist, ist mir eigentlich gleich, weil Frauen, die das (schlussendlich meine ich nur das verführt werden) wollten mich nicht interessieren würden. Ich bin jedenfalls der Meinung, Frauen sollten das nicht wollen. Aber ich kann es ihnen nicht verbieten.

„Eine Frau muss erst in mich verliebt sein, bevor sie etwas von mir will“

Ja klar. Ich mein hallo, wie denn sonst, alles andere wäre doch Nonsens! naja so habe ich mal gedacht.
Also im Prinzip wäre das schön. Da ich mittlerweile mitbekommen hat, dass das Spiel kaum eine so spielt, ist das nicht mehr zwingend für mich, sie kann sich ja immer noch in mich verlieben, das sollte sie dann aber bitte auch.


„Wenn ich das mit den Frauen geregelt habe, dann bin ich glücklich“

So, der liegt mir am Herzen: JA!!! Ich kann es echt nicht mehr hören. "Unerfahrenheit ist ein Symptom..." oder "Du darfst dein Glück nicht von anderen, insbesondere Frauen abhängig machen", "erst musst du mit Dir selbst im reinen sein". Bla bla bla, so ein Humbug Wer sowas sagt, meint es sicher gut hat aber gar nichts kapiert. Solcher Rat gehört in die Kategorie Sprüche. Es ist doch so, Mensch X, AB, melancholisch, allein, selbstmitleidig (oder welcher AB auch immer) hat trotzdem Spaß und Freude an Teilen des Lebens. Ihm fehlt eine Frau. Deswegen ist er _insgesamt_ unglücklich. Die Perspektive ist doch gemeint. Und dann kommen solche Sch*achköpfe und fordern "Sei trotzdem insgesamt glücklich!". Die kriegen von mir nen metaphorischen Kopfschuss...

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BeitragVerfasst: 01.12.2007, 20:16 
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"man seh ich heute wieder scheiße aus"
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"alle schauen unfreundlich und wollen nicht gestört werden"
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"im tierreich gibt es auch verlierer die kein weibchen bekommen"
"die evolution hat mich wohl ausselektiert"
"ich hätte das bereits in meiner pupertät lernen müssen, jetzt ist es bereits zu spät"
"keine lust mehr auf den ganzen zirkus"

so die sind mir mal spontan eingefallen.


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BeitragVerfasst: 02.12.2007, 18:01 
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"Ich bin männlicher Menschenmüll."

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Es ist nicht so, dass mich Misserfolge deprimieren.
Inzwischen langweilen sie mich sogar.


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BeitragVerfasst: 02.12.2007, 19:49 
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°°°derAbzulehnende hat geschrieben:
"Ich bin männlicher Menschenmüll."

Immerhin männlich.

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"Die Grenze zwischen einer Freundin und einem Haustier, mit dem man Sex haben kann, scheint fließend zu sein."


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BeitragVerfasst: 08.12.2007, 15:46 
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Wächter hat geschrieben:
°°°derAbzulehnende hat geschrieben:
"Ich bin männlicher Menschenmüll."

Immerhin männlich.


°°°Punkt für Dich.
So optimistisch habe ich das bisher noch nicht betrachtet.

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BeitragVerfasst: 09.12.2007, 10:07 
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1. Unsere inneren Reden schriftlich formulieren, damit sie uns erstmal bewusst werden.

Das werde ich nicht hier auf dem Board machen, aber ich weiß aus Erfahrung, daß das eine gute Technik ist, Gedankenschrott einmal los zu werden, und sich selbst die Chance zu geben, daß dieser an Bedeutung verliert.

2. ... zu inneren Reden Stellung nehmen und sie ggf. korrigieren

Ich vermute, mit "inneren Reden" meinst du das Selbstbild. Jeder Mensch entwickelt sich weiter, also ist es auch sinnvoll, immer wieder das Selbstbild upzudaten (="korrigieren") und alte Vorstellungen abzulegen, besonders, wenn man an sich arbeitet.

Und es ist wichtig, sich nicht von Foren wie diesem entmutigen zu lassen, und weiter an sich selbst zu arbeiten.


Gutes Gelingen wünscht
Yannick

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Die Signatur überlege ich mir später ;-)


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