gonarchslair
Zitat:
Ich denke, ich habe Sex in meiner Vorstellung mythologisiert, ich stelle mir darunter etwas besonderes vor. Außerdem hatte ich genug Zeit um mir allerlei Sachen vorzustellen, die ich dann mit der Frau ausprobieren wollen würde und das würde mit einer Prostituierten nicht funktionieren.
Auch will ich Sex nur in Verbindung mit einer vetrauensvollen Partnerschaft, das heißt es nicht das wichtigste.
Diese Mythologisierung, die auch mir (neben anderen Faktoren) den Schritt in die Realität vermasselt hat, halte ich für genauso falsch wie Prostitution (was ich ja weiter oben schon erwähnt habe). Auch wenn ein Mann immer irgendwie für Sex zahlen muß, ist der direkte Tausch von Dienstleistung und Geld einfach die entwürdigendere Variante, weil der "Handel" in zeitlich viel engerem Rahmen stattfindet. Und hinsichtlich der Fälle, welche auf andere Weise nicht zu Sex kommen (können), wäre es unterm Strich sozial verträglicher, das ganze außerhalb eines Rotlichmilieues über die Krankenkasse abzurechnen. Und um die im Akademikerinnen-Thread wieder auferstandene DDR ins Spiel zu bringen. Dort gab es keine Prostitution (nur einige staatliche Prostituierte, um westliche Geschäftsleute mit Inflagranti-Fotos erpressen zu können). Und, oh Wunder, es hatten die Leute dort mehr Sex, als in der seit den späten Sechzigern mit Schmuddeltitten- und Zoten-Ramsch vollgestopften BRD. Die typischen Zoni-Neurosen hatten alle möglichen Ursachen, aber Sexualität gehörte hier bestimmt nicht dazu. Die Anbahnung sexueller kontakte war trotz des angeblich "prüden" (also nicht komplett niveaulosen) DDR-Alltags wesentlich selbstverständlicher und ungezwungener. Schon deshalb, weil sie den Leuten nicht schon im Vorhinein durch die Anforderungen des "****-TÜVs" und die Schnüffel-Mentalität des Bekenntniszwanges vermiest wurden. Achja, Pornographie gab es (legalerweise) auch nicht (und illegalerweise nur marginal).
Unter solchen Umständen ist es zumindest im Prinzip kein Problem, wenn jemand "vergleicht", also (nicht gezielt wertend) Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ehemaligen und dem gegenwärtigen Partner feststellt. Ich selbst will und kann in keinen Wettkampf mit einer amourösen Ahnenreihe treten. Meine erste Partnerin hatte schon zehn Jahre Erfahrung auf dem Venusbuckel, als ich mein "erstes mal" mit ihr hatte. Und da ist dann nix mit "Instinkt". Theoretische Beschäftigung reicht unter diesen Umständen dazu aus, den Eingang zu finden, mehr nicht. Es liegt und bewegt sich da ganz anders, als man sich´s Jahr(zehnt)e lang vorstellt. Obwohl die Frau mich den letzten Nerv gekostet hat, bin ich froh, daß sie die Versuchsreihe nicht vorzeitig abgebrochen hat. Und Ihre Erfahrenheit war alles andere als ein Problem oder Nachteil für mich. Die muß es generell nicht sein, wenn Hygiene und (heute unter "Event-AIDS"-Bedingungen leider nötig) Seuchenprävention beachtet werden. Auf letztere hat die DDR gesundheitspolitisch aufs "faschistischste" geachtet, ersteres wurde durch die schlechte Versorgungslage in der Früh und Endphase der Republik wohl eher etwas behindert.