Ganz im Westen von Lesvos, in einer heute ausgesprochen kargen Landschaft, liegt der versteinerte Wald, eine für ganz Europa einmalige geologische Erscheinung. Der Απολιθωμένο δάσος Λέσβου verdankt seine Entstehung dem Vulkanismus vor 15 – 20 Millionen Jahren. Damals war die Insel dicht mit Metasequoia bewachsen, den riesigen Nadelbäumen, die man heute noch aus dem Westen der USA kennt. Bei einem gewaltigen Vulkanausbruch des Ordymnos wurden diese Wälder unter einer Ascheschicht begraben, die sich zu einem Tuffgestein verfestigte.

Da in der Folgezeit diese Schichten von heißen mineralreichen Wässern durchdrungen wurden, konnte das pflanzliche Material versteinert werden. Die Strukturen des Holzes und anderen lebenden Materials wurden so allmählich durch Siliziumdioxid (Quarz) ersetzt. In der Neuzeit verwitterte der weichere Tuff und legte die versteinerten Pflanzen wieder frei. So kommt es, dass man heute durch einen vulkanischen Park laufen kann, in dem die Stämme teilweise sogar noch aufrecht stehen.

Durch mineralische Beimengungen schimmern die fossilen Pflanzenstrukturen in sehr schönen Farben. Der versteinerte Park liegt an einem Hang, die Parkverwaltung hat Rundwege angelegt und ist ständig dabei, dieses Naturdenkmal zu schützen. Die zwei Euro Eintritt, die der Park vor vier Jahren gekostet hat, sind angesichts der Mühen zur Erhaltung verschwindend gering.

Man erreicht diesen Park von Süden (und dem größten Teil der Insel) über die Straße Kalloni – Agra – Eressos - Sigri oder aus dem Nordosten über die Straße Petra – Skalochori – Antissa – Sigri kurz vor dem kleinen Ort Sigri an der Westküste.
Wenn man den Park im Sommer besucht, sollte man berücksichtigen, dass es hier
keinen Schatten gibt und sich entsprechend schützen.
LG
P~ K
