Ein etwas anderer Reisebericht über Thasos

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Ein etwas anderer Reisebericht über Thasos

Neuer Beitragvon makedonissa » Dienstag 29. Januar 2008, 22:50

Thasos

So sah einst Anton von Prokesch-Osten Thasos.........

Ich habe mich lange gesehnt, diese Insel zu sehen, von der fast kein Reisender spricht.
Da wir ein paar Rahen bedurften, so beschlossen wir, diese holzreiche Insel zu besuchen.
Wir gingen unter Segel, lavierten zwischen Mytilene und Scio, waren hart an Agioi Strati,
einer öden Insel, die dennoch ein Dorf nährt, und ankerten schliesslich an der Klippe
Thasopulo, der Einbucht von Thasos gegenüber.
Gleich nach Tisch bestieg ich die Insel. Ein hölzerner Damm, auf Marmorblöcken liegend,
läßt die Anfahrt zu dem einzigen Haus, neben dem ein paar Hütten und ein Kramladen stehen,
gelingen. Der Aga bewohnt es während des Tages, zieht aber jeden Abend, aus Furcht von
den Seeräubern, in das anderhalb Stunden gelegene Dorf Panagia.
Ich bestieg an diesem Abend die Burg und nahm einen allgemeinen Überblick. Darüber wurde
es Nacht. Ich ging durch Gesträuch und Dornen, über Fels und Absturz herab,
Tags darauf war ich schon früht auf meinem antiquarischen Ausflug. Von der Burg auf liegen
See und Land weithin aufgetan. Im äußersten Südost schwebt Imbros, dem gegen Nord die
hohen Samothraken aufsteigen. Weiterhin verliert sich der Blick in die See, bis er Kap Marogna
und dem Berge Imaros der makedonischen Küste begegnet. Dann zeigt sich der Golf von
Lagos und das flache Vorgebirge Balustra, wo die Ebene von Sarissbuan beginnt, die mehrere
Meilen tief und breit, mit Ölbäumen und anderem Anbau bedeckt, im Norden von Thasos
sich hinbreitet, bis wo an ihrem westlichen Ende das Gebirge von Kavala in die See tritt.
Kavala zeigt sich sehr stattlich. Die Mauern der Stadt scheinen aus den Wellen zu steigen,
Gebäude und Moscheen ragen darüber und werden ihrerseits wieder von dem Schlosse
überragt. Zur Rechten verbindet eine Wasserleitung, mit Bogen und zwei Stockwerken
übereinandergestellt, zwei Hügel. Im Rücken der Stadt entdeckt man die Strasse von Salonich.
Zur äußersten Linken hatten wir den Mons Pangeus.
So weit wir die Insel überblickten, war nur Wald und Gebirge. Nur Griechen bewohnen sie.
Man zählt dermalen neun Ortschaften....Volgaro, Kassawith, Sotiro, Kaikarbi, Morieß,
Kastro, Theolog, Potamia und Liman oder Panagia. Diese haben zusammen 1o2o Häuser,
die Bevölkerung wird also zwischen 5ooo und 6ooo Seelen sein. Die Haupterzeugnisse der
Insel sind Öl, Mais, Honig, Wein, Pech und Bauholz.....
Die Burg ruht auf zwei Bergspitzen, streckt eine Mauer längs dem nördlichen Abfall bis an die
See und eine andere über eine drite Bergspitze weg, südlich bis in das Tal. Dort bindet sich
dieselbe an die alte Stadtmauer. Der Abstand der drei Spitzen unter sich ist etwa 4oo Schritte.
Die südliche ist etwas höher denn die übrigen. Die Grundlagen der Burg sind griechischen Baues,
aus bester Zeit, kolossale Werkstücke ohne Mörtelverbindung, manchmal in abwechselnd
breiten und schmalen Lagen in doppelter Bindung, manchmal aus Werkstücken gleicher
Höhe.
Was der Burg im ganzen und in allen ihren Teilen ein höchst malerisches Ansehen gibt,
sind die Vermischung der Jahrunderte im Bau, der waldige Vor- und Hintergrund, die Fülle und
Farbentöne der Bäume und Gesträuche, welche über und über die Ruine bedecken.
Feigenbäume, Lentisken, Johannisbrotbäume, Stecheichen, junge Fichten, Andrachnen, Agnus
Castus usw., stehen im Türmen und Toren, brechen aus Schutt und Mauern und werden von
Efeu und wildem Wein dicht und hoch überwunden. Durch dieses reiche, mannigfaltige und
saftigte Grün schaut der gelblich weiße, sanfte Ton des Marmors und glänzt der Schiefer, mit
Glimmer besäet.
Die Insel Thasos unterscheidet sich von allen übrigen, die ich gesehen habe, durch ihre reiche
und lebendige Vegetation. Die des Archipels sind durchaus nackt, und ihre Zeugkraft ist auf
wenige Täler beschränkt. Die ganze Insel mit Ausnahme weniger Uferstellen ist Wald, mehr oder
weniger dicht, durchaus auf das ärgste vernachlässigt. Ganze Bergrücken sind abgebrannt, nicht
etwa um Getreife zu bauen, denn das geschieht nur an wenigen Stellen, sondern auch Leichtsinn
und Trägheit, durch Hirten, die Feuer anmachen und sich nicht die Mühe nehmen, es zu
löschen.
Die Bewohner fanden wir durchaus gastfreundlich und zuvorkommend. Ein Greis, der uns zum
Sarkophag bei Theolog begleitet hatte, wartete unser am Wege mit einem Körbchen Früchte
und einem Becher Wein, bis wir nach Kastro reitend, vorbeikamen, und wies unser
Gegengeschenk zurück. Überall bot man uns das wenige, was man hatte.
Ich halte dafür, dass Thasos unter die am frühesten kultivierten Inseln des Archipels gehört. Sie
liegt zu nahe an Samothrake, um nicht in jener ältesten Zeit des pelasgischen Kultus so wie
Lemnos und Imbros, eine Rolle gespielt, nicht Vorteil aus der Lage an der Wiege einer Religion
gezogen zu haben, die über einen grossen Teil der damals bekannten Welt verbreitet war, ja mit
der ägyptischen gleichsam die Welt unter sich teilte und wie diese Mutter einer Menge anderer
Religionen ward. Beide gaben sich auf griechischem Boden die Hand. Nach Herodot...ließ sich
der Phöniker Thasos mit einer Kolonie auf der Insel nieder und gab ihr den Namen..
Noch wil ich bemerken, dass Xenophon im Gastmahl und auch Athenäus den thasischen Wein
als köstlich rühmen. Ich fand denselben an der Westseite der Insel besser als an der anderen,
guten Geschmacks, aber schwach.

Anton von Prokesch-Osten, 1795 - 1876
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Re: Ein etwas anderer Reisebericht über Thasos

Neuer Beitragvon Panagiotis » Freitag 1. Februar 2008, 05:40

Hallo Maria,

schöne Idee :n151:

LG

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Thassos

Neuer Beitragvon Panagiotis » Dienstag 22. April 2008, 04:36

Hallo zusammen, dann will ich hier etwas aus der Neuzeit hinzufügen.

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Thassos (Θάσος ) gehört zu den ostägäischen Inseln und ist gleichzeitig die nördlichste Insel des griechischen Archipels. Mit einer Fläche von 380 km² gehört sie eher zu den kleineren Inseln (12.größte Insel Griechenlands). Sie liegt lediglich 8 Kilometer von der makedonisch – thrakischen Küste entfernt. Thassos hat etwa 16.000 Einwohner, die Inselhauptstadt Limenas liegt im Norden gegenüber der Küste des Festlandes. Thassos ist eine sehr gebirgige Insel. Der Norden der Insel um den höchsten Berg Ipsarion (Υψάριο)(1.206 m) und den benachbarten Profitis Ilias (Προφίτις Ιλίας ) (1.108 m) hat wegen der Steilheit und Schroffheit der Hänge und der Vegetation falt alpinen Charakter. Hier gibt es auch zusammenhängende Wälder. Der Südosten der Insel läuft flacher aus, nach mehrfachen großen Waldbränden hat sich hier eine Phrygana ausgebildet. Der Hauptinsel sind mehrere kleinere Inseln (Thasopoulo, Gramvousa, Kinira) vorgelagert

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Kinira

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Gramvousa
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Die Geologie von Thassos

Neuer Beitragvon Panagiotis » Dienstag 22. April 2008, 04:37

Thassos gehört zu den Ausläufern des im Paläozoikum sedimentierten Meeresbeckens, das zum Rhodope-Massiv aufgefaltet wurde. Die Insel besteht daher aus Glimmerschiefern Gneisen und Marmoren.

LG

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Thassos, politische Gliederung

Neuer Beitragvon Panagiotis » Dienstag 22. April 2008, 04:38

Politisch besteht Thassos aus einer Verwaltungseinheit mit den zehn selbstständigen Gemeinden Limenas (Λιμένας), Theologos(Θεολόγος), Kallirachi(Καλλιράχη), Limenaria (Λιμενάρια), Maries (Μάριες), Panagia (Παναγία), Potamia (Ποταμιά), Prinos (Πρίνος), Rachoni (Ραχώνι) und Sotiros (Σωτίρος).
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Thassos Verkehrsverbindungen

Neuer Beitragvon Panagiotis » Dienstag 22. April 2008, 04:38

Thassos, Verkehrsverbindungen

Thassos hat keinen eigenen Flughafen, der nächste internationale Flughafen ist der Kavala International Airport „Megas Alexandros“. Er liegt verkehrsgünstig nordwestlich von Thassos zwischen den beiden Hafenstädten Kavala und Keramoti.
Per Fährschiff ist Thasos täglich von Kavala und von Keramoti aus zu erreichen, von Kavala aus fahren Schiffe sowohl nach Thassos/Stadt (Limenas) als auch nach Skala Prinos dem zweitgrößten Hafen im Nordwesten der Insel.
Auf der Insel gibt es ein gutausgebautes Busverkehrsnetz mit z.T. zweistündiger Frequenz der Linien zwischen den wichtigsten Orten. Eine gut ausgebaute Straße führt rund um die Insel, Stichstraßen führen in die Küstenorte und in die Bergdörfer. Nach Kastro führt lediglich eine Schotterpiste.
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Thassos, Geschichte

Neuer Beitragvon Panagiotis » Dienstag 22. April 2008, 04:40

Der Namen soll von Thasos, Sohn des phönizischen Königs Agenoras kommen, während der Suche nach seiner Schwester Europa, die von Zeus als Stier entführt worden war, auf die Insel kam und sich hier ansiedelte. Thassos zeigt bereits jungsteinzeitliche Besiedlungsspuren.
In geschichtlicher Zeit wurde Thassos von Siedlern aus Paros kolonisiert. Zentrum der Besiedlung war das heutige Limenas. Aus dieser Zeit stammen auch die Funde rund um die Agora der Stadt. In den Perserkriegen wurde Thassos mehrfach unterworfen.
Während des Peleponnesischen Krieges wechselt Thassos mehrfach die Fronten und wird schließlich von Athen unterworfen. Unter Phillip II. wird Thassos makedonisch. 196 vor Christus wird Thassos schließlich römisch und kommt nach der Trennung von Ost-und Weströmischem Reich zu Byzanz. Während der Kreuzzüge wechseln byzantinische und fränkische Herrschaft. 1354 geht Thassos an die auf Lesvos herrschende genuesische Familie Gattelusi. Zwischen 1455 und 1912 herrschen die Osmanen auf Thassos.


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Limenas, Thassos

Neuer Beitragvon Panagiotis » Dienstag 22. April 2008, 04:41

Limenas, das heute etwa 3.000 Einwohner hat, ist eine alte und gleichzeitig auch junge Stadt. Eine alte Stadt ist die in einer weiten Bucht an der Nordküste gelegene Hafenstadt, weil sie bereits zur Zeit der Äoler besiedelt wurde und durch die gesamte Antike bedeutend blieb. Eine Junge Stadt ist Limenas, weil es während der Piratenüberfälle im Mittelalter vollkommen aufgegeben wurde und erst allmählich von Panagia her wieder besiedelt wurde. Verwaltungssitz ist Limenas erst wieder seit 1870.

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Odos 18.Oktovriou

Vom Fährhafen aus kommend wird man zunächst in der ersten Parallelstraße zur Hafenpromenade, landen. Diese Straße, die Odos 18.Oktovriou ist die quirlige Einkaufsstraße der Stadt mit vielen Geschäften und Kneipen.
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Limenas, Thassos

Neuer Beitragvon Panagiotis » Dienstag 22. April 2008, 04:44

Geht man am Ende dieser Straße nach rechts die Odos Theagenis hinein gelangt man zur Pfarrkirche Agios Nikolaos.

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Limenas, Thassos Forts.

Neuer Beitragvon Panagiotis » Mittwoch 23. April 2008, 04:28

Direkt hinter dieser Pfarrkirche befindet sich die Ausgrabung der antiken Agora und dahinter das antike Odeon.

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Limenas, Thassos Forts.

Neuer Beitragvon Panagiotis » Mittwoch 23. April 2008, 04:31

Geht man von der Agora meerwärts gelangt man zur malerischen Kulisse des alten Hafens von Limenas.

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Die Szene wird beherrscht durch das Postkartenmotiv von Limenas, das ehemalige Metochi (Klostergut) des Klosters Vatopedi vom Athos. In einer kleinen nach links hinter dem Metochi abgehenden Seitengasse liegt zwischen zwei Häusern etwa zwei Meter unter der heutigen Geländeoberkante das antike Wagentor.

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Limenas, Thassos Forts.

Neuer Beitragvon Panagiotis » Mittwoch 23. April 2008, 04:35

Wendet man sich wieder landeinwärts, kommt man an dem antiken Dyonision vorbei zu einer steilen Treppe, die hinauf zu dem antiken Theater in spektakulärer Lage

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Blick vom antiken Theater über die Stadt



und weiter hinauf zu dem mittelalterlichen Kastro führt. Überall in der Stadt stößt man auf Überreste der antiken Stadtmauer.

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Impressionen aus der Stadt:

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Panagia, Thassos

Neuer Beitragvon Panagiotis » Mittwoch 23. April 2008, 04:44

Panagia
Das große Binnendorf Panagia liegt im Nordosten der Insel hoch über dem Meer und der weiten Bucht des Goldstrandes ( Χρισι αμμουδια). Die Inselrundstraße geht durch den unteren Bereich des Ortes.

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Panagia steht für ein schönes Ortsbild mit den typischen grauen Schieferdächern aus den heimischen Natursteinen.

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Es steht für die grünen Kiefer- und Platanenwälder der Umgebung, für schöne Wanderwege rund um die Bucht, für fast schon alpine Steige hinauf auf den Profitis Ilias und den Ipsarion.

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Es steht für üppig schüttende Quellen, lauschige Platias und es steht für seine große Marienkirche.

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Um den ehemaligen Hafen von Panagia (Σκαλα Παναγιας) wächst der Ferienort Chrissi Ammoudia.
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Potamia, Thassos

Neuer Beitragvon Panagiotis » Dienstag 29. April 2008, 11:11

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Wie Panagia liegt auch der Nachbarort Potamia am Hang des Ypsarion über der weiten Bucht des goldenen Strandes. Der Ort hat 1.200 Einwohner und liegt zwischen einer fruchtbaren Ebene mit vielen Gärten, Äckern und Olivenhainen und den Wäldern am Berg. Wie der Name bereits ausdrückt, wird der Ort von mehreren kleinen Bachläufen durchflossen.

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