Re: Film Tipp = Elli Makra - 42277 Wuppertal
von makedonissa » Mittwoch 29. Oktober 2008, 10:37
Elli Makra
Dieser Film gleicht einem Tagebuch einer Frau, die sich sowohl in Deutschland als offensichtlich auch in Hellas, ihrer eigentlichen Heimat, nicht zuhause fühlt.
Die Protagonistin wird in vielen tagtäglichen Lebenslagen gezeigt und ist eher eine traurige, unmotivierte, vom Leben enttäuschte Mitdreißigerin, die sich eine Perspektive nur noch in Griechenland vorstellen kann.
Obwohl ihre ältere Schwester sie mit der Wirklichkeit konfrontiert , auch da sei sie ein Niemand, so hofft Elli auf ein besseres Leben in ihrer Heimat.
Der Film hat keine Höhen oder Tiefen, keine Überraschungen, sondern vermittelt dem Zuschauer ein paar Tage Einblick in das trostlose, farblose Leben der Griechin in Wuppertal.
Der Kinobesuch lohnt sich für Menschen, die sich für diese „Heimatlosigkeit“ interessieren, bzw. die selbst davon betroffen sind.
Es wird viel griechisch gesprochen und mag sicher auch für diejenigen interessant sein, die griechisch lernen. Man versteht eine ganze Menge, da es relativ langsam gesprochen wird und es sich eher um kurze, knappe Dialoge handelt.
Das Ende kommt schlagartig, es gibt kein Happy-End in dieser grauen Story und erinnert sekundenlang an Alexis Sorbas. Und zwar in dem Moment, wo Elli sich ein Lied bestellt
(Parangelia) , die Augen schließt und allein tanzt. Genau das ist so griechisch, so unsentimental, sich auf der ganzen Welt wiederholend. Griechen, die ihren Kummer, ihren Schmerz, welche Wurzeln er auch haben mag, im Tanz ersticken. Sich befreien beim Klang der Musik aus der Heimat.
Ellis wie diese gibt es sicher viele, die glauben unglücklich zu sein, vom Leben bestraft worden sind, weil sie im vermeintlich falschen Land leben.
Für meine Begriffe liegt es in diesem Beispiel auch daran, dass Elli sehr grau, sehr trostlos,
sehr farblos, isoliert in einer Wohnung lebt, die nichts Persönliches bietet. So wie man sich Gastarbeiterwohnungen vorstellt, die von Menschen bewohnt werden, die auf dem Sprung sind. Und doch dauert dieser Absprung meistens ein ganzes Leben.
Sie selbst wirkt sehr düster, enttäuscht und lächelt kaum und ist eher introvertiert. Da kommt die Frage auf, ob sie in Griechenland nicht genauso unglücklich sein würde. Ob es wirklich immer nur an dem Umstand liegt, dass man im Ausland lebt.
LG
Maria