EPIRUS - EPHYRA - ORAKEL

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EPIRUS - EPHYRA - ORAKEL

Neuer Beitragvon makedonissa » Mittwoch 7. November 2007, 14:55

Ephyra liegt nördlich des Dorfes Mesopotamon und gab dem Totenorakel seinen Namen.
Es war einst eine spätmykenische Stadt, von der leider nur noch wenig übrig geblieben ist
auf diesem kleinen Hügel. Auf dem Bergkegel ist noch eine kleine Kirche von weitem zu
erkennen.
Mesopotamon, zwischen den Flüssen. Noch heute mündet der Pyriphlegeton in den Kokytos
und genau dort, wo er sich mit mysteriösen ACHERON, dem Totenfluss, vereint, genau dort
liegen noch heute die Überreste von Ephyra. Hier also war der Zugang zum Hades, der Unterwelt,
den auch Odysseus und andere seiner Zeitgenossen, gesucht haben.
Selbst Weiden, Erlen und Pappeln wachsen hier, so wie es uns HOMER überliefert hat.

Wenn man hinabsteigt auf diesen schmalen, quietschenden Stufen, wird einem schon etwas mulmig in der Magengegend. Man glaubt seltsame Geräusche zu hören, Stimmen aus dem Jenseits,
die uns etwas mitteilen wollen. Als würden die Seelen der Verstorbenen immer noch hier umherwandeln, jenseits jeder Art von Zeitgefühl.

Auch Odysseus war hier und er war einer der Glücklichen, der wieder lebend das Sonnenlicht
erblicken durfte, nachdem er sich Rat geholt hatte, wie es nun weitergehen sollte in dem Suchen
seiner Heimat, ITHAKA. Dabei war Ithaka gar nicht mehr so weit.

Kirke gab dem verschlagenen König von Ithaka einige Ratschläge mit auf den Weg, wie er
zur Unterwelt finden würde und vor allem, wie er wieder lebendig, beladen mit Ratschlägen der toten Seelen, wieder ans Licht kommen würde.

Odysseus tat wie ihm Kirke geheißen hatte. Er erreichte das Orakel, verrichtete die geforderten Opfer und begegnete den Seelen der Toten. Womit er nicht gerechnet hatte, dass er auch seine längst verstorbene Mutter ANTIKLEIA wiedersehen würde.

In Ephyra gehörten rituelle Waschungen, dampfende heiße Bäder und eiskalte Abschreckungen
zur täglichen Prozedur.
Magische Handlungen, unverständliche Gebete, Erzählungen, Geflüster und nicht zuletzt
die nie aufhörende Dunkelheit, machte die Ratsuchenden mürbe.
Es gibt winzige Räume in diesem unterirdischen Labyrinth. Durch die Finsternis, Abgeschiedenheit und dem wenigen Schlaf, denen die Ratsuchenden ausgesetzt waren, wurden sie nach knapp einem Monat zu Werkzeugen der Priester. Jene gaben oft undurchsichtige Weissagungen von sich, die in jede Richtung hätten gedeutet werden können.

Der Priester zauberte mit Rauschschwaden und Fackeln gespenstische Erscheinungen an die Wände.
Dann ließ man unter Getöse und leisen Gesängen einen Bronzekessel von der Decke hinab, in dem der zu befragende Tote stand.

Nach 29 Tagen in der Stätte des Totenorakels waren die "Lebenden" aber kaum noch in der Lage, etwas aufzunehmen. Sie waren geschwächt, ausgelaugt, völlig hilflos und wollten eigentlich nur
noch den Rat hören und dann wieder fort von diesem unglückseligen Ort.

Einen der interessantes Sprüche kam der verstorbenen Melissa über die Lippen, den sie
ihrem Gatte Periandros entgegensetzte:

Ich friere und ich bin nackt.
Periandros, du warst es doch, der Brote in einen kalten Ofen gelegt hat.


Es war schon sehr unheimlich dort unten, selbst nach so langer Zeit strömt noch etwas
Mystisches durch dieses unterirdische Labyrinth. Ich war froh, als ich das Sonnenlicht wieder sah und Boden unter den Füssen hatte.
LG Maria
makedonissa
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