Hier ein kleiner Text, der von tiefer Bewunderung spricht
Aber da ist noch mehr, die Griechen, die Athener, die Athenerinnen.
Da ist dies bewegliche, gescheite, lebenskräftige, zuglich bescheidene, natursinnige,
höchst poetische Volk, das dem Fremden so freundlichen entgegenkommt, das ihn so
freudig begrüßt und feiert; dieses ergreifend melancholische Volk.
Denn Athen ist nicht nur schön durch die Athener und Athenerinnen.
Und wenn ich, diese Zeilen niederschreibend, eindringlich an den Hymettos denke oder an die
Umrißlinien von Salamis oder an ein Kapitell der Propyläen, um mir all das so deutlich wie nur
möglich ins Gedächtnis zurückzurufen, so tauchen dazwischen immer wieder die Augen
griechischer Freunde auf: morgenländische Märchenaugen, und ich höre noch diese Athener,
Bürger der geistigen Hauptstadt Europas, als ich mich nach Italien einschiffte, Abschied
nehmend zu mir sagen....Schade, dass du schon wieder nach Europa fährst.
Denn sie, deren Vaterstadt das Abendland so vieles zu danken hat, fühlen sie auch als
Morgenländer. Und sie sind es. Ist doch über ihrem Athen die Morgensonne unseres geistigen
Daseins aufgegangen.
LG
Maria


