Meteora
Hier ein paar Infos zu den Meteora-Klöstern, welche ich schon sehr oft besucht habe und dennoch
empfand ich die Begegnung dort oben zwischen Himmel und Erde, Gott so nah, immer wieder
anders, wenn auch immer sehr berührend und ergeifend.
Im nordwestlichen Winkel der ausgiebigen thessalischen Ebene erheben sich zwischen den
Antichassia-Bergen und dem Pindus, die von Gott geschaffenen Meteora-Felsen, der bedeutendste
Komplex an natürlichen Denkmälern auf thessalischem Boden.
Nach Athos die größte Mönchsgemeinschaft des griechischen Raumes, wobei hier auch Frauen
die Nähe zu Gott suchen können.
Von Thessaloniki kommend, läßt man zunächst Larissa hinter sich, um über die thessalische Ebene
nach Trikala zu gelangen. In der Antike trug diese historische Stadt den Namen Trikke, seit dem
11. Jahrhundert n. Chr. jedoch taucht vermehrt die Form des heutigen Trikkala auf und setzte
sich schließlich durch.
Zu einem Zentrum des Handelsverkehrs entwickelt sich Trikkala aufgrund der hervorragenden Lage
an jener Stelle, wo sich der Epirus mit Westmakedonien in die fruchtbare thessalische Ebene
vereinigt.
In Trikkala findet man heute Überreste verstreut über die gesamte Stadt aus prähistorischer, antiker
und byzantinischer Zeit.
Hinter Trikkala gelangt man in das am Fusse der Metora-Felsen gelegene Kalabaka.
Von dort aus kann man die majestätisch, schroffen Felsen, die beinahe den Himmel berühren,
erblicken. Man hat den Eindruck, sie wollen in den Himmel wachsen, um Gott näher sein zu
können. Vermutlich gibt es tatsächlich keinen vergleichbaren Ort, wo man seine christlichen
Lobgesänge näher gen Himmel schicken kann als hier. Auch wenn man nicht unbedingt gläubig ist,
so ergreift einen die Aura dieser einzigartigen Felsen doch sehr.
Bei meiner ersten Fahrt zu den Meteora-Felsen schloss ich mich einer Busreisegruppe an.
Kurz vor Kalabaka entschied die Reiseleiterin sich für gregorianische Chorgesänge und ließ diese
über die Lautsprecher erklingen. Selbst wenn man diese Art von Musik nicht unbedingt bevorzugt,
so unterstrichen diese Klänge und der Gesang der Männerchöre geradezu phänomenal das Gefühl,
in sich zu kehren, als wir uns den Felsen näherten. Mit jedem Blick aus dem Fenster, mit jedem
Klang der Musik wurde man immer mehr eins mit dieser Stille und Ruhe dieser Umgebung.
Kurz hinter Kalabaka liegt das malerische Dort Kastraki, das sich unterhalb der gigantischen
Felsmassive hinzieht, und der Besucher findet sich unvermittelt in die phantastische Welt des
steinernen Waldes der Meteroraklöster versetzt und wird unwillkürlich zum Wallfahrer, auch wenn
er bis dato nichts Religiöses empfunden hat. Die unvergleichbare Schönheit der senkrecht, grauen,
hochaufragenden Felstürme schafft eine überwältigende Atmosphäre, und man fühlt sich zwischen
Himmel und Erde gefangen und möchte am liebsten beten.
Nie war ich Gott so nah. Nie beherrschte mich dieses Gefühl von tiefer Ehrfrucht so sehr wie hier an
diesem Ort.
Die schroff abfallenden, von einander völlig getrennten Felspfeiler, deren Höhe in manchen Fällen
4oo Meter beträgt und die sich über eine Fläche von etwa 3o qkm ausdehnen, flüllen den Besucher
mit ehrfurchtsvoller Scheu, aber auch mit Fragen nach diesem geologischen Phänomen, dessen
Entstehen bis heute nicht vollständig geklärt ist.
Ich persönlich empfand die Felsen immer so, als hätte Gott sie fallen lassen aus dem Himmel,
als gehörten sie gar nicht in diese wunderschöne Ebene. Natürlich stimmt das nicht, es gibt
geologische Versuche, die Entstehung zu erklären.
Nachschub folgt.
Maria



