Meteora

Tipps und Reiseberichte

Moderator: Aristoteles

Meteora

Neuer Beitragvon makedonissa am Mittwoch 26. Dezember 2007, 17:39

Meteora
Hier ein paar Infos zu den Meteora-Klöstern, welche ich schon sehr oft besucht habe und dennoch
empfand ich die Begegnung dort oben zwischen Himmel und Erde, Gott so nah, immer wieder
anders, wenn auch immer sehr berührend und ergeifend.

Im nordwestlichen Winkel der ausgiebigen thessalischen Ebene erheben sich zwischen den
Antichassia-Bergen und dem Pindus, die von Gott geschaffenen Meteora-Felsen, der bedeutendste
Komplex an natürlichen Denkmälern auf thessalischem Boden.
Nach Athos die größte Mönchsgemeinschaft des griechischen Raumes, wobei hier auch Frauen
die Nähe zu Gott suchen können.

Von Thessaloniki kommend, läßt man zunächst Larissa hinter sich, um über die thessalische Ebene
nach Trikala zu gelangen. In der Antike trug diese historische Stadt den Namen Trikke, seit dem
11. Jahrhundert n. Chr. jedoch taucht vermehrt die Form des heutigen Trikkala auf und setzte
sich schließlich durch.

Zu einem Zentrum des Handelsverkehrs entwickelt sich Trikkala aufgrund der hervorragenden Lage
an jener Stelle, wo sich der Epirus mit Westmakedonien in die fruchtbare thessalische Ebene
vereinigt.
In Trikkala findet man heute Überreste verstreut über die gesamte Stadt aus prähistorischer, antiker
und byzantinischer Zeit.
Hinter Trikkala gelangt man in das am Fusse der Metora-Felsen gelegene Kalabaka.
Von dort aus kann man die majestätisch, schroffen Felsen, die beinahe den Himmel berühren,
erblicken. Man hat den Eindruck, sie wollen in den Himmel wachsen, um Gott näher sein zu
können. Vermutlich gibt es tatsächlich keinen vergleichbaren Ort, wo man seine christlichen
Lobgesänge näher gen Himmel schicken kann als hier. Auch wenn man nicht unbedingt gläubig ist,
so ergreift einen die Aura dieser einzigartigen Felsen doch sehr.
Bei meiner ersten Fahrt zu den Meteora-Felsen schloss ich mich einer Busreisegruppe an.
Kurz vor Kalabaka entschied die Reiseleiterin sich für gregorianische Chorgesänge und ließ diese
über die Lautsprecher erklingen. Selbst wenn man diese Art von Musik nicht unbedingt bevorzugt,
so unterstrichen diese Klänge und der Gesang der Männerchöre geradezu phänomenal das Gefühl,
in sich zu kehren, als wir uns den Felsen näherten. Mit jedem Blick aus dem Fenster, mit jedem
Klang der Musik wurde man immer mehr eins mit dieser Stille und Ruhe dieser Umgebung.

Kurz hinter Kalabaka liegt das malerische Dort Kastraki, das sich unterhalb der gigantischen
Felsmassive hinzieht, und der Besucher findet sich unvermittelt in die phantastische Welt des
steinernen Waldes der Meteroraklöster versetzt und wird unwillkürlich zum Wallfahrer, auch wenn
er bis dato nichts Religiöses empfunden hat. Die unvergleichbare Schönheit der senkrecht, grauen,
hochaufragenden Felstürme schafft eine überwältigende Atmosphäre, und man fühlt sich zwischen
Himmel und Erde gefangen und möchte am liebsten beten.

Nie war ich Gott so nah. Nie beherrschte mich dieses Gefühl von tiefer Ehrfrucht so sehr wie hier an
diesem Ort.

Die schroff abfallenden, von einander völlig getrennten Felspfeiler, deren Höhe in manchen Fällen
4oo Meter beträgt und die sich über eine Fläche von etwa 3o qkm ausdehnen, flüllen den Besucher
mit ehrfurchtsvoller Scheu, aber auch mit Fragen nach diesem geologischen Phänomen, dessen
Entstehen bis heute nicht vollständig geklärt ist.

Ich persönlich empfand die Felsen immer so, als hätte Gott sie fallen lassen aus dem Himmel,
als gehörten sie gar nicht in diese wunderschöne Ebene. Natürlich stimmt das nicht, es gibt
geologische Versuche, die Entstehung zu erklären.


Nachschub folgt.


Maria
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Re: Meteora

Neuer Beitragvon Schalimara am Donnerstag 27. Dezember 2007, 07:48

Hallo Maria,

Dein Bericht kam zur rechten Zeit - gestern haben wir auf dieser Seite

http://www.fotocommunity.de

tolle Fotos von den Klöstern gefunden. Wir hoffen das wir im September noch Zeit haben uns die Metora Klöster anzusehen.

Grüße und einen guten Rutsch ins Neue Jahr! :n99:
Verena
Man sollte nie so viel zu tun haben, dass man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat.

Georg Christoph Lichtenberg
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Re: Meteora

Neuer Beitragvon makedonissa am Dienstag 8. Januar 2008, 06:31

Kali mera, Schalimara

und danke.

Am weekend werde ich versuchen, etwas mehr über die Klöster zu berichten.

LG
Maria
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Re: Meteora

Neuer Beitragvon Katharina am Dienstag 8. Januar 2008, 21:41

Hallo zusammem,
für diejenigen, die sich für die Meteora-Felsen und -Klöster begeistern, habe ich auch einige interressante Bilder auf
http://www.Thassos-island.de in der Rubrik" Bilder und Berichte", gefunden
LG katha
P.S. Noch nachträglich alles Gute für das Jahr 2008
Katharina
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Re: Meteora

Neuer Beitragvon makedonissa am Mittwoch 9. Januar 2008, 06:30

Hi, Katha

danke für den Tipp. Ist ja ganz nett gemacht, aber ich fand dort fast ausschließlich Bilder.
Berichte in grösserem informativem Umfang konnte ich dort nicht lesen.

Vielleicht weißt du ja mehr.

LG
Maria
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Re: Meteora

Neuer Beitragvon makedonissa am Mittwoch 9. Januar 2008, 20:49

Meine erste Begegnung mit den Meteora-Klöstern führte mich zu dem Nonnenkloster Agios
Stephanos (Heiliger Stephan). An der Südecke des Meteora-Arials genau oberhalb von Kalambaka
liegt es dort einsam versunken auf einem mächtigen Felsen. Der Zugang zu diesem von Nonnen
bewohnten Kloster ist nicht so beschwerlich, eine feste kleine Brücke führt die alljährlichen
Schaulustigen hinüber. Von hier aus gewährt die thessalische Ebene einen gigantischen Blick bis
hinüber zum Pinios und dem Gebirgsmassiv des Kosiakas.
Erst seit 1961 ist es von Nonnen bewohnt. Der Felsen indes wurde seit dem Ende des 12.
Jahrhunderts beseelt von Einsiedlern.
Erst im 14. Jahrhundert wurde das Kloster durch das organisierte monastische Leben gegründet.

Dieses relativ grosse Kloster besteht aus der alten Stephanos Kirche und dem Katholikon
Agios Charalambos.
Die dazugehörigen Zellen ziehen sich rings um den Innenhof.
Interessant sind vor allem die ca. 4o nachbyzantinischen Ikonen und der auf dem Altar des
Katholikon befindliche Schädel des Heiligen und Märtyrers Charalambos.

Soviel zu den Eckdaten dieses Nonnenklosters.

Ich betrat den Hof dieses Klosters in brütender Hitze eines Augusttages und ärgerte mich schon,
dass ich einen so heißen Tag in einem Bus von der Chalkidiki aus über Thessaloniki, Larissa
verbrachte, nur um die Klöster zu besuchen, die mich schon von jeher so magisch anzogen.
Doch jedesmal, wenn man dann dort oben hinab in die Ebene schaut, über einem nur noch ein
wenig Stück des Himmels, das einem zu Gott trennt und vor einem die Ikonen und Schätze der
Gläubigen, so vergißt man die Anreisestrapazen relativ schnell.
Was man nicht so schnell vergißt, ist dieses Getümmel, Geschreie, Geschubse der aus den Bussen
strömenden Massen, die aus allen Winkel der Welt angereist sind, um schnell Fotos zu schießen.
Beinahe wie bunte Ameisen bahnen sie sich den Weg über die Brücke und bei vielen bin ich mir
beinahe sicher, sie wissen eigentlich gar nicht, was sie gleich erwartet.
Die Ruhe, die Besinnlichkeit, diesen Ort aufzusaugen und zu verinnerlichen, geht leider durch die
Vermarktung von Jahr zu Jahr ein wenig mehr verloren. Doch ohne diese Einnahmequellen können
leider viele Restaurierungen nicht vorgenommen werden. Im Laufe der Jahre hat sich viel getan dort oben zwischen Himmel und Erde.
Als ich mich endlich nach beinahe zweistündigem Warten endlich im Innenhof befand und noch
immer das kunterbunte Sprachgewirr im Ohr hatte, war ich froh, etwas abseits ein Plätzchen
gefunden zu haben, wo ich allein den Blick abwärts geniessen konnte.
Was muss es doch herrlich sein für die Nonnen, wenn all dieser Rummel mit Ende der
Urlaubssaison ein Ende hat. Wenn Ruhe und Besinnlichkeit einkehren kann und man nicht den
ganzen Tag den Anreisenden Rede und Antwort stehen muss.
Ich war erstaunt, wie redegewandt manche der Nonnen war, als ich das Gebäude von innen betrat
und sie reden hörte. Noch erstaunter war ich, als mich eine dieser immerzu lächelnden Frauen in
einem fast perfekten Deutsch ansprach, wo ich denn genau herkommen würde aus Germania. Mein
Antwort kaum abwartend wußte sie geographisch sofort Bescheid, aus welcher Ecke Deutschlands
ich angereist war. Als ich mich erkundigte, wo sie denn so gutes Deutsch gelernt hätte und ob sie
Deutschland jemals besucht hätte, lachte sie beinahe
glücklich ob meiner Frage. Edo, paidi mou, mono me biblia. Hier oben, mein Kind, nur mit
Büchern.
Die Nonnen lesen und lernen viel in den langen Wintermonate, erzählte sie mir. Viele hätten sich auf bestimmte Gebiete spezialisiert. Ihr Hobby sei die deutsche Sprache und die Geographie.
Ich schaute mir in der verbleibenden Zeit noch einige Räume mit Ikonen an und war fasziniert von
dem Ausdruck und der beinahe greifbaren Authentizität der gemalten Gesichter. Man fühlte fast, was die dargestellen Personen gerade empfanden.
Kurz vor Ende meines Besuches kam ich an einer Art Verkaufsstand vorbei.
Ich war sehr überrascht, was die Nonnen alles zu verkaufen hatten. Waren es noch in früheren
Jahren selbst gehäkelte Decken in allen Grössen und Formen, so gab es inzwischen
Schlüsselanhänger, Magnete für Kühlschränke und Autoaufkleber. Die eigenartige Auswahl ließ
mich schmunzeln. Allerdings mußte ich beinahe lachen, was ich mir dann doch noch verkneifen
konnte, als ich das Schild an der Kasse las. Dort stand in dicken, fetten Leuchtbuchstaben:
Wir akzeptieren auch EUROCARD und VISA. Da sag noch einer, die Nonnen seien nichts
geschäftstüchtig.

LG
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Re: Meteora

Neuer Beitragvon makedonissa am Mittwoch 9. Januar 2008, 20:54

Meine erste Begegnung mit den Meteora-Klöstern führte mich zu dem Nonnenkloster Agios
Stephanos (Heiliger Stephan). An der Südecke des Meteora-Arials genau oberhalb von Kalambaka
liegt es dort einsam versunken auf einem mächtigen Felsen. Der Zugang zu diesem von Nonnen
bewohnten Kloster ist nicht so beschwerlich, eine fest kleine Brücke führt die alljährlichen
Schaulustigen hinüber. Von hier aus gewährt die thessalische Ebene einen gigantischen Blick bis
hinüber zum Pinios und dem Gebirgsmassiv des Kosiakas.
Erst seit 1961 ist es von Nonnen bewohnt. Der Felsen indes wurde seit dem Ende des 12.
Jahrhunderts beseelt von Einsiedlern.
Erst im 14. Jahrhundert wurde das Kloster durch das organisierte monastische Leben gegründet.

Dieses relativ grosse Kloster besteht aus der alten Stephanos Kirche und dem Katholikon
Agios Charalambos.
Die dazugehörigen Zellen ziehen sich rings um den Innenhof.
Interessant sind vor allem die ca. 4o nachbyzantinischen Ikonen und der auf dem Altar des
Katholikon befindliche Schädel des Heiligen und Märtyrers Charalambos.

Soviel zu den Eckdaten dieses Nonnenklosters.

Ich betrat den Hof dieses Klosters in brütender Hitze eines Augusttages und ärgerte mich schon,
dass ich einen so heißen Tag in einem Bus von der Chalkidiki aus über Thessaloniki, Larissa
verbrachte, nur um die Klöster zu besuchen, die mich schon von jeher so magisch anzogen.
Doch jedesmal, wenn man dann dort oben hinab in die Ebene schaut, über einem nur noch ein
wenig Stück des Himmels, das einem zu Gott trennt und vor einem die Ikonen und Schätze der
Gläubigen, so vergißt man die Anreisestrapazen relativ schnell.
Was man nicht so schnell vergißt, ist dieses Getümmel, Geschreie, Geschubse der aus den Bussen
strömenden Massen, die aus allen Winkel der Welt angereist sind, um schnell Fotos zu schießen.
Beinahe wie bunte Ameisen bahnen sie sich den Weg über die Brücke und bei vielen bin ich mir
beinahe sicher, sie wissen eigentlich gar nicht, was sie gleich erwartet.
Die Ruhe, die Besinnlichkeit, diesen Ort aufzusaugen und zu verinnerlichen, geht leider durch die
Vermarktung von Jahr zu Jahr ein wenig mehr verloren. Doch ohne diese Einnahmequellen können
leider viele Restaurierungen nicht vorgenommen werden. Im Laufe der Jahre hat sich viel getan dort oben zwischen Himmel und Erde.
Als ich mich endlich nach beinahe zweistündigem Warten endlich im Innenhof befand und noch
immer das kunterbunte Sprachgewirr im Ohr hatte, war ich froh, etwas abseits ein Plätzchen
gefunden zu haben, wo ich allein den Blick abwärts geniessen konnte.
Was muss es doch herrlich sein für die Nonnen, wenn all dieser Rummel mit Ende der
Urlaubssaison ein Ende hat. Wenn Ruhe und Besinnlichkeit einkehren kann und man nicht den
ganzen Tag den Anreisenden Rede und Antwort stehen muss.
Ich war erstaunt, wie redegewandt manche der Nonnen war, als ich das Gebäude von innen betrat
und sie reden hörte. Umso erstaunter war ich, als mich eine dieser immerzu lächelnden Frauen in
einem fast perfekten Deutsch ansprach, wo ich denn genau herkommen würde aus Germania. Mein
Antwort kaum abwartend wußte sie geographisch sofort Bescheid, aus welcher Ecke Deutschlands
ich angereist war. Als ich mich erkundigte, wo sie denn so gutes Deutsch gelernt hätte und ob sie
Deutschland jemals besucht hätte, lachte sie beinahe
glücklich ob meiner Frage. Edo, paidi mou, mono me biblia. Hier oben, mein Kind, nur mit
Büchern.
Die Nonnen lesen und lernen viel in den langen Wintermonate erzählte sie mir. Viele hätten sich auf
bestimmte Gebiete spezialisiert. Ihr Hobby sei die deutsche Sprache und die Geographie.
Ich schaute mir in der verbleibenden Zeit noch einige Räume mit Ikonen an und war fasziniert von
dem Ausdruck und der beinahe greifbaren Authentizität der gemalten Gesichter. Man fühlte fast, was die dargestellen Personen gerade empfanden.
Kurz vor Ende meines Besuches kam ich an einer Art Verkaufsstand vorbei.
Ich war sehr überrascht, was die Nonnen alles zu verkaufen hatten. Waren es noch in früheren
Jahren selbst gehäkelte Decken in allen Grössen und Formen, so gab es inzwischen
Schlüsselanhänger, Magnete für Kühlschränke und Autoaufkleber. Die eigenartige Auswahl ließ
mich schmunzeln. Allerdings mußte ich beinahe lachen, was ich mir dann doch noch verkneifen
konnte, als ich das Schild an der Kasse las. Dort stand in dicken, fetten Leuchtbuchstaben:
Wir akzeptieren auch EUROCARD und VISA. Da sag noch einer, die Nonnen seien nicht
geschäftstüchtig.

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Re: Meteora

Neuer Beitragvon Katharina am Dienstag 15. Juli 2008, 22:42

Hallo Makedonissa,
eine organisierte Bussreise zu den Meteora-Klöstern startet in Kalabaka Richtung Kastraki, wo dann noch mehr Interessierte zu steigen- aber das 1: Kloster ist: Ag, Nikolaos und nicht Stephanos-das ist das letzte dieser organisierten Reisen
Lg katha
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Re: Meteora

Neuer Beitragvon makedonissa am Dienstag 15. Juli 2008, 22:51

Es gibt nicht nur ein Unternehmen, welches diese Tour anbietet.

Ich war schon öfters dort.

LG
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Re: Meteora

Neuer Beitragvon makedonissa am Montag 15. September 2008, 11:49

ups, wie ich soeben sehe, habe ich diese Seite etwas vernachlässigt.

Keine Sorge, der Herbst naht, dann habe ich wieder mehr Zeit zu berichten notworthy notworthy

LG
Maria
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