Hallo zusammen,
ich stell meinen kurzen Reisebericht mal unter dieser Rubrik rein,
obwohl genau genommen der Peloponnes ja schon eine Insel ist.
Viel Spaß beim Lesen.
Also, um es vorweg zu nehmen, wir haben in unseren 8 Tagen nun doch mehr als 2000 km mit dem Mietwagen absolviert,
wohlgemerkt ohne Streß zu haben.
Zur Anreise ist soviel zu sagen, daß es bei der Fliegerei einige Pannen gab,
so daß wir erst gegen 22.00 Uhr in Athen unser Auto in Empfang nehmen konnten,
und vor uns lagen nur noch schlappe 300 km bis nach Arkoudi, und das im Dunklen.
So konnten wir auf der Hinreise leider weder den Kanal von Korinth sehen noch die herrliche Landschaft,
auch die Brücke Rio-Antirio bei Patras haben wir nur beleuchtet wahrnehmen können.
Waren dann auch schon gegen 2.00 Uhr im Hotel, ohne uns groß verfahren zu haben.
(Frauen können manchmal auch Landkarten lesen ....)
Also wir haben erkundet, was im Laufe von 8 Tagen möglich war.
Griechenland im Frühling - was muß man da mehr beschreiben. Du fährst Straßen entlang, die durch Olivenhaine führen,
die Bäume stehen inmitten von roten, gelben, weißen, blauen Blütenteppichen, Wahnsinn.
Die Luft ist bereits so warm, daß wir die Nachricht vom Schneeregen in der Heimat nur belustigt entgegennehmen.
Wir waren die einzigen Gäste im Hotel, so daß man Zeit zum Schwatzen vor dem offenen Kamin hatte.
Am zweiten Abend kam ein Bus mit 30 chinesischen Jugendlichen, die an der Entzündung der olympischen Flamme am 24. 3.
mitgewirkt haben. Für sie wurde gekocht - das griechische Essen scheint ihnen auch geschmeckt zu haben.
Beeindruckend auf alle Fälle Olympia, wo wir beim ersten Aufenthalt fast allein im Gelände waren
und beim zweiten Besuch vor Besuchermengen kein Rankommen war (Montag, als das olympische Feuer entzündet wurde).
Dafür haben wir uns im Anschluß in der Stadt Olympia in die Menschenmenge eingereiht, die die Straßen säumten,
um die Fackelträger zu geleiten. Und sind auch Zeuge von den Versuchen tibetanischer Jugendlicher geworden,
die Medien auf das Tibet-Problem in China aufmerksam zu machen.
Für mich waren die interessierten Gaffer und die Fotoapparate rings umher schlimm -
wenn man den tibetanischen Jugendlichen ins Gesicht schaute, konnte man alles darin ablesen.
Aber auch in den Gesichtern der chinesischen Kinder, die weinten, weil sie das alles nicht verstanden haben.
Natürlich mußten die griechischen Sicherheitskräfte eingreifen, ich habe sie trotzdem als sehr zurückhaltend empfunden.
Wir haben Kastro besucht, westlich von Arkoudi gelegen, die riesenhafte Burganlage
(na, was hab ich da wohl getan? Musiziert, es war innerhalb der Burg fast windstill).
Auf der Fahrt in Richtung Pyrgos, Zacharo, Kiparissia haben wir uns Katakolo angeschaut, den kleinen Hafen, das Kap,
wo ich ein herrliches Parkverbotsschild entdeckte (das aber trotzdem ignoriert wird).
Naja, wir waren auch in Kalamata - Sparta und Tripolis waren uns denn doch zu weit.
Einen Teil unserer Touren sind wir regelmäßig durchs Landesinnere gefahren, so daß wir mehr von der Natur sehen konnten.
Und mehr verbrannte Flächen, als uns lieb war. Wenn man sich vorstellt, daß die jetzt kahlen Berghänge alle grün waren,
wenn man durch Gegenden fährt, die fast wie Geisterwälder anmuten - es ragen nur noch schwarze Stümpfe in den Himmel,
das ist schon erschütternd. Andererseits, selbst aus verkohlten Baumstümpfen sieht man wieder Grünes sprießen,
die Natur ist doch schwer totzukriegen. Die meisten der abgebrannten Berghänge, die wir gesehen haben, sind bereits
"umgeforstet", so daß möglichst keine Hänge abrutschen können, wenn es regnet.
Und daß es oft regnet und wahrlich stärker als bei uns, haben wir mehrfach erlebt. Welche Gewalt der Wind haben kann,
wie der Regen dir ins Gesicht peitscht - auf einmal wird dir klar, woher die tiefen Einschnitte in den vegetationslosen Abhängen kommen.
Zwischendurch und mittendrin - für Picknicks in freier Natur war immer Zeit; mit den nötigen Utensilien konnte man sich ja überall versorgen.
Auch wenn im Supermarkt plötzlich das Licht ausging, das Notstromaggregat sprang sofort an, und das Leben ging weiter.
Gleiches passierte uns dann auch abends im Hotel - ach, sagte unser Wirt, die streiken seit 3 Wochen, das haben wir täglich.
Wir haben uns schon daran gewöhnt, es dauert meist 2 Stunden. Aber langsam nervt es, wirlich.
Und schon waren wir im Gespräch - Welche Veränderungen die Regierung plant, wogegen also gestreikt wird.
Maria, Werner, das hab ich leider nicht auf griechisch geschafft!!!
Und da zieht man schon Vergleiche zu Deutschland.
Immer wieder interessant die griechischen Fernverkehrsstraßen, die Geschwindigkeitsbeschränkungen, an die sich kein Mensch hält,
die auch beim Blitzen wahrscheinlich nicht so ernst genommen werden. Naja, wenn 60 kmh vorgeschrieben sind, kann man schon mal
doppelt so schnell fahren, erst dann wird's teuer. Fährst du 80 oder 100 kmh, interessiert das niemanden.
Einen tollen Regentag haben wir erlebt, bei dem man das Wort Orkanböen verstehen lernte - wir haben uns ins Auto gesetzt und sind
nördlich nach Patra gefahren, wo die Sonne schien und wo wir diesmal auch die Brücke ausgiebig besehen und befahren konnten.
Ich glaube, das war am Nationalfeiertag, dem 25.3. Die Familien unserer Hotelinhaber haben uns ausgiebig erzählt, welche Veranstaltungen
mit den Kindern durchgeführt werden, welche Tänze die Kinder lernen und aufführen, mit wieviel Inbrunst und Liebe die ganze Familie
an den Vorbereitungen beteiligt ist incl. Trachten für die Kinder, die gekauft werden müssen usw.
Tja, zu guter Letzt habe ich noch Tavli, Backgammon spielen gelernt und mir vom griechischen Großvater die Regeln erklären lassen,
naja, das Wörterbuch lag oben im Zimmer, alles hab ich nicht verstanden.
So schnell können 8 Tage vergehen.
Auf der Rückreise war denn auch noch Zeit, den Kanal von Korinth zu sehen und nahe Megara an einem kleinen Hafen im Café
einen Kaffee ellinikos zu uns zu nehmen, einen metrio und einen sketo.







