Re: Naxos- Streifzüge durch die Chora
von Panagiotis » Mittwoch 28. November 2007, 11:22
Hallo Aristoteles,
das mit dem Zusammenführen war sinnvoll, danke, ich weiß leider nur nicht ob ich das auch machen kann, daher hier das nächste Paket zum Thema:
Geht man vom Fähranleger auf die Stadt zu, trifft man gleich auf den Busbahnhof, von dem die Linienbusse in die anderen Orte der Insel abfahren. Gleich dahinter an der uferparallelen Odos Protopapadaki findet man die Geschäfte, die die Tickets der großen Fährlinien verkaufen. Auf dieser Straße, an die viele Tavernen, Ouzerien und Cafes angrenzen, blüht abends das Leben der Stadt, hier flanieren die Bewohner und hier kommen viele der Reisenden aus verschiedensten Ländern vorbei, die mit den Fähren hier ankommen.
Direkt hinter der Odos Protopapadaki beginnt die Altstadt der Chora. Anders als andere bekannte Kykladenstädte wie z.B. Mykonos Chora oder Parikia bietet die Altstadt von Naxos Chora kein einheitliches architektonisches Bild sondern spiegelt in seinen verschiedenen Stadtvierteln die wechselvolle Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner wieder. Es lohnt sich, hier einzutauchen und die Atmosphäre einzufangen.
Direkt hinter dem Busbahnhof beginnen das Grottaviertel an der Nordküste und getrennt durch die Verbindungsstraße, die um die Altstadt herum den Autoverkehr zu den anderen Orten der Inseln lenkt, das Bourgosviertel. Das Grotta-Viertel liegt über der antiken Stadt, deren durch Ausgrabungen entdeckte Reste heute größtenteils unter dem Meeresspiegel liegen.Die Grabungen im Grotta-Viertel waren namensgebend für die bronzezeitliche Grotta-Pelos-Kultur. Am Rand des Grottaviertels liegt die imposante orthodoxe Kathedrale, die Mitropolis Zoodochos Pigi. Naxos Chora ist Bischofssitz des griechisch orthodoxen Bistums Naxos-Paros
Südlich der Durchgangsstraße taucht man in das mittelalterliche Bourgos (oder auch Agora)-Viertel ein, dessen pittoresker Mittelpunkt die von Arkaden überspannte Agoragasse ist, zu der die englischsprachigen Hinweisschilder „Old Market-Street“ führen. Hier findet man neben einigen touristisch ausgerichteten Läden, in denen auch der Kitro, der traditionelle Zitonenlikör der Insel verkauft wird (unbedingt mal probieren, es gibt neben der süßen, grünen Variante auch eine schnapsähnliche klare und eine geschmacklich dazwischen liegende gelbe Variante), auch hübsche traditionelle Obst und Gemüseläden und die typischen Kafenia, vor denen fast immer alte Männer sitzen, reden und Tavli spielen.
Bourgos ist ein richtiges Labyrinth aus engen, steilen Gassen und Treppen (schön kühl im Sommer). Jede Ecke bietet neue überraschende Eindrücke, doch Vorsicht, mancher Durchgang ist so niedrig und eng, dass man nur gebückt durchgehen kann. Natürlich hat sich da, wo etwas mehr Platz ist, so manche Taverne oder Ouzeria an einem lauschigen Platz eingerichtet. Manchmal hängt eine Schnur, an der Tintenfische aufgehängt sind, über den Weg. In den Gassen des Bourgosviertels kann man so manche kulinarische Entdeckung machen.
So viel für heute, Fortsetzung folgt
LG
P~K
Πάμε ξανά στα θαύματα (Ελευθερια Αρβανιτακη)