HUNDE „ RATTEN DES KOSOVO “

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HUNDE „ RATTEN DES KOSOVO “

Beitragvon Frank » Montag 10. November 2008, 20:32

HUNDE „ RATTEN DES KOSOVO “ - DIE VERGESSENEN WESEN...

Angst, Hunger, Kaelte, Hass, Einsamkeit, Krankheit, er- oder angeschossen werden, Verletzungen durch Prügel oder Fahrzeuge und der tägliche Kampf ums Überleben, das sind die Aspekte, die einen Hund täglich hier, in seinem Leben erwarten und das in einer Region die unter der Schirmherrschaft der UN steht und wo Internationales Recht gelten sollte.

Vorweg mit meinem Brief will ich nicht das Leid von Tieren auf anderen Kontinenten und Laendern oder dergleichen in den Hintergrund stellen, jedoch möchte ich aufzeigen, dass es auf dem europäischen Festland - 3 Flugstunden von Mitteleuropa entfernt - immenses Leid gibt.

Nein, ich spreche nicht von den Strassenhunden Spaniens, Griechenlands und dgl. in den bekannten Urlaubsorten, ich denke es ist medial bereits verbreitet worden, welch Leid man erfahren kann, wenn man die Hotelanlage verlässt und hinter die Kulissen sieht.

Ich spreche von einer Region der anderen Art; eine Region, die derzeit keinen Tourismus pflegt; eine Region, die zwar medial bekannt ist, aber niemand das Leid der Tiere aufgreift. Ein Land wo die Kühe an der Leine gefuehrt werden und die Hunde in der Gosse oder im Strassengraben landen – den Kosovo.

Gleich bei meiner Ankunft im Kosovo wurde mir schmerzlich bewusst, das ich schon lange nicht mehr Leid in dieser Dimension gesehen habe. Gemeint sind neben den Kriegsopfern in dieser Region, die vergessenen Kreaturen, die Hunde, die geschlagen und misshandelt (am Ende gar abgeschlachtet) werden, verängstigt, unterernährt und mit einem Wort einfach hilflos sind.
Im Blick der Kosovo - Hunde lässt sich erahnen was sie in ihrem Leben erfahren mussten und trotzdem suchen sie immer wieder die Nähe zum Menschen. Sie lechzen nach etwas Zuneigung und suchen nach Schutz und Geborgenheit. Die meisten Hunde sind auch freundlich zu Menschen. Seit ich hier bin muss ich vehement revidieren, dass Tiere und vor allem Hunden nicht im Stande sind Ausdruck und Mimik in ihrem Gesicht widerzuspiegeln. Die Hunde hier können es. „Gesichter des Schreckens“ wohin man sieht.

Hier im Kosovo ist der Hund das wohl am schlechtesten behandelte Tier ueberhaupt, es gibt Strassenhunde zu Hauf, die getreten, verjagt, drangsaliert, geschlagen oder einfach überfahren werden. Sie sind alle unterernährt und meist krank. Viele Hunde werden einfach überfahren und es ist auffällig dass an den Stellen wo Hundekadaver liegen (der Kadaver liegt bis er verwest ist) nie eine Bremsspur wahrnehmbar ist. Welpen werden meist einfach erschlagen. Hunde haben hier den Stellenwerten von Ratten in anderen Ländern. Schon die kleinsten Kinder werden augenscheinlich trainiert, wie man am besten einen Hund quält, schlägt und drangsaliert. Wenn dann die Zeit kommt, wo es trotz kranker und überfahrener Hunde doch zu viele Strassenhunde gibt, werden örtliche Jäger beauftragt, die die Hunde zu Hunderten „abknallen“, an sogenannten organisierten „Dog – Shooting - Days“. Offensichtlich sind grossangelegte „Dog – Shooting – Days“ kostengünstiger als praeventive Massnahmen, wie z.B. Kastrationen, Impfungen etc.! Umso schlimmer mit dem Hintergrund, dass Milliarden an Steuergeldern zum Aufbau in diese Region geflossen sind !!!
Dog – Shootings verlaufen jedoch keinesfalls erfolgreich, denn viele Hunde werden auf Grund lokaler, fachlicher Inkompetenz nur angeschossen und vegetieren dann vor sich hin und viele werden nicht aufgespürt, pflanzen sich wieder fort, leben von den nichtendenwollenden Müllbergen und ein paar Monate später fängt das Spektakel wieder von vorn an. So sind in den vergangenen Jahren hunderte, wenn nicht sogar tausende Hunde erschossen worden oder sind elendig zu Grunde gegangen - und es geht weiter...

Es macht den Anschein, dass es derzeit keine Lösung für das Hundeproblem gibt und das in einer vermeintlich „zivilisierten“ Region, die seit dem 17.02.2008 Unabhängigkeit erklärt hat. Einem zivilisierten, mitfühlenden Menschen kommen die Tränen, wenn er mitansieht wie Hunde hier behandelt werden. Nicht nur, dass es keine Tierliebe gibt, nein es ist ein Hass gegen jegliche Art von Kreaturen. Es ist beschämend ein Mensch zu sein, wenn man sieht wie hier Menschen die Tiere behandeln.

Keine Achtung vor dem Leben.

Hier herrscht ein durch die UN gegründetes internationales Recht.
Mein Verstädnis ist, dass zum Internationalen Recht und Gesetz auch der Tierschutz zählt und dass dies auch zu einem unabhängigenseinwollenden europäischen Land gehören sollte, aber bis dato hat sich noch niemand mit der Frage auseinandergesetzt. Die Quälerei geht weiter und keiner fühlt sich berufen als Sprachrohr der Tiere zu fungieren, oder es werden Repressalien befürchtet, die mit dem Aufzeigen des Problems, verbunden wären.

Mir ist klar, dass in einer kriegsgebeutelten Region kein Gedanke für Tiere oder Tierschutz „vergeudet“ wird und auch werden kann, aber meiner Meinung nach ist diese Region nicht mehr kriegsgebeutelt, sie wollen unabhängig sein, ihre eigene Regierung haben, ihre eigenen Gesetze haben, also soll in einer zivilisierten Region, die ein „Land“ sein will, auch der Tierschutz gelten, gelebt und vermittelt werden!!!

Im Kleinen hab ich versucht etwas Gutes zu tun und hab einem Welpen das Leben geretete, der fast von Kindern erschlagen worden wäre. Er bekam eine neue Chance und hat einen guten Platz in einer anderen Welt bekommen. Aber das ist ein Tropfen auf dem kochend heissen Stein und macht nur bedingt Sinn, denn hier vermehren sich die Hunde weiter und leben auf der Strasse und es findet kein Umdenken innerhalb der Bevölkerung statt. Wenn ich könnte wie ich wollte, würde ich alle Hunde von hier wegbringen und ihnen ein besseres und vor allem sicheres Leben bieten, aber das ist mir nicht möglich und ich denke es wäre auch nicht Sinn der Sache. Ein Wunschtraum und keine Lösung des Problems.

Ein kleiner Versuch etwas zu bewirken, zu veraendern ist da; es gibt in der Naehe von Pristina ein privates Tierheim, (nicht unterstützt durch offizielle Einrichtungen) wo verletzte und kranke Tiere versorgt werden, jedoch reichen die Kapazitäten bei Weitem nicht aus und sind natürlich erschöpft. Ich schicke Ihnen die Internetadresse des Tierheims damit Sie sich auch darüber ihr Bild machen koennen. http://www.kosovodogshelter.org/7.html

Es ist erschreckend, dass so wenig, besser gesagt nichts von staatlicher Seite, gemacht worden ist in den letzten 9 Jahren, obwohl von aussen Millionen von Steuergeldern und Spenden in diese Region geflossen sind. Die Gelder hätten mit Sicherheit auch für öffentliche Einrichtungen wie Kinderheime, Tierheime, Kastrationen, Impfungen udg, Verwendung finden sollen. Das Geld wurde jedoch augenscheinlich für keine derartigen, staatlichen Einrichtungen oder Aktionen verwendet.

Wie ist es moeglich, dass nach so langer Zeit unter der Fuehrung der UN und finanzieller Unterstuetzung, in einer Region in Europa, derartige Missstände herrschen und es offensichtlich wenige bis keinen interessiert?

Es gibt hier viele Leute aus den unterschiedlichsten Nationen, die ähnlich oder gleich denken wie ich und auch etwas verädern oder zur Veränderung beitragen wollen. Wir sind nur in der brisanten Situtation, wenn wir zu laut Schweigen, kann es uns schaden und den Hunden wäre dann damit auch nicht geholfen. Es ist schwierig uns namentlich für die Sache einzusetzen, da hier Politik grösser geschrieben wird als das Leben. Aber trotzdem möchte ich auf die Missstände aufmerksam machen und möchte mich in einer gewissen Art gegen das System stellen.
Ich bin „ein kleines Licht“, aber auch „ein kleines Licht“ kann leuchten und wird im Dunkeln leuchten und versuchen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das ist mein Versuch zu leuchten, aufmerksam machen auf dieses Land und seine vergessenen Wesen und den nichtpraktizierten Tierschutz.

Lieber das kleinste Licht anzuenden, als ueber die Finsternis klagen

Ob ich mit diesem Schreiben jemanden oder etwas erreiche/bewirken kann, weiss ich nicht, aber in erster Linie hilft es mir mit der Sache umzugehen. Das Gefuehl etwas versucht zu haben.

Bitte helfen Sie, dass diese Tiere nicht mehr vergessen sind und werden. Helfen Sie, trotz politischer Hürden einen Weg zu finden hier eine Veränderung zu bewirken.

Selbsternanntes Sprachrohr der Hunde im Kosovo
(nichtgenanntseinwollender Tierfreund – ich bitte um Verständnis)
Wer kein Ziel hat kann auch keines erreichen. (Laotse)

Liebe Tierfreunde, wir sind mit dem Verfasser dieses Schreibens in Kontakt und werden versuchen zuhelfen. Wenn Sie die Situation vor Ort kennen oder Ideen haben wie man dauerhaft helfen kann bitte mailen Sie uns...
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Kompromisse beim Tierschutz bedeuten Zustimmung für das Leid der Tiere
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