Hallo Leute,
nicht erst seit Flocke ist der Nürnberger Tiergarten für die Ausbeutung von Tieren zu kommerziellen Zwecken bekannt. Das Delfinarium in diesem Zoo bietet wohl den Beweis, dass dort der Gewinn und keinenfalls das Tier eine Rolle spielt.
Das das Leben in einem Becken für einen Delfin eine Qual ist, muss ich Euch sicher nicht sagen. Und über den Sinn der Delfintherapie lest bitte den Bericht in "Tierschutz im Brennpunkt"
Hier ist ein Schreiben, das ich mit Euch an den Bürgermeister von Nürnberg und den Tiergarten Nürnberg senden möchte.
Die jeweilige E-Mailadresse setze ich neben die Anrede.
Liebe Grüsse Frank
Sehr geehrte Damen und Herren, tiergarten@stadt.nuernberg.de,
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, BGA@stadt.nuernberg.de
Ich wende mich mit diesem Brief an Sie, um gegen den Spatenstich und dem nun folgenden Bau der „Lagune“ zu protestieren.
Jegliche Proteste und Bedenken aus der Bevölkerung, der Politik und aus der Wissenschaft haben Sie ignoriert.
Seit zehn Jahren kann der Tiergarten keine Zuchterfolge mehr vorweisen (alle Delfinbabys verstarben). In der Vergangenheit wurde schon öfters das Delfinarium ausgebaut, in der Hoffnung, jetzt könnte die Zucht dauerhaft gelingen. Das waren Fehleinschätzungen und Entscheidungen beruhend auf Hoffnungen. Sie scheinen aus der Vergangenheit nichts gelernt zu haben und begehen nun den gleichen Fehler wieder.
Warum wollen Sie nicht erkennen, dass Sie auf dem falschen Weg sind? 34 Delfine verstarben mittlerweile in diesem als „Delfinmassengrab“ bezeichneten Delfinarium.
Ist Ihnen eigentlich bekannt, woran diese Tiere starben? Ich möchte Sie darüber informieren. Neben vielen Totgeburten starben die Delfine unter anderem an Sepsis, Magengeschwüren, Fieber, eitrige Brustfellentzündungen, Leber-, und Nierenversagen, Probleme mit dem Herzmuskel, Gelbsucht, Virenerkrankung (menschlichen Ursprungs), Gastritis, Tuberkulose, Infektionen mit Bakterien (vermutlich aus der Karibik eingeschleppt), Hirnödem, Hautentzündung, Hautkrebs, Skelettmuskeldegeneration, Lungenentzündung, Ertrinken, Magen-, Darmentzündung (Nebenbefund: amerikanische Münzen im Magen), Schlag gegen den Kopf bei einem Kampf, halbseitige Lähmung, Gebärmutterriss, Infektionen im Mutterleib, Verhungern der Kälber, weil keine Aufnahme der Muttermilch und durch Unfälle (u. a. Sprung hinter die Sicherheitsabsperrung). Welche Krankheiten die Tiere während ihres Lebens haben, wird wohlwissentlich verschwiegen.
Sie ignorieren, dass 60 % der Nürnberger Zoobesucher die Delfinhaltung ablehnt und nicht die Delfin-Shows besuchen (2007 Zoobesucher: 1.062.089 – Delfinariumsbesucher 400.286). Ein Zwangsgeld für ein Kombiticket wird dazu führen, dass verantwortungsbewusste Zoobesucher nicht mehr kommen werden.
Auch rückläufige Besucherzahlen im Delfinarium - 2006 noch 419.104 Besucher in 2007 nur noch 400.286 Besucher (Minus 4,5 %) - scheinen Sie nicht wahrzunehmen.
Entgegen dem nationalen und internationalem Trend zur Schließung der Delfinarien, begehen Sie nicht nur wirtschaftlich einen schweren Fehler. Ethik und Moral treten Sie mit Füssen. Mit Artenschutz hat dieses Projekt nichts zu tun, denn kein Delfin, ob Nachzucht oder Wildfang, wird jemals wieder das Meer sehen.
Die zur Delfinthererapie verwendeten grossen Tümmler stammen aus ursprünglichen Wildfängen, sind nach EU-Vorschriften geschützt und dürfen keinesfalls kommerziell genutzt oder vermarktet werden.
Sie sind mit Ihrer falschen Entscheidung dafür verantwortlich, dass Nürnberg einen katastrophalen Ruf, nicht nur in Deutschland, erworben hat. Damit schaden Sie auch seriösen zoologische Anlagen, die sich ernsthaft um den Artenschutz bemühen
Stoppen Sie deshalb sofort den Ausbau des Delfinariums, stellen Sie die Zuchtbemühungen ein, nehmen Sie keine weiteren Delfine mehr auf und wickeln Sie diesen Schandfleck in Ihrer Stadt endlich ab.
Mit freundlichen Grüßen
