Verbrecher unterwegs.TG Kalli
Bad Dürrheim
Brutaler Hunde-Hasser vergiftet Vierbeiner
Ein Hunde-Hasser geht in Bad Dürrheim um: Am Salinensee wurde nach bestätigten SÜDKURIER-Informationen ein Puli-Hirtenhund Opfer eines Rattengift-Anschlags. Der Hund wurde behandelt und überlebte nur mit sehr viel Glück.
Interview: „Der Hund verblutet innerlich“
Lieb und verspielt: Ein junger, hellhaariger Puli aus der Familie der ungarischen Hirtenhunde, die mehrere Rassen umfasst.
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Bad Dürrheim – Gipfelt der Dürrheimer Streit über das Für und Wider einer erweiterten Leinenpflicht in hinterhältige, gemeine Anschläge auf das Leben von Hunden? Das steht zu befürchten, nachdem am Wochenende ein schwarzer Puli-Hirtenhund beim Gassigehen im Bereich des Salinensees offenbar eine Substanz gefressen hatte, die nach nun bestätigten Informationen dieser Zeitung mit Rattengift versetzt war.
Der Hundebesitzer brachte seinen Vierbeiner in die Villinger Tierklinik Riegger, wo die Veterinärmedizinerin Nicole Maenz nach umfangreichen Untersuchungen zu dem Schluss kam: „Das war Rattengift.“ Nach Angaben der Tierärztin war der drei bis vier Jahre alte Hund offensichtlich nach dem Ausflug ins Grüne einfach umgefallen. In der Tierklinik wurde dann festgestellt, dass das Tier an Blutungen an den Schleimhäuten litt, was auf Gerinnungshemmung durch Rattengift schließen lässt: „Alles andere konnten wir ausschließen“, so Maenz. Und weiter: „Dem Hund ging es akut sehr schlecht, doch wir konnten ihn retten, und nach ein paar Tagen auf unserer Station geht es ihm gut und er konnte wieder nach Hause.“
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Die Angst sitzt nun aber nicht nur dem Puli und seinem Besitzer, sondern allen anderen Dürrheimer Hundebesitzern in den Knochen, die durch die erweiterte Leinenpflicht und den Streit um diese Anordnung der Stadt in den Mittelpunkt des Interesses gerückt sind. Nicole Zendler, Leiterin des Ordnungsamts, erfuhr erst auf Nachfrage des SÜDKURIER von dem Giftanschlag, auch bei der Polizei hatte der Hundebesitzer keine Anzeige erstattet. So ist im Moment auch noch nicht klar, ob es zu weiteren Vergiftungen an Hunden gekommen ist. Besitzer sollten sich dann in jedem Fall bei der Polizei, Telefon (07726) 93 94 80, melden.
Tierärztin Nicole Maenz schätzt den Anschlag als für die Region ungewöhnlich ein, schließlich komme so etwas im ländlichen Raum nicht alle Tage vor. Doch ausschließen könne man auch im Schwarzwald-Baar-Kreis gar nichts: „Es gibt genug Irre“, bekräftigt die Veterinärin traurige Erfahrungen aus ihrem Berufsleben.
Sollte ein solcher „Irrer“, der mit Rattengift Hunde umbringt, gefasst werden, würde er nach Einschätzung eines Beamten der Polizeihundestaffel Villingen-Schwenningen am ehesten wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und eventuell wegen Sachbeschädigung belangt werden können – so sieht es das Strafgesetzbuch bei Tieren vor.
Wer nun aber glaubt, dass ein mordlüsterner Hunde-Hasser dafür ins Gefängnis wandern würde, sieht sich getäuscht: Das Vergiften eines Hundes gilt laut Strafgesetzbuch und belegt durch allerhand Richtersprüche in der Regel lediglich als Ordnungswidrigkeit – und die wird in den allermeisten Fällen lediglich mit einer Geldbuße geahndet.
http://www.suedkurier.de/region/schwarz ... 07,3544266Quelle:vgt-pulheim