Iraker protestieren gegen Papst
Irakische Demonstranten haben aus Protest gegen die Islam-Rede von Papst Benedikt XVI. ein Abbild des römisch-katholischen Oberhaupts verbrannt. Zudem ließen sie eine deutsche, eine US-amerikanische und eine israelische Flagge in Flammen aufgehen.
"Wir haben den Papst zum Schweigen gebracht", riefen sie und "Nein zur Gewalt". Zu der Demonstration in der südirakischen Stadt Basra hatten Anhänger des radikal-schiitischen Geistlichen Mahmud al-Hassani aufgerufen. Dieser fordere ein Gerichtsverfahren gegen den Papst und den Vatikan "unter Resolutionen des UN-Sicherheitsrats", sagte Scheich Ahmed Saadi. Die Miliz Hassanis hat sich im vergangenen Monat in der Stadt Kerbela südlich von Bagdad heftige Gefechte mit irakischen Soldaten geliefert.
Der in Deutschland geborene Papst hat in der vergangenen Woche eine Rede über den Islam gehalten, die in der moslemischen Welt scharf kritisiert worden war. In Regensburg hatte er einen Kaiser aus dem 14. Jahrhundert mit den Worten zitiert: "Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten. "
Am Sonntag drückte das Kirchenoberhaupt sein tiefes Bedauern darüber aus, dass seine Aussagen verletzend gewirkt haben. Die von Schiiten geführte irakische Regierung hat die Menschen im Land aufgefordert, Ruhe zu bewahren, und ihren Zorn über die Aussagen des Papstes nicht an der christlichen Minderheit auszulassen.
Im indischen Teil Kaschmirs blieben am Montag aus Protest gegen die Papst-Rede Läden, Geschäfte und die meisten Schulen geschlossen. Zu dem Streik in dem einzigen mehrheitlich moslemischen Bundesstaat des Landes hatte der radikale Separatisten-Anführer Syed Ali Schah Gilani aufgerufen. Er wurde aber auch von dem gemäßigten Dachverband der um eine Unabhängigkeit kämpfenden Gruppen unterstützt.
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