Zitat:
Extremismusvorwurf gegen Leipziger Imam
Dabbagh dementiert
Foto: ddp
Leipzig (ddp). Der Imam der Leipziger Al-Rahman Moschee ist nach Einschätzung von Staatsschutzbeamten verfassungsfeindlichen Kreisen zuzuordnen. So sei der aus Syrien stammende Prediger Hassan Dabbagh kürzlich auf einer Podiumsdiskussion in Heilbronn durch radikale Äußerungen aufgefallen, schreibt die «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf den dortigen Leiter der Abteilung Staatsschutz der Polizei, Andreas Mayer. Nach dessen Ansicht sei Dabbagh ein «Fundamentalist und Extremist».
Der Imam lehne die Gleichstellung von Mann und Frau grundsätzlich ab. «Wenn Männer und Frauen gleich wären», wird der Geistliche in der Zeitung zitiert, «dann müssten Männer auch Kinder kriegen können». Nach Ansicht von Mayer stehe der Imam damit «nicht auf dem Boden unserer Verfassung».
Auf der Podiumsdiskussion in Heilbronn habe Dabbagh zudem mit Aussagen wie «Schiiten sind keine Moslems» polarisiert oder behauptet, ein Muslim, der zum Christentum konvertiere, sei «entweder kein echter Moslem gewesen oder habe 10 000 Dollar dafür bekommen».
Dabbagh wies die Anschuldigungen gegenüber der Zeitung zurück. «Das sind alles Lügen. Darüber braucht man sich gar keine Gedanken zu machen», wird er zitiert. Seine Aussagen seien bekannt und seine Gemeinde sei «dialogbereit». Der sächsische Verfassungsschutz hält sich den Angaben zufolge mit öffentlichen Äußerungen zu Dabbagh zurück. Er stehe unter Beobachtung, schreibt die Zeitung.
Dabbagh hatte sich während der Entführung der beiden sächsischen Ingenieure Thomas Nitzschke und René Bräunlich mehrfach öffentlich zu Wort gemeldet und die Entführung der beiden Männer als nicht mit dem Islam vereinbar verurteilt und sich von den Entführern distanziert.
(ddp)
Q.:
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/540325.html