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 Betreff des Beitrags: Umgang mit der eigenen Familie
BeitragVerfasst: Donnerstag 16. März 2006, 18:55 
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Registriert: Sonntag 12. Februar 2006, 12:35
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salam alaikum wa rahmatulahi wa barkatuhu

Umgang mit der eigenen Familie

Achlaq (Moral, Ethik, Beschaffenheit, Charakter und Verhalten) Wie man den vollständigen Glauben erlangen kann, berichtet uns der 1. Hadis unserer Folge: „Die Besten im Glauben unter den Gläubigen sind die mit dem besten Achlaq (Charakter) und die Besten unter ihnen sind die besten im Umgang mit ihren Familien“

In diesem Hadis wird also der Glaube vorausgesetzt und erwartet, dass man einen guten Achlaq hat und seine Frau bzw. Familie oder seine Nächsten gut behandelt. Wer fromm zu sein versucht, doch dabei seine Frau oder Familie bzw. andere schlecht behandelt, der ist ganz sicher nicht auf dem Wege des Herrn.

Denn die ganzen Gottesdienste haben unter anderem das Ziel einen guten Achlaq zu erreichen. Wer viel betet und seinen Achlaq (Verhalten) nicht verbessern kann, der muss sich ernsthaft fragen wo der Fehler liegt. Man soll nicht nur gute Ratschläge geben sondern auch selbst als Vorbild für andere den guten Charakter anstreben. Denn wer etwas sagt, was er selbst nicht tut, dessen Worte werden kaum Wirkung zeigen.

Achlaq ist sehr wichtig, denn der Gesandte ALLAHs (SAW =Sallallahu Alejhi Wesellem=Friede sei mit Ihm) sagt in einem anderen Hadis: „Ich bin gesandt worden, um den guten Achlaq zu vervollständigen.“ Weiter wird im Vers 4 des Kapitels 68 El-Kalem (das Schreibrohr) „Und du (Muhammed) verfügst wahrlich über einen großartigen Achlaq.“ Das Verhalten des Propheten (saw) ist als beispielhaft beschrieben und noch klarer wird es durch die Antwort seiner Frau Aischa auf die Frage „Wie war der Achlaq des Propheten (saw)“ worauf sie erwiderte „Sein Achlaq war der Quran“. Also ist das Verhalten des Menschen durch Quran und die Nachahmung der Sunnah (Vorgehensweise) des Propheten (saw) zu vervollständigen. Jeder muss sich selbst die Frage stellen:

Wie gut passt mein Verhalten sich dem Quran und damit dem Propheten (saw) an? Und wen muss ich wie behandeln, wie kann ich meine Verhaltensweisen gegenüber meinem Ehepartner, meinen Eltern und meinen Verwandten oder meinem Nachbar usw. verbessern um meinen Glauben zu vervollständigen?

Das Siegel der Propheten (saw) kam, um diese Eigenschaften zu vervollständigen, wie können dann die Muslime einen schlechten Charakter vorweisen? Das ist nicht islamisch. Der Prophet (saw) fragte seine Sahaba (Gefährten): „Soll ich euch berichten, wen ich am meisten liebe und wer mir am Tage des Gerichts sehr nahe steht – das ist der mit dem besten Achlaq.“ So lernen wir, dass der Mensch, der seinen Glauben vervollständigen muss um Allahs Wohlgefallen zu erreichen, dies eben mit Gottesfurcht (Taqwa), Gottesdienst (Ibadah) und einem guten Achlaq tut.

Die Gottesdienste trainieren den Menschen sowohl zur Geduld und Treue zur Wahrheit (Haqq) als auch zu einem guten Achlaq. Dies wird zum Beispiel jetzt beim Fasten im Ramadan sehr deutlich. Man soll durch den Verzicht auf Nahrung lernen, die Armen besser zu verstehen, denn wer satt ist, denkt selten an die Armen. Es ist gleichzeitig ein Mittel zur Erlangung von Selbstbeherrschung.


Auch seine Triebe soll der Mensch lernen durch Fasten zu kontrollieren. Vor allem liegt der Sinn des Fastens nicht nur im Hungern, sondern auch im Versuch, ähnlich wie die Engel zu sein, d.h. kein Essen, kein Trinken, keinen Streit, keine üble Nachrede, keine lüsternen Blicke, also keine Sünden und auch keine körperlichen Annäherungen, stattdessen soll man versuchen in Ruhe und in Frieden fromm und sündenfrei zu sein und den Herrn mit Gebeten und anderen Guten Taten zu preisen. Man sieht hier die Vielschichtigkeit der Nutzen des Fastens und vor allem sieht man die Verbindung zur Verhaltensschulung (Achlaq), welche mit dem folgenden Hadis (überliefert in Buchari) verstärkt wird: „Wer nicht aufhört zu lügen und mit Lügen weiter hantiert, dessen Hunger und Durst (beim Fasten) wird von ALLAH nicht belohnt.“

Nun haben wir die Verbindung zwischen Gottesdienst, Frömmigkeit und gutem Verhalten aufgebaut und erläutert. Ein Muslim muss also neben seiner Taqwa und Ibadah auch auf sein Verhalten Acht geben. Es kann demnach nicht sein, dass ein Muslim seine Glaubensbrüder auf der Straße, in der Moschee oder woanders gut behandelt, aber seine eigene Frau oder Familie schlecht behandelt. Dies ist unislamisch und sein Verhalten ist absolut unakzeptabel. Denn der Hadis hat uns klar gemacht, dass die Besten im Glauben jene sind die einen guten Achlaq haben und die Besten unter ihnen sind jene die ihre Frauen gut behandeln. So sind also die Besten der Gläubigen jene, die ihre Familien am besten behandeln.

Vor allem die eigene Frau, die eine aufopferungsvolle Unterstützung bietet, muss unmissverständlich sehr gut behandelt werden, sonst brauchen diese Muslime nicht vom vollständigen Glauben (Iman) zu reden. Denn der Weg dorthin führt über einen guten Achlaq und der fängt mit der Behandlung der eigenen Frau bzw. Familie an. Dies beinhaltet für den Mann, die Unterkunft, die Ernährung und das Kleiden der Familie, das Mithelfen bei der Hausarbeit, das Wickeln des Babys, das Lehren der Religion und ihrer Pflichten, die Erziehung der Kinder, sogar das Nichtrauchen im Hause, weil dadurch der Vater zu einem schlechten Vorbild werden würde und die Familienmitglieder stört usw. Eigentlich darf man islamisch gesehen gar nicht rauchen, aber nehmen wir an er tut es, dann nur so, dass er niemanden dabei stört.

Innerhalb der eigenen vier Wände z.B. würde er die Rechte der Familienmitglieder auf frische Luft verletzen. In einem Cafe oder gar in der Lokalität der Moschee ist das Rauchen dem Muslim sowieso verboten, da man Verbotenes nicht in der Öffentlichkeit begehen darf. Mann muss wissen, dass der Prophet (saw), der uns allen ein Vorbild ist, genauso im Haus niemanden störte, sondern mithalf, sogar seine Kleider selbst wusch, weil er niemanden damit belästigen wollte und so genoss jeder seine Anwesenheit.

So sollte sich jeder zu Hause verhalten. Der Mann muss wissen, dass er im Islam kein „Macho“ oder „Pascha“ sein kann, sondern er ist der Leiter und Helfer der Familie zugleich. Wenn die Menschheit diese Ratschläge ernst nimmt, werden sie in ihren Wohnungen den Frieden beherbergen und wenn nicht, dann wird ein Familienstreit den nächsten jagen. Wir brauchen uns dann über die Scheidungsrate nicht zu wundern. Wir wollen die Lehren aus dem Hadis zusammenfassen:

1)Ein guter Achlaq ist das Zeichen eines gesunden Glaubens (Iman) - ein schlechter Achlaq ist das Zeichen eines unvollständigen Glaubens.
2) Wer einen guten Achlaq besitzt, der wird im Diesseits und Jenseits Glückseligkeit erfahren
3). Wer Persönlichkeit und Respekt erfahren möchte, der soll an seiner Taqwa (Gottesfurcht) und an seinem Achlaq arbeiten.
4) Der Achlaq des Propheten Muhammed (saw) ist nachzuahmen.
5)Guter Achlaq verschönert das Leben und das Umfeld des Menschen, wobei ein schlechter Achlaq genau das Gegenteil bewirkt.
6) Wir müssen sehr viel Bittgebete (Dua) machen und uns einen guten Achlaq wünschen.
7) Der Mann muss seiner Frau und Familie helfen, sie sehr gut behandeln und islamisch erziehen.
8) Man darf niemanden belästigen und erst recht nicht die eigene Familie, man muss sie und auch seine Nächsten (Eltern, Verwandte, Nachbarn…usw.) gut behandeln.

Ya Allah, vergib mir meine Fehltritte und meine Unwissenheit, meine Überschreitungen in meiner Sache, und vergib mir, was Du besser weisst als ich. Ya Allah, vergib mir meine ernsthaft und scherzhaft begangenen Verfehlungen, unabsichtliche und vorsätzliche, denn ich gestehe all diese Missetaten! Ya Allah, vergib mir, was ich einst beging und was ich künftig begehen werde, heimlich oder offenkundig, und auch das von mir, was Du besser weisst als ich, denn Du allein bist Derjenige, Der vorraussendet und Der zurücksendet, und Du bist über alle Dinge mächtig.Amiin


wa salam alaikum wah rahmatulah


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