Nach einen weiteren Dopingfall des Österreichers Bernhard Kohl, scheint es heutzutage nicht mehr möglich, als sauberer Sportler Spitzenleistungen erbringen zu können.
Doping ist leider keine Erfindung der Neuzeit. Seit Jahrtausenden liegt es in der Natur des Sportlers, seine körperlichen Grenzen mit div. Hilfsmitteln nach oben zu katapultieren. Die eigenen Leistungsgrenzen zu überwinden. Der Traum jedes aktiven Atleten.
Artikel vom 16.10.2008 09:23 | KURIER | Florian Plavec hat geschrieben:
Vor 2700 Jahren
Nur der Sieg zählt, die Teilnahme selbst ist nichts. Nicht selten liegt bei den Olympischen Spielen der Antike eine Leiche im Stadion, weil der Sportler bis zur absoluten Erschöpfung durchhalten wollte – oder weil der Trainer seinen erfolglosen Schützling erschlagen hat. "Schon damals haben Sportler nur bestimmte Sachen gegessen, die ihnen besondere Kraft verleihen", sagt Sportpsychologe Günter Amesberger. "Denn es steckt im Menschen drin, dass er seine Leistung immer steigern will. Und ganz besonders steckt es im Sportler."
Schwerathleten werden durch Überfütterung wie Vieh gemästet und sollen so den Gegner buchstäblich erdrücken. Andere Athleten ernähren sich ausschließlich von Stierhoden – obwohl die Wirksamkeit dieses Dopingmittels umstritten ist.
Vor 2200 Jahren
Gladiatoren in Rom verwenden bei Kämpfen aufputschende Mittel gegen Müdigkeit und Verletzungen. Die tatsächlichen Wirkstoffe sind nicht mehr bekannt, stammen aber vermutlich aus Pilzen.
Vor 2000 Jahren
Die römischen Wagenlenker verabreichen ihren Pferden ein Gemisch aus Honig und Wasser, um sie schneller zu machen. Der erste Nachweis des leistungssteigernden Dopings bei Pferden wird erst 1910 in Österreich erbracht. Im Pferdespeichel werden Spuren von giftigen Alkaloiden nachgewiesen.
Vor 1000 Jahren
Die nordischen Berserker sind gefürchtet als ekstatisch wütende Kämpfer, die keine Schmerzen kennen. Römer berichten über Krieger, die auch mit drei Speeren im Leib noch weiterkämpfen. In diesen Rauschzustand fallen die Berserker durch das Inhalieren von drogenähnlichen Substanzen.
Vor 500 Jahren
Die Inkas in Südamerika nützen stimulierende Mittel, um so ihre enormen Laufleistungen noch zu steigern. Sie trinken Mate-Tee und kauen vor allem Coca-Blätter. Auf diese Weise gestärkt bewältigen sie die 1750 Kilometer lange Strecke von der damaligen Hauptstadt Cuzco nach Quito in Ecuador.
Vor 140 Jahren
Doping taucht erstmals in der Sportwelt der Neuzeit auf. Manche Radsportler vertrauen auf Getränke auf Koffein-Basis, andere setzen auf einen Mix aus alkoholhaltigen Getränken oder auf Kokain. Besonders Sprinter vertrauen auf Nitroglycerin. 1886 schockt die Meldung über den ersten Doping-Toten. Beim Rennen Bordeaux–Paris stirbt der Engländer Linton an einer Überdosis Aufputschmittel.
Vor 65 Jahren
Während des Zweiten Weltkriegs wird Doping erstmals angeprangert. Der Sport soll für einen Nachwuchs garantieren, der auch ohne chemische Mittel die nötige Härte hat. Die neue Generation von Amphetaminen wird für Wehrmacht und Luftwaffe entwickelt, gelangt dann aber auch in die Hände von Sportlern.
Vor 50 Jahren
Zur Zeit des Kalten Krieges ist jedes Mittel recht, bei einem internationalen Wettkampf den politischen Gegner zu schlagen. Anabolika und Amphetamine werden hemmungslos eingesetzt, die Leistungen explodieren. Nach Schätzungen werden in den 70er- und 80er-Jahren alleine in der DDR etwa 10.000 Athleten und Athletinnen mit männlichen Hormonen hochgezüchtet. Dabei gibt es 800 "gravierende Zwischenfälle". Einige enden tödlich.