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 Betreff des Beitrags: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 25.01.2007, 22:09 
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In den europäischen Pflegesystemen ticken eine menge Zeitbomben: wo die steigende Lebenserwartung ist und die Pflegekosten explodieren, nimmt der eigene familiäre Zusammenhalt ab. Niemand ist noch bereit, sich wie früher selbstverständlich, um „Oma und Opa“ zu kümmern.

Viele Berufstätige, mit selber Kindern fehlt dafür meist Zeit und das Geld! Private Pflegedienste können sich nur die wenigsten leisten, so bleibt vielen Senioren nur der bittere Weg ins Altenheim. Dort treffen sie wieder auf überforderte Pfleger, und oftmals mangelhafte Versorgung, denn auch in den Heimen ist das Etat knapp.

Ist das die Zukunft des Altwerdens? Sieht so ein menschenwürdiger Altersruhestand aus? Was kann die Politik tun, kann die Pflegeversicherung solche Leistungen in Zukunft noch übernehmen?

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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 22:32 
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Ich denke mal, das sich nicht einmal jeder einen solchen Platz wird leisten
können.
Habe mal einen Bericht im Fernsehen verfolgt, über Senioren-WGs.
Das finde ich eine gute Sache für die Zukunft.
Es gibt viele ältere Menschen, die über ein eigenes Haus verfügen, das so groß ist, das sie es selber nicht mehr in Ordnung halten können.
Andere dagegen können sich von der kleinen Rente keine komplette Wohnung finanzieren, ohne dabei zu verhungern.
Das zusammen in einen Topf....., und mehrere ältere Menschen unter einem Dach, verschiedene Konstitutionen, verschiedene Interessen, eine Hand wäscht die andere....., für mich eine gute Zukunftslösung.

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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 22:56 
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Rose hat geschrieben:
.....Es gibt viele ältere Menschen, die über ein eigenes Haus verfügen, das so groß ist, das sie es selber nicht mehr in Ordnung halten können. Andere dagegen können sich von der kleinen Rente keine komplette Wohnung finanzieren, ohne dabei zu verhungern....


Schwer zu verwirklichen!!! ..wenn der Hausbesitzer stirbt !!! ...kommen die Erben!!! dann sind die restlichen Mitbewohner vogelfrei!!! Glaube nicht daß die Erben dann die restlichen Oldis dort leben lassen????? das wäre neue Herbergs suche ..... glaube kaum das sich sowas verwirklichen lässt, bei Partnerschaften wäre es noch möglich aber nicht für größere Gruppen.

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BeitragVerfasst: 25.01.2007, 23:14 
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Meinst du ?
a) viele junge Leute haben eigene Häuser, gebrauchen den alten Kotten der Eltern nicht und haben die Mieteinnahmen.
b) so etwas sollte natürlich testamentarisch vorab geregelt sein.

Gut, in jedem Fall wird es nicht funktionieren, klar.

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BeitragVerfasst: 26.01.2007, 00:47 
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Nun ja.
Ich leide unter einem Sprachfehler. ich konnte nicht "nein" sagen, als mich ein Sozialer Verein für Altenpflege in den Vorstand berief.
Ich bin ja auch selbst schon recht alt, bin aber noch immer rüstig genug, dass ich so einem Zweck noch viele Jahre dienen kann.
Zumal ich ja auch sehr viel Erfahrung (jahrzehnte) in dieser Frage gesammelt habe.
Ich habe quer durch Europa die Resozialisierung alter und verlassener Menschen durch Aktivität gefordert und gelehrt.
Das hat nun endlich zum Erfolg geführt.
Ich werde nun beweisen können, dass meine Einstellung zum Erfolg führt.
Tut sie inzwischen ohnehin schon in mehreren Wohnheimen für alte Menschen.
Darauf bin ich ein wenig stolz.
So wie ich ein wenig stolz darauf bin, dass es in vielen Krankenhäusern geriatrische Abteilungen gibt.
Als ich das seinerzeit dem Parlament vorgetragen habe, war ich erst 25 Jahre alt. Das war also vor 40 Jahren.
Man kann schon was bewegen, wenn man hartnäckig genug ist.
Und das war ich eben immer wenn es mir wert war, für etwas zu kämpfen.

So. Und jetzt wünscht Euch Euer Kampfhahn eine gute Nacht.

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Paul


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BeitragVerfasst: 01.03.2007, 08:45 
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Pflegeheime? Pffffffffffff.

2.500 € im Monat. Wer soll das bezahlen??????
Klar, erst gehen die Ersparnisse der "Alten" drauf. Ein eigenes Haus muss veräußert werden, die Sparkonnten werden geräumt.

Es mag eine ganze Zeit gut gehen. Nur weiss man, wie alt die "Alten" werden?

Sind die Ersparnisse der "Alten" aufgebraucht, sind die Angehörigen dran, man kann sich dagegen nicht weigern.

Eine Zeit lang brauchte ein Schwiegersohn NICHT für seine Schwiegereltern aufkommen, wenn die Tochter des Hauses keine eigenen Einkünfte hatte. Dieses Gesetzt ist geändert worden.

Welche Tochter will ihrem Mann zumuten, für seine Schwiegereltern aufkommen zu müssen??

Ich nicht !!!

Private Pflegedienste kann man bezahlen, indem die "Kranken" in eine Pflegestufe eingestuft sind. Es gibt sogar mehr Pflegegeld, wenn man einen Pflegedienst in Anspruch nimmt, wie wenn man einen nahen Angehörigen pflegen lässt.

Finde ich ziemlich ungerecht.

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BeitragVerfasst: 01.03.2007, 09:28 
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In Österreich ist ja bekanntlich der Pflegedienst ein offenes Thema. Hier werden von privaten Diensten, ausländische Arbeitskräfte, vorwiegend aus dem Osten angeheuert. Sicher ist es für die Betroffenen noch ein leistbarer Dienst, bei vielen rund um die Uhr. Nur werden die Pflegekräfte nicht angemeldet und somit ist eine Grauzone entstanden, die so manchen Politiker ein Dorn im Auge ist. Rezept dagegen hat bisher auch keiner gefunden. Normale Pflegedienste können sich viele nicht mehr leisten, dafür sind die Pensionen, und auch die persönlichen Mittel nicht vorhanden. Selbst dir Zuzahlungen von den Kindern ist in vielen Fällen auch nicht möglich. Hier währe ein erhöhter Handlungsbedarf von unseren Politikern gegeben.

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BeitragVerfasst: 02.03.2007, 01:04 
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Das ist nicht ganz richtig, Urlmelchen.
In einigen Bundesländern Österreichs werden die Kinder gar nicht zur Beitragsleistung heran gezogen. Da kommt das Sozialsystem dafür auf. In anderen werden sie im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten heran gezogen, wobei das sehr großzügig gestaltet ist.
Freilich: Das Vermögen des Pflegebedürftigen wird immer herangezogen. Aber ist das nicht auch recht so?
Meine Mutter war wegen Alzheimer vier Jahre lang in einer Pflegeanstalt. Ihr ganzes Vermögen ging dabei drauf und ich musste auch noch einiges dazu zahlen. Das waren damals so 365.000 Schilling. Aber das war mir doch meine Mutter wert. Meine Schwester zahlte nichts dazu, machte mir allerdings den Vorwurf, dass ich meine Mutter in einem der besten und teuersten Plegeheime untergebracht hatte und damit aus dem Erbe nichts über geblieben ist.
Ich habe alle Kontakte zu ihr abgebrochen. Meine Mutter war mir eben das beste wert. Und ich war ja ihr Sachwalter.
Aber lassen wir das. Mir steigt noch heute der Zorn hoch, wenn ich daran denke.
Meine Mutter hat ständig meine geistig minderbemittelte Schwester bevorzugt. Ich habe meiner Schwester auch sehr viel geschenkt. Eine Wohnung, einen Posten, die Ausbildung ihrer Tochter und noch mehr.
Dann zu hören, als ich meine Mutter in ein sicher teures Heim inliefern mußte: "Wer weiß, wie lange die noch lebt, die verbraucht ja unser ganzes Erbe" war mir einfach zu viel.
Ich sagte meiner Schwester, dass ich die Mehrkosten allein trage und sie mich nie mehr ansprechen soll.
Und so war es auch. So bin halt ich. Manchmal kann ich schon auch sehr endgültig entscheiden. Ich hatte mit meiner Schwester nie mehr Kontakt. Ich lehnte ihn ab. Ich möchte auch nie mehr was mit ihr zu tun haben.

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BeitragVerfasst: 02.03.2007, 06:25 
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Hmmm ... pweber.

Hoffentlich habe ich keine alte Wunden aufgerissen. Wie du über deine Schwester denkst, kann ich sehr gut nachvollziehen.

Ich lebte in Niedersachsen und hatte mich nur mal am Rande erkundigt, wie wäre es wenn ....
Unser eigener finanzieller Rahmen wäre ziemlich eingeschränkt worden.

Mein damaliger Mann war Alleinverdiener. Somit habe ich mich als "brave" Tochter um meine Eltern gekümmert, so gut es in meine Kräfte erlaubten.

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BeitragVerfasst: 02.03.2007, 16:02 
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Nein, nein, Urmelchen.
Du hast keine alten Wunden aufgerissen. Die sind schon vernarbt.
Meine Schwester ist ja nicht geistig behindert. Sie ist nur die dümmste in unserer Familie. Aber Dummheit und Charakterlosigkeit sind zwei verschiedene Dinge.
Dummheit ertrage ich. Mit Charakterlosigkeit tu ich mir schon erheblich schwerer. Und Habgier zu Lasten anderer Menschen - und besonders meiner Mutter gegenüber - ist mir überhaupt fremd.
Aber zurück zum Thema.
Ich finde es in Ordnung, dass das Vermögen eines Menschen für dessen Pflegebedürftigkeit aufgebraucht wird.
In einem gewissen Grad finde ich es auch in Ordnung, dass die Kinder für die Pflege ihrer Eltern herangezogen werden. Sie wurden ja auch in ihrer Kindheit von den Eltern gepflegt.
Freilich darf aber der Aufwand der Kinder für ihre Eltern nicht die Lebensqualität der Kinder über Maßen in Anspruch nehmen.
Ich hatte damals ein so hohes Einkommen, dass mir die Aufwendungen nicht wirklich meine Lebensqualität minderten.
Ich konnte mir noch immer ein wenig Honig auf mein Butterbrot streichen und auch meine Familie ordentlich erhalten. Sogar Urlaube konnte ich meiner Familie und mir noch leisten und daneben ein Haus bauen.
Also kein Problem.
Aber meine Schwester war ja auch nicht arm. Sie und ihr Gatte hatten ein ordentliches Einkommen und auch ein Haus.
Ihre Sorge um die Erbschaft (war eh nur gering) konnte ich daher nicht verstehen.
Sie hat ja dieses kleine Vermögen nicht verdient. Es war das, was sich meine Eltern zusammen gespart hatten. Es ist doch nur recht, dass man es im Notfall auch für sie ausgiebt.
Meine Frau und ich konnten meine Mutter nicht pflegen. Sie war vier Jahre lang vor ihrem Tod bewegungsunfähig und erkannte nicht einmal mehr mich.
Sie wurde in dem Pflegeheim so gut gepflegt, dass sie nicht einmal Liegewunden hatte und bekam auch die richtige Ernährung. Das hätten wir ihr nie bieten können.
Ich weiß ja nicht, was noch in solchen Menschen vorgeht und was sie noch empfinden. Aber ich meinte halt, dass meine Mutter die bestmögliche Pflege haben soll.
Ich habe sie auch oft besucht und jeder Besuch war eine arge Belastung für mich. Meine Mutter war vorher eine sehr lebhafte und temperamentvolle Frau. Der Verfall tat mir echt weh.

Alte Wunden? Na ja. Doch ein wenig schon. Nicht was meine Schwester anbelangt. Aber wegen meiner Mutter.

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BeitragVerfasst: 05.03.2007, 07:41 
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pweber, die Zeit heilt seelische Wunden.

Wir beiden haben, jeder auf seine Art und Weise, das Beste für unsere Mütter gegeben und müssen uns keine Vorwürfe anhören, bzw. machen.

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BeitragVerfasst: 05.03.2007, 16:31 
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Ja.
Und ich werde in den Jahren, in denen ich noch was leisten kann, dazu beitragen, dass alte Menschen in Würde leben können, ihnen auch Gesellschaft und Kultur geboten wird, auch wenn sie keine Kinder haben, die sich um sie kümmern.
Ich habe ja welche und ganz liebe Enkerln auch. Aber nicht jeder hat das.
Viele haben keine Kinder und viele haben Kinder, die sich nicht um sie kümmern können oder wollen.
Ich bin zwar in 2 Wochen auch schon 65. Merke aber noch keinen wirklich gravierenden Abfall meiner Leistungsmöglichkeiten.
Ein bisserl schon. Aber wenn man noch immer mit einer Kettensäge eine hohe Linde stückerlweise abtragen kann, indem man auf den Baum klettern muss und die Äste einzeln abseilen muss, darf man in meinem Alter schon noch zufrieden sein.
Das können oft viel jüngere nicht.

Na ja. Ich sage immer: Wozu hätte man mich sonst Jus studieren lassen. :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 29.02.2008, 08:48 
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Hat sich sonst noch jemand Gedanken darum gemacht, wie die Eltern im Alter versorgt werden? big_grubel

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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 03.03.2008, 08:35 
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Na ja, das brauchen wir für unsere Eltern nicht mehr. Die sind leider alle schon verstorben. Meine Mutter ist jetzt schon fast 18 Jahre tot. Meine Schwiegervater 4 Jahre und meine Schwiegermutter ein halbes Jahr.
Meine Schwiegereltern haben aber auch die letzten Jahre in einem Seniorenpflegeheim in Norddeutschland gelebt, weil mein Schwiegervater zu einem Pflegefall wurde, den meine Schwiegermutter nicht allein versorgen konnte, weil sie gesundheitlich auch sehr angegriffen war. So sind sie dann beide zusammen in dieses Heim übergesiedelt. Wir haben ihnen ja angeboten, einen Platz hier in der Nähe für sie zu suchen, aber das haben sie abgelehnt. Tja, was sollten wir da machen??? Nichts. War ja schliesslich ihr Wille, und sie waren ja nur körperlich gebrechlich. Geistig waren sie noch voll auf der Höhe und konnten noch allein entscheiden, was sie wollten.

Als bei meiner Mutter anstand, das sie in ein Pflegeheim sollte, weil es alleine bei ihr nicht mehr ging, was ist passiert??? Bevor es soweit war, das sie ins Heim kam, ist sie verstorben. Sie ist sehr schnell erblindet damals. War ca. 2 Jahre vorher an einer Krebserkrankung operiert worden. Hatte Diabetes und war nach dieser OP ca. 1 Jahr in einer Klinik. Tja, und dann kam als Erstes ihre vollständige Erblindung und dann sehr schnell auch der geistige Verfall. Das ging in ein paar Wochen soweit, das ich die pflegerische Vormundschaft beantragen musste, weil sie alleine nichts mehr entscheiden konnte. Ich hätte meine Mutter gerne zu Hause gepflegt. Nur wie sollte das gehen??? Meine Kinder waren damals noch klein und meine Mutter hätte eine Pflege rund um die Uhr benötigt. Sie war Tag und Nacht aktiv. D. h. sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Wenn sie wach war, musste sich jemand um sie kümmern, egal wann das war. Das hätte ich alleine niemals schaffen können. Deswegen wollte ich sie in ein Heim geben. Na ja, es kam dann doch anders.

Übrigens finde ich es auch nur gerecht, wenn die Ersparnisse oder eventuelles Vermögen erst einmal für die Pflege der Eltern aufgewendet werden. Schliesslich haben dieses ja ihr Leben lang dafür gespart, also soll es ihnen doch zugute kommen. Wie auch immer. Mein Mann und ich haben das jedenfalls so für uns beschlossen. Wir möchten unseren Kindern nach Möglichkeit nicht auf der Tasche liegen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 03.03.2008, 14:45 
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Dieses Problem ist z.Z. bei uns aktuell. Mein Vater ist auch schon verstorben. Wir waren 4 Kinder, die meine Mutter aufgezogen hat. Meine jüngste Schwester ist auch schon früh verstorben, also sind wir immer noch zu dritt. Voriges Jahr kam dann das Problem, bei meiner Mutter (83 Jahre) kam verstärkt die Demenzkrankheit hervor, und sie lag auch längere Zeit im Krankenhaus. Lt. Arzt durfte sie icht mehr alleine bleiben. Was nun? 3 Kinder sind noch da, aber keiner kann sie pflegen. Meine Schwester ist herzkrank, mein Bruder hat eine kranke Frau und ich wohne 300 km weit weg. Es blieb nur das Pflegeheim. Es ist ein schönes Heim, am Ort, wo meine Geschwister wohnen. Sie wird jeden Tag besucht und spazierengefahren. Aber es ist trotzdem zum Heulen. Meine Mutter kann sich nicht damit abfinden, schirmt sich von allem ab, und so dämmert sie dahin. Ich mache mir Vorwürfe, ob es nicht eine andere Möglichkeit gegeben hätte, aber wie. Zu mir hätte ich sie auch nicht holen können. Meine Wohnung ist viel zu klein und mein Mann ist ja auch nicht mehr der Gesündeste. Es ist ein riesiges Problem, was schlaflose Nächte bereitet und auch tagtäglich belastet. Und manchmal führt es auch zu den ersten Unstimmigkeiten im restlichen Familienclan.

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Gruß von Anne


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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 03.03.2008, 21:12 
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Ja Anne, das kann ich mir gut vorstellen. Man hat als Kind immer im Hinterkopf ob es nicht doch eine Lösung für die Eltern gäbe. Aber man muss das Ganze auch mal realistisch sehen. Oft geht es gar nicht anders, als die Eltern in eine Pflegeeinrichtung zu geben, so schwer es auch ist. Aber dort finden sie (wenn es ein gutes Haus ist ) wirklich eine gute Versorgung. Es ist dann in einem solchen Fall für alle besser so und wir Kinder können unsere Eltern dann ja auch regellmässig besuchen oder sie sogar ab und zu zu uns auf Besuch holen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 04.03.2008, 08:58 
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@ Anne:
Ich drück dich mal ganz lieb. Sei dir gewiss. Für deine Mutter ist gut gesorgt und dass ist das wichtigste. Ganz tief in ihrem Herzen weiss sie, dass ihr alles machbare für sie tut. Ihr als Kinder habt auch noch euer eigenes Leben, eure eigenen Sorgen und seelische Belastungen. Eure Mutter kann dies jetzt nur nicht ganz nachvollziehen, weil sie geistig nicht mehr ganz auf der Höhe ist. Sie ist jetzt auch mit sich selbst beschäftigt, wenn sie lichte Momente hat. Sie muss sich selbst damit abfinden, dass sie nicht mehr so kann, wie sie gerne möchte und dass sie auf Hilfe anderer Menschen angewiesen ist.

Demenz ist eine harte Krankheit, besonders für die Angehörigen finde ich.
Es ist dann ein RIESIGER Unterschied, ob ich als Personal in einem Altenpflegheim arbeite oder ob ich die eigene Tochter bin. Das Verhältnis zueinander ist ganz anders. Es ist mein Job und irgendwann habe ich Feierabend. Über einige Situationen kann ich als Personal lächeln, während die gleiche Situation für die Angehörigen nur nervend und erschreckend sein kann.

@ Anne: Magst du erzählen, wie DU mit der KRANKHEIT deiner Mutter umgehen kannst?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 06.03.2008, 14:13 
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Danke Urmelchen, Du hast so gut geschrieben.
Ja, wie kann ich damit umgehen, eigentlich gar nicht. Es belastet mich immer mehr. Ich habe mir das nie vorstellen können, die Eltern ins Heim zu bringen. Aber es gab ja keine andere Lösung. Hörte gestern gerade von meinem Bruder, dass Mutter sogar Alzheimer/Demenz hat. Es ist auch alles viel schlimmer geworden. Sie wird wohl die Pflegestufe III bekommen. Ich weiß, sie hat keinen Lebensmut mehr, seit sie im Heim ist. Dadurch geht es wohl alles so schnell. Sie ißt nichts mehr, nur noch mit füttern. Wird wohl noch am Tropf kommen. Ich muß jeden Tag an sie denken, kann ja nicht so oft hin. Wir wohnen 300 km weg, und ich muß auch Rücksicht auf meinen Mann nehmen. Ich fahre mit ihm nicht mehr so gerne weitere Strecken. Seine Konzentration beim Autofahren ist krankheitsbedingt nicht mehr so gut.
Ich sehe den Zerfall meiner Mutter einfach darin, weil sie nicht ins Heim wollte und dadurch so labil wurde und sich aufgegeben hat. Ihr wurde alles egal und will sich mit keinem Menschen unterhalten. Oder ist die Krankheit überwiegend der Auslöser für ihren Zustand? Mir tut das alles so leid, und man kann nicht mehr helfen. Ich werde demnächst hinfahren, habe aber Angst, sie so hilflos vorzufinden. Das kriege ich schon jetzt nicht mehr aus dem Kopf. Ging mir bei meinem Vater auch so, ihn habe ich zuletzt im Krankenhaus gesehen, dort ist er dann auch gestorben. Es ist alles so schwer, wenn es auch der Lauf des Lebens ist. Wir hatten im gesamten Familienkreis eine schöne herzliche und liebevolle Harmonie - Eltern, Geschwister mit Partnern und Kindern - . Mit meiner Mutter haben wir voriges Jahr noch alle schön gefeiert. Irgendwie hat es einen Bruch gegeben - keinen Streit oder so - aber ich habe so ein ungutes Gefühl. Vielleicht ist es auch die Angst vor dem, was noch so kommt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 06.03.2008, 18:01 
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anne mein schwiegervater hatte alzheimer, du darfst dir da keine vorwürfe machen, auch wenn du sie hilflos vorfindest, es ist ihre krankheit, oje wie soll ich dir das erklären....die tritt so in schüben auf, wenn sie wirklich alzheimer hat, wird die zeit kommen da kennt sie dich nimmer, egal ob du rund um die uhr bei ihr wärst oder nicht, diese krankheit kann man nicht aufhalten....manchmal verfällt man schneller und dann ist wieder ein aufschub da.....

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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 10.04.2008, 18:19 
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Es ist so schnell gegangen, meine Mutti muß sich nicht mehr quälen. Ganz friedlich ist sie eingeschlafen. Ich bin froh, dass ich sie noch eine Woche vorher besucht habe. Sie hat ihr Leben mit 84 Jahren beendet.

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Gruß von Anne


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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 10.04.2008, 19:12 
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anne...mein herzlichstes beileid.....

es ist gut das du sie noch vorher besuchen hast können....

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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 11.04.2008, 08:05 
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auch von mir herzliche beileid anne

ich habe auch vor, mich um meine eltern solange zu kümmern, wie es ohne medizinische apparaturen geht. dafür würde ich mich auch aus dem berufsleben zurückziehen. deshalb war es jetzt auch sehr günstig, dass sie ganz in meine nähe ziehen können (10 min. fußweg). sollte es allein nicht mehr gehen, bekomme ich hilfe von unserem sozialverein, da kommt einmal täglich eine pflegerin (15€ pro Std.). sonst eben noch ein altersheim in unserem ort wäre der letzte ausweg, wäre aber auch in der nähe, kosten weiß ich da noch nicht.
so wie es bei der schwimu war, hatten wir eine pflegerin hinzugezogen und die letzen wochen musste sie sowieso ins krankenhaus, wo wir sie auch abwechselnd besucht haben. irgendwie muss man es eh auf sich zukommen lassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 11.04.2008, 08:14 
Auch von mir herzliches Beileid .

Veccia hat geschrieben:
ich habe auch vor, mich um meine eltern solange zu kümmern, wie es ohne medizinische apparaturen geht.


So sehe ich das auch . Aber aus dem Berufsleben zurückziehen wird nicht gehen .


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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 11.04.2008, 08:58 
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Anne, auch von mir meine Anteilnahme.

Sie wird in deinem Herzen bleiben und wenn du sie innerlich brauchst, wird sie bei dir sein, denn sie wird spüren, wann du ihre Hilfe brauchst.

Sei lieb gedrückt :bussi:

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 Betreff des Beitrags: Re: Wohin mit Oma und Opa, ins Heim?
BeitragVerfasst: 11.04.2008, 17:21 
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Zitat:
Aber aus dem Berufsleben zurückziehen wird nicht gehen

auch bei mir würde das nicht gehen....
und wenn ich zu meinen freund ziehe bin ich auch noch viel zuweit weg und ich glaube kaum das sie mitziehen würde oder wenigstens in die nähe...

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