Parasiten: Flöhe
Beim Menschen sind bisher 40 Floharten nachgewiesen worden. Der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) kann locker auch Hunde und Menschen befallen, so wie der Menschenfloh (Pulex irritans) nicht nur den Menschen befällt. Der Katzenfloh trat zum Beispiel in Berlin mit 64 Prozent aller 414 Flohproben am häufigsten auf. Beim Katzenfloh lag die Ursache des Befalls vor allen Dingen in der Haltung von Hunden und Katzen in der Wohnung, in vielen Fällen auch in der Nachbarwohnung.
Der zweithäufigste ist der Vogelfloh (Ceratophyllus gallinae). Die Flöhe springen von den Vogelnestern auf die Gärtner oder die Besucher eines Gartens. Auch durch Nester auf dem Balkon oder durch unter dem Dach nistende Vögel können diese Flöhe in die Wohnungen gelangen.
Flöhe sind als Überträger der Pest gut bekannt (Ratten waren nur Zwischenwirte). Sie übertragen auch andere Krankheiten, deren Gefährlichkeit nicht unterschätzt werden sollte: Gehirnhautentzündung oder Flecktyphus.
Der Floh untersucht eine grössere Hautoberfläche und sticht dabei mehrfach in die Haut ein, bevor er anfängt zu saugen.
Eine intensive Reinigung mit für andere Haustiere und Menschen (vor allem Kleinkindern im Krabbelalter) ungiftigen Mitteln ist bei einem Befall angeraten. Und zwar an allen Stellen, die der Träger aufsucht.
Tierärzte wissen: die Flohallergie ist die häufigste Allergie beim Hund. Hunde (und Katzen) bekommen einen juckenden Ausschlag.
"Jetzt gibt es für den Hund die Pille nach dem Floh", erklärte der Dermatologe und Tierarzt Otto W. Fischer in einem dpa-Gespräch. Über das Futter bekommt der Hund das Medikament verabreicht. Innerhalb weniger Stunden lassen seine Beschwerden nach. "So kann der Halter zum Beispiel nach dem Besuch von Freunden mit flohbefallenen Hunden seinem Vierbeiner die Pille verabreichen und kein Floh wird sich bei ihm festbeißen wollen", erklärte Fischer bei den Baden-Badenern Fortbildungstagen Kleintierpraxis.
"Das Neue an dem Wirkstoff ist, dass die Umgebung des Hundes nicht mitbehandelt werden muss", betont der Veterinär. Vor allem für Familien mit Kindern sei das sehr wichtig. "Niemand will in seiner Umgebung mit Gift rumspritzen müssen." Früher sei man davon ausgegangen, dass der Floh entfernt werden müsse, noch bevor er Blut sauge. "Jetzt lässt man den Floh ruhig saugen und die Allergie kann trotzdem behandelt werden", erklärte der Österreicher. Der Trick liege darin, dass der Floh den tötenden Stoff sogar erst durch das Hundeblut aufnehme. Dadurch werde die Flohpopulation bekämpft, der Floh könne sich nicht weiter vermehren.
Das Problem bei der Flohbekämpfung ist nach wie vor die frühzeitige Erkennung. "Zwar sind Flöhe mit bloßem Auge sichtbar, aber sie flüchten sich bei Licht sofort wieder ins Dunkle", schilderte Dr. Fischer. "Früher war das alles einfacher, die Leute haben sich Lederbeutel mit Tierblut umgehängt, damit die Flöhe da ran gehen", erläuterte Fischer. Heute seien Tiere unsere Flohbeutel. Doch nach Fischer sind auch Flöhe wählerisch, sie befallen nicht jedes Tier und auch nicht jeden Menschen. "Die Forschung hat festgestellt, dass vor allem Frauen häufiger von Flöhen gebissen werden", sagte er. Doch mit der "Pille nach dem Floh" hat sich dieses Problem erledigt.
Quelle
http://www.hundezeitung.de/medizin/floehe.html