Auf goldener Straße

Bildselbstgemacht, nur "eigene Herstellung"

Moderator: meister1993

Auf goldener Straße

Beitragvon Underdog am 28.04.2006, 09:51

Auf goldener Straße

Von Claus Beese © 2004


Der Sturm ist vorbei, die See atmet Stille.
Lange, zu lange lag ich hier,
ich muss hinaus, es ist mein Wille
ich brauche die See, es ist wie eine Gier.

Sie lösen die Leinen, ich gleite hinaus,
der See lange Dünung wiegt mich ganz sacht.
Ich fühle mich, als wär’ ich zu Haus
und harre der Dinge, die das Meer mit mir macht.

Die Sonne erhebt im Osten ihr Haupt,
und ich gleite auf goldener Straße dahin.
Nie, niemals habe ich früher geglaubt,
dass dies hier könnte sein des Lebens Sinn.

Und doch, wenn der Meere Atem dich hebt,
die Möwen schreiend dich umkreisen,
wenn du den Zauber dieser Stunde erlebt,
kann deine Seele Gott preisen.

Meine Segel schwellen in leichter Brise,
die Mannschaft arbeitet leise.
Noch nie brachte ich sie in eine Krise,
das ist nicht meine Weise.

Ich bringe sie sicher von Land zu Land,
der Skipper bestimmt die Regel.
Die Crew arbeitet schnell, Hand in Hand,
und setzt und fiert die Segel.

Einst stand ich im Wald, Baum an Baum,
mit starken Wurzeln im Boden.
Hatte ich noch Zukunft? Ich glaubte es kaum,
als sie kamen, um mich zu roden.

Einst stolzer Baum, jetzt stolzes Schiff,
so gleite ich über die Meere,
und umfahre sicher ein jedes Riff,
das mir manchmal kommt in die Quere.

Ob Baum, ob Schiff, ich könnt kaum sagen,
was besser mir gefällt.
Doch bin ich ehrlich, ich will nicht klagen,
da draußen sehe ich die Welt.
Benutzeravatar
Underdog
Mitglied
Mitglied
 
Beiträge: 26
Registriert: 04.03.2006, 22:08
Wohnort: Fritz-Erler Str.

Zurück zu Gedichte und Geschichten

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron