1930 war es endlich soweit und Hertha holte die erste Meisterschaft im fünften Anlauf. Schon in den Jahren 1926-1929 stand Hertha im damals noch nach einem K.O.-System ausgespielten Finale, viermal gingen die Berliner jedoch als Verlierer vom Platz (1926 1:4 gegen die SpVgg Fürth / 1927 0:2 gegen den 1.FC Nürnberg / 1928 2:5 gegen den Hamburger SV / 1929 2:3 gegen die SpVgg Fürth).
Und dann, am 22.06.1930 im Düsseldorfer Rheinstadion bei heißen 30 C Grad folgte der fünfte Anlauf, dieses Mal gegen Holstein Kiel.
Gut los ging es bereits mit der von der Hertha-Legende Hanne Sobeck gewonnenen Seitenwahl, so dass die Kieler die erste Halbzeit gegen die Sonne spielen mussten. Doch nach 8 Minuten steht es bereits 2:0 für Kiel !
In der 22.Minute gelingt Sobek, nachdem er drei Kieler ausgetanzt hat, der Anschlusstreffer zum 1:2 aus Berliner Sicht.
Und kurz darauf kann Sobek nach einer Unsicherheit in der Kieler Abwehr per Kopf zum 2:2 ausgleichen.
Doch Kiel macht wieder Druck und kann erneut mit 3:2 in Führung gehen, ehe noch vor der Pause Lehmann nach Flanke von Ruch zum 3:3 ausgleichen kann, gleichzeitig der Pausenstand.
In der 2.Halbzeit geht Hertha nach 68 Minuten erstmals in Führung, nachdem Lehmann ebenfalls sein zweites Tor markieren kann. Trotz äußerst drückendem, schwülen Wetter entwickelt sich eine hochklassige Partie mit vielen Torszenen. Nach dem Ausgleich der Kieler in der 82. Minute, obwohl diese zu diesem Zeitpunkt nur noch zu Zehnt waren, kann Herthas Ruch in der 87.Minute den 5:4 Siegtreffer für die Berliner erzielen.
Damit war Hertha im fünften Anlauf endlich zum ersten Mal Deutscher Meister geworden und konnte die für meine Begriffe wesentlich hübschere Victoria schmücken.
Nur ein weiteres Mal, bereits ein Jahr später 1931, gelang Hertha eine Deutsche Meisterschaft. Gegen den TSV 1860 München gelang ein 3:2 am 14.06. des Jahres. Die Tore erzielten für die Berliner erneut Sobek (2) und der angeschlagene Kursei (damals durfte man noch nicht die Spieler auswechseln), letzterer nur 30 Sekunden vor dem Schluss (Nachspielzeit gab es ebenfalls noch nicht!).