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Warum läuft jemand in seiner Disziplin so schnell wie noch .

BERLIN-MARATHON - Deutschlands größter Marathon!

Moderator: marathoni

Warum läuft jemand in seiner Disziplin so schnell wie noch .

Beitragvon marathoni » 30.09.2008, 11:03

Die ewigen Rekordfragen - Wie bei jedem Rekord stellt sich die Frage: Warum läuft jemand in seiner Disziplin so schnell wie noch niemand vor ihm? Wie immer sind die Antworten enttäuschend. Ein Kommentar von Thomas Hahn in der Süddeutschen Zeitung

Die Erfahrung lehrt, dass der Hochleistungssport nicht so durchschaubar ist, als dass man jede außergewöhnliche Regung lückenlos erklären könnte.

Die nächste Grenze ist durchbrochen, die Marke von 2:04 Stunden auf die Marathon-Distanz. Vor Kurzem war das noch eine Fabelzeit, jetzt hat sie Äthiopiens Lichtgestalt Haile Gebrselassie unterboten - (rechts im Hintergrund-unscharf - Berlin Race Director Mark Milde auf dem Fahrrad) ©Victah Sailer

Die nächste Grenze ist durchbrochen, die Marke von 2:04 Stunden auf die Marathon-Distanz. Vor Kurzem war das noch eine Fabelzeit, jetzt hat sie Äthiopiens Lichtgestalt Haile Gebrselassie unterboten, nachdem er 2007 erst den 42,195-Kilometer-Weltrekord auf 2:04:26 gedrückt hatte - obwohl er in dieser Saison noch ein olympisches 10.000-Meter-Intermezzo hinter sich hatte.

Wie schon nach den anderen denkwürdigen Taten in der Leichtathletik, die sich dieses Jahr vor allem wegen der Leistungsexplosion des Jamaika-Sprinters Usain Bolt häuften, stellt sich die Frage nach dem Warum. Warum läuft ein Gebrselassie in seiner Disziplin so schnell wie noch kein anderer Mensch vor ihm?

Und wie immer sind die Antworten enttäuschend.

Die Erfahrung lehrt, dass der Hochleistungssport nicht so durchschaubar ist, als dass man jede außergewöhnliche Regung lückenlos erklären könnte. Die Überlegungen zur Dominanz einzelner Hochbegabter basieren auf Indiziensammlungen, die sich aus vielen Erkenntnissen herleiten und durchaus auch den bösen Verdacht nahelegen. Ja, auch im Falle dieses Rekordes ist nicht ausgeschlossen, dass Doping eine Rolle spielt.

Obwohl Haile Gebrselassie ihn hervorgebracht hat, der charismatische Edelmann aus Asela, der schon kluge Sätze über den Fluch des Dopens gesagt hat und dessen Aufstieg vom Bauernkind aus dem äthiopischen Hochland über 10.000-Meter-Weltrekorde zum Marathon-Beherrscher nicht einer gewissen Logik entbehrt.

Es ist nun mal Tatsache, dass mancher Mediziner raunt, Marathonzeiten um 2:04 seien nicht menschenmöglich, und dass Gebrselassies Manager Jos Hermens konkrete Doping-Vorwürfe dementieren musste. Wer das vergisst, betrachtet einen Rekordlauf einseitig. Kein Außenstehender kann genau wissen, woher die Kraft kommt, die einen Athleten antreibt - das ist die wenig spaßige Realität des modernen Kommerzsports.

Nur eines ist sicher: Die Rekordjagd wird weitergehen, die Leichtathletik-Industrie forciert sie nach Kräften. Die nächste Generation der Rekordläufer wird das Marathonmaß eines Tages auf unter 2:03 drücken.

Und die Fragen bleiben.
Ein Kommentar von Thomas Hahn in der Süddeutschen Zeitung, Montag, dem 29. September 2008

http://www.germanroadraces.de/24-0-7163 ... jedem.html
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