Eponine hat geschrieben:
Liebe Octaviane,
ich unterrichte im heimischen Wohnzimmer, das geht auch (wenn ein eigener Raum oder sogar Studio auch schoener waere, aber das ist momentan eben einfach noch nicht drin). Solange die Wohnung aufgeraeumt und sauber ist und nicht halbvolle Teller und Tassen irgendwo rumstehen, stoert das glaube ich keinen Schueler (hat es mich selbst frueher auch nicht).
Ja, aber mein Wohnzimmer ist nun wirklich zu klein - ich bin ja auch gerade vehement auf der Suche nach einer größeren Bleibe.
Eponine hat geschrieben:
Das mit dem Uebersetzen stelle ich mir da fast schwieriger vor, denn ich kenne ja auch die ganzen Onlineuebersetzerboersen, und da Auftraege zu kriegen ist schon hammerschwer (besonders, wenn so Standardsprachen wie Englisch im Paket sind). Und die, die einem dann angeboten werden, sind von der Bezahlung her einfach eine Frechheit. Ich habe zwar keine abgschlossene Uebersetzerausbildung, kann aber ganz eingebildet sagen, dass mein Englisch schon vor Jahren besser war als das mancher Studierten (womit ich jetzt natuerlich nicht Dich meine

) - das sieht man tagtaeglich, wenn man liest, was da in den Foren fuer Fragen gestellt werden (Englisch Grundkurs!!!). Sprache ist so aehnlich wie Musik: Es gibt Leute, die haben ein Gefuehl dafuer und andere, die sind zwar seit Jahren im Beruf, man fragt sich aber trotzdem manchmal, wie die eigentlich jemals dahingekommen sind, wenn die trotzdem nach 10 Jahren immer noch so dicke Brocken reinhauen, die jeder Abiturient eigentlich schon im Griff hat. Eine Dame hat letztens mal als Uebersetzung fuer "aktuell" tatsaechlich "actually" vorgeschlagen. Und die ist vereidigte Uebersetzerin und seit 20 Jahren im Geschaeft
Glaub mir, ich weiß, wovon Du redest. Ich leite hier ja die Lektoratsabteilung (was mich nicht daran hindert, selbst Tippfehler zu machen *g*) und was wir da von so manchen angeblich professionellen Übersetzern mit zig Zusatzqualifikationen reinbekommen, ist manchmal schon haarsträubend. Gut, ich mache sicher auch Fehler, aber ich tue danm auch nicht so, als sei ich perfekt.
Eponine hat geschrieben:
Mal davon abgesehen, dass die ganzen asiatischen (Indien!) Firmen echt fuer so wenig arbeiten, dass man da gar nicht mithalten kann. Dafuer sollte man sich dann mal aus Spass die Uebersetzungsergebnisse reintun.
Aaaaah- dieses Thema ist ein rotes Tuch. Wir haben letztens drei Tage im Lektorat gebraucht, um Übersetzungen aus Indien zu korrigieren. Fragt sich, ob das so kostensparend ist ...
Eponine hat geschrieben:
Ich finde, das ist ein hammerhartes Geschaeft, immer unter Zeitdruck, staendig gegen Dumpingpreise anrennen. Wenn man selbstaendig ist, kommt noch dazu, dass man ohne TRADOS, was sauteuer ist, ja kaum eine Chance hat, Auftraege von Agenturen zu kriegen. Ich habe zwar ein kleines CAT, aber eben keins der grossen Namen.
Selbst das, was mich da urspruenglich mal lockte (Umgang mit Sprache und Schreiben) kann man sich ja leider nicht aussuchen, und Uebersetzungen im Umweltbereich oder generelles Geschaeftsblabla sind in aller Regel grottenlangweilig (fuer mich).
Du machst mir ja Mut *g* Nein, im Ernst, dass ist mir natürlich alles bewusst, ich bekomme es ja tagtäglich mit. Immer billiger und immer schneller heißt hier die Devise (wie, Sie schaffen 70 Seiten Vertragstext nicht bis morgen früh?) und da die Qualität nicht drunter leiden zu lassen, ist nicht immer einfach.
Eponine hat geschrieben:
Vielleicht solltest Du Deine Chefin wirklich gnadenlos ausnutzen (nach allem, was Du schreibst, scheint die mir eh nicht sehr sympathisch

), gute Kontakte knuepfen und dann einfach alle Kunden mitnehmen.
Wäre ich nur nicht ein so netter Mensch ... aber mal sehen, vielleicht treibt sie mich ja eines Tages so zur Weißglut, dass ich über diese Option ernsthaft nachdenke ... aber noch komme ich eigentlich verhältnismäßig gut mit ihr zurecht (auch wenn sie einen in den Wahnsinn treiben kann *g*)
Tja, irgendwie ist wohl nichts wirklich einfach
LG
Octaviane