Hallo Casta!
Ich werde zwar erst ab Herbst regelmäßig Unterricht nehmen, hatte aber im Rahmen von Chorseminaren schon einige Einzelstunden bei meiner GL und kenne daher ihren Unterrichtsstil. Zwar kann ich so nur über wenige Stunden berichten, was vielleicht nicht repräsentativ ist, aber ich kann ja in ein paar Monaten nochmal berichten, wenn gewünscht
Zitat:
Spielt in Eurem Unterricht "Technik" eine Rolle ?
Auf jeden Fall, und zwar eine große. Bisher haben wir hauptsächlich Übungen gemacht und nur sehr wenig Literatur (lag aber auch daran, dass ich zu der Zeit sehr erkältet war und wir daher eher daran gearbeitet haben, die Stimme zu "schmieren" und zu entspannen für die vielen Chorproben).
Zitat:
Sprecht Ihr über Passagio, Decken, Haltung, Atem ? Macht Ihr im Unterricht Atemübungen oder wird die Haltung korrigiert ?
Ja, wir sprechen über alles Mögliche - oft, aber nicht immer, erklärt sie mir sowas in Bildern. Ich dachte immer, dass ich mit Bildern nicht viel anfangen kann, aber es funktioniert erstaunlich gut. Und wenn ich mir mal unter einem Bild nichts vorstellen kann, hat sie noch fünf andere in petto, von denen mir mindestens eines garantiert hilft. Das ist echt praktisch
Atemübungen machen wir zumindest bisher keine, ich scheine das instinktiv richtig zu machen (sagte mir auch mal ein anderer GL). Sie meinte, ich hätte einen Wahnsinns-Atem, um den mich viele beneiden könnten

Ich nehme an, das kommt vom vielen Ensemblesingen, wenn wir mit teilweise solistisch besetzten Stimmen Chorliteratur singen und so ohne viel chorisches Atmen auskommen müssen. Da kommt man mit sehr falscher Atemtechnik einfach nicht weit.
Zitat:
Singt Euer Lehrer/Eure Lehrerin Euch Stellen vor - oder lieber nicht ?
Sie singt einiges vor, was mir sehr hilft. Ich weiß dann oft sofort, was sie meint, und kann es anwenden, ohne lange Erklärungen richtig verstehen zu müssen. Viele meinen ja berechtigterweise, dann wäre die Gefahr des Nachahmens sehr groß - aber bisher bemerke ich noch nichts davon. Sie weist schon auch auf die individuellen Unterschiede zwischen ihrer und meiner Stimme hin und will keinen Klon aus mir machen. Daher finde ich das Vorsingen sehr nützlich und hilfreich.
Zitat:
Werden Anweisungen begründet und erklärt (z.B. hier musst du decken, weil das ein Ton im Passagio ist - und wie "deckt" man?)
Die Begründung bemerke ich oft selber - das Richtige fühlt sich einfach am besten an

Gut, es gibt nicht immer einen Unterschied im Gefühl. Aber prinzipiell bin ich kein Schüler, der immer alles hinterfragt und für alles eine Begründung braucht. Ich habe diese GL gewählt, weil sie kompetent auf mich wirkt, und daher gehe ich davon aus, dass ihre Anweisungen richtig sind. Natürlich sollte man seinem GL nicht unbedingt blind vertrauen, aber ich vertraue meinem Körpergefühl soweit, dass ich es merken würde, wenn mir der Unterricht schaden sollte.
Ich bin also ziemlich begeistert

Aber es gab natürlich auch Sachen, die partout nicht klappen wollten. Z.B. habe ich einfach nicht den richtigen Sitz für den Vokal "a" in der Mittellage gefunden. Ich scheine da einen Knoten im Hirn zu haben

Aber sie versteht es sehr gut, einem zu vermitteln, dass das Problem viele haben und dass wir es schon lösen werden. Sie meinte aber auch, dass die großen Probleme davon kommen können, dass ich so erkältet war - daher war auch bei sich-an-den-richtigen-Sitz-annähernden-Sitz (hihi) mehr Luft auf der Stimme als sonst, was mich irritiert hat, weil ich dachte, dann müsse es ja falsch sein

So wars halt einfach schwerer, in die richtige Richtung zu finden. Deswegen bin ich umso gespannter auf den Herbst, wo ich dann hoffentlich endlich GU haben werde, OHNE angeschlagen zu sein
Ist halt unglücklich gelaufen. Auf der 9stündigen Zugfahrt vom Bundesjugendsingen nach Hause Ende Juni war es so heiß, dass alle die Fenster aufrissen - also 9 Stunden Zugluft. Ab dem nächsten Morgen gings mir daher ziemlich beschissen (erhöhte Temperatur, Mordsschnupfen, tränende Augen), und zwei Tage später hatte ich einen Auftritt, den ich nicht absagen konnte, weil wir nur zu fünft waren und ein fünfstimmiges Stück im Programm hatten

Und am nächsten Tag fuhren wir auf Chorsingwoche mit dem Sängerbund, wo ich mich natürlich auch nicht erholen konnte. Wir hatten dort wichtige Stimmbande-Proben, Jugendchor (ich war zusammen mit meiner Schwester die Stütze des ganzen, deutlich jüngeren Soprans und konnte mich dort daher auch nicht schonen), im Plenum Soli zu singen, Stimmbildung und ein Abschlusskonzert. Ich hab mich zwar in der Mittagspause immer brav ins Bett gelegt, aber das war natürlich nicht genug. Zusätzlich zu der Riesenerkältung vom Zug bekam ich auch noch Halsschmerzen, Husten und Fieber, und nach dem Konzert war meine Stimme im Eimer.
Jetzt habe ich die Quittung: Eine Entzündung des Kehlkopfes, der Luftröhre und von Teilen der Lunge - ist also kein Wunder, dass ich Probleme mit dem Singen hatte. Nehme grade die zweite Woche Antibiotika

Meinem Freund gehts übrigens genauso. Naja, dafür kann ich mich jetzt
wirklich schonen, denn unser nächster Auftritt ist erst in ca. einem Monat. Also liege ich zuhause herum und lasse mirs gutgehen

Laut Arzt darf ich aber in ein paar Tagen langsam wieder raus - Gott sei Dank, denn bei uns hat es grade bis zu 39°C, und da kann man einfach nichts anderes tun als baden gehen
Sorry für OT
Und jetzt warte ich gespannt auf andere Berichte!